Klingelbacher Kirchen Konzerte

Das kommt

10. 12. 2017
Vorweihnachtliches Singen und Musizieren

14.1.2018
Orgel-Neujahrskonzert

Das war

„Wenn Engel lachen“

 

Ausblick zu kommenden Konzerten

Vorweihnachtliches Singen und Musizieren

Am Sonntag, 10. Dezember 2017 um 18 Uhr
findet in der Evangelischen Kirche Klingelbach
ein vorweihnachtliches Singen und Musizieren statt.

 

Mitwirkende:

Vocalensemble Diez unter der Leitung von Andreas Sehrbrock

MGV Concordia Berghausen e.V.

Ensemble 2010 Berghausen

Flötentöne

Gero Arndt, Solist

Leitung: Uwe Weiland

 

Orgel-Neujahrskonzert

“Bekannte Melodien – ein Orgel-Feuerwerk mit 4 Händen und 4 Füßen”
Unter diesem Motto findet am Sonntag, dem 14. Januar um 17 Uhr ein außergewöhnliches Orgel-Neujahrskonzert in der Ev. Kirche Klingelbach statt.

An diesem Nachmittag ist die bedeutende Schöler-Orgel in einem vierhändigen Konzert mit gleichzeitiger Übertragung der Orgel-Spielanlage auf eine große Leinwand zu sehen und zu hören.

Auf dem Programm stehen bekannte Melodien und Kompositionen von Händel: Halleluja, Bach: Air, Mozart: Türkischer Marsch, Strauss: Donau-Walzer, Schumann: “Wilder Reiter” und “Fröhlicher Landmann”, Joplin: Ragtime “The Entertainer”, Pédalier: “Bruder-Jakob-Miniaturen” für Orgelpedal mit 4 Füßen, Lenz: Variationen über “Freude, schöner Götterfunken”.

Die Organisten sind das Orgel-Duo Iris und Carsten Lenz. Die beiden Virtuosen gelten zurzeit als eines der führenden Orgel-Duos in Europa. Sie sind Organisten an der großen und bedeutenden Skinner-Orgel in Ingelheim am Rhein. Bisher haben sie zahlreiche Konzerte in vielen Ländern Europas, in Russland und in den USA gespielt, rund 25 CD-Einspielungen und 3 Video-DVDs vorgelegt sowie bei Radio- und TV-Produktionen mitgewirkt.

Konzerte mit dem Orgel-Duo Lenz haben einige Spezialitäten. Einmal gibt es eine für alle Altersgruppen geeignete und kurzweilige Programmgestaltung mit jeweils angenehm zu hörenden und auch humorvollen Kompositionen. Weiterhin wird die Orgel-Spielanlage per Video auf eine große Leinwand im Kirchenraum übertragen, so dass die Konzertbesucher von allen Plätzen der Kirche den Organisten live beim Spielen auf die Finger und die Füße schauen können. Das Programm wird zusätzlich noch humorvoll moderiert und es gibt für die Besucher immer noch einige Überraschungen im Konzert.

Die Organisten ergänzen: “Wir kennen die klangschöne Schöler-Orgel schon seit vielen Jahren und haben daran schon mehrere Konzerte gespielt. Das Instrument wurde zwischen 1790 und 1792 erbaut. Mit ihrem vielseitigen Klangbild eignet es sich ideal für unser neues Konzertprogramm. Wir freuen uns sehr darauf, den Konzertbesuchern die Orgel dieses Mal mit bekannten Melodien präsentieren zu können. Ca.10 Minuten vor Konzertbeginn machen wir als kleines Vorprogramm noch eine kurze Orgel-Vorführung.”

Der Eintritt ist frei (Kollekte erbeten). Weitere Infos zu den Ausführenden www.lenz-musik.de.

 

Rückblick zu vergangenen Konzerten

„Wenn Engel lachen“ ...

Text und Fotos: Sigrid Baumann

Das Lutherjahr 2017 gab Anlass es auf vielfältige Weise gebührend zu feiern. Ein weiterer Meilenstein hierzu bildete das reformatorische Kammermusical mit Miriam Küllmer-Vogt „Wenn Engel lachen“ in der evangelischen Kirche zu Klingelbach. Ihr Mann Fabian Vogt brachte den Text der Liebesgeschichte von Katharina Bora und Martin Luther auf die Bühne und verhieß einen unterhaltsamen Abend mit bereichernden Informationen. Das schauspielerisches Talent und die einfühlsame und hervorragende Sprech- und Singstimme trugen dazu bei, die Darbietung zu genießen. Durch die Klavierbegleitung von Peter Kraus, der den Gesang unterstützte, kam noch eine besonderer Effekt dazu.

Die offene, vor Witz und Humor sprühende Art der Miriam Küllmer – Vogt ließ den Abend zu einem besonderen Erlebnis werden und warf einen ganz anderen, sehr menschlichen Blick auf Martin Luther und Katharina von Bora. Die Zuhörer wurden zurückversetzt in die turbulente Zeit des 16. Jahrhunderts. Alles begann mit dem Lied „Geliebter „Herr“ Käthe, mein Morgenstern.“ Katharina, den Zwängen des Klosters entflohen, findet sich in Wittenberg wieder und findet bei dem Maler Cranach eine Anstellung.
Sie wird immer selbstbewusster und verliebt sich in den Kaufmann Hyronismus.

So hoffte sie die Ketten des Klosters zu sprengen, sie jubelt vor Glück, wird aber von ihm verschmäht. Da hilft auch kein Brief Luthers an den Vater des Verlobten. Vehement sträubt sich Katharina gegen den für sie auserwählten Ratsherrn. Gerade in dieser Szene zeigte sich die leidenschaftliche ausdruckstarke Art, vor Lebenslust sprühende Protagonistin, mit der das Publikum litt und lachte.
Von jetzt an nimmt Katharina Ihr Leben selbst in die Hand. Doch immer wieder zeigen sich die Zweifel und sie fragt sich „ bin ich als freier Mensch geboren, bin sich von Gott allein aus Gnade geliebt, darf ich lieben? Hat die Reformation eventuell Krieg und Bauernaufstände gebracht?“

Ein humorvoller Blick dagegen wird auf Luther als imaginäre Person auf einem Sessel oder einer Leinwand geworfen mit dem sie selbstbewusst streitet. Miriam Küllmer – Vogt weint, lacht, und ist unbändig in ihrer Bühnenpräsenz, als sie Luther einen Heiratsantrag macht. Ein Lied „Ist das ein höllisches Gespann“ unterstreicht das Gesagte. Sie kommt zur Einsicht alles beginnt mit einem Wort und drückt sich darin aus: „Glaube, Hoffnung, Liebe“ doch das wichtigste ist die Liebe, sag einfach nur „Ja“. So dringt die eigenwillige Katharina in das Leben und das Herz des Professors Martin Luther und „Die Engel lachen“ dazu.

Bilder: Die Liebesgeschichte zwischen Martin Luther und Katharina von Bora wurde kraftvoll, witzig und überzeugend von Miriam Küllmer-Vogt in der evangelischen Kirche zu Klingelbach aufgezeigt.
Text und Fotos: Sigrid Baumann

 

tamigu-Trio - Konzert zum Lutherjahr und zur Fastenzeit

Am Sonntag, 19. März 2017 fand in der ev. Kirche Klingelbach um 17.00 Uhr ein Konzert mit besinnlicher und virtuoser Musik mit dem bekannten tamigu-Trio in der Besetzung Violine, Orgel, Sprecher und kleines Schlaginstrumentarium statt.

Neben Werken von J.S. Bach und Händel bereicherte auch Originalmusik aus der Lutherzeit das Programm.
Von dem 1956 in Hattingen geborenen Komponisten Günther Wiesemann wurde u.a. eine Triokomposition mit einer zusätzlichen Sprechpartie und einem Choralbezug angeboten, in Bezug auf das Lutherjahr 2017 "Ein feste Burg ist unser Gott".
Das tamigu-Trio spielte in der Besetzung Tamara Buslova, Orgel und Schlaginstrumente, Michael Nachbar, Violine sowie Günther Wiesemann, Orgel, Sprecher und Schlaginstrumente.


Neujahrs-Orgelfeuerwerk

Text und Fotos: Sigrid Baumann

KLINGELBACH. Bereits zum vierten Mal erfreute der Organist Detlef Steffenhagen im Rahmen der Kirchen-Konzerte die Besucher in der evangelischen Kirche zu Klingelbach mit seinem Orgelspiel. Diesmal präsentierte er ein wahres Neujahrs-Orgelfeuerwerk. Nur vom Kerzenschein erhellt bot der sakrale Raum die richtige Atmosphäre, um den musikalischen Genuss auf sich wirken zu lassen.

An diesem Abend wurden musikalische Gemälde auf der Königin der Instrumente, der Orgel, gemalt. Steffenhagen versteht es brillant, die eigentlich für Klavier komponierte Kompositionen, mit den Klangfarben der Orgel verschmelzen zu lassen. Hierzu ist die historische Schöler - Orgel hervorragend geeignet. Die Bilder einer Ausstellung“ von Modeste Mussorgski gilt als Musterbeispiel der Programmmusik und beschreibt in den einzelnen Sätzen die Gemälde seines Freundes Viktor Hartmann. Der Reichtum der einzelnen Klangfarben regte unter anderem auch Maurice Ravel an sie als Orchesterfassung zu bearbeiten.

Im Anfang steht die Promenade, die leicht verändert immer wiederkehrt. Durch die Melodien sieht man im geistigen Auge den hinkenden „Gnom“ unter schnellen Trillern vorübergehen, bei „Das alte Schloss“ hört man einen durchklingenden Bass. Streitende Kinder toben förmlich in „Die Tuilerien“ und „Der Ochsenkarren“ rollt gemächlich daher. Quicklebendig dagegen das „Ballett der Kücken in ihren Eierschalen“. Lustig geht es aus dem Marktplatz von Limoges zu und düster in „Die Katakomben“, bevor „Das große Tor von Kiew“ majestätisch daherkommt und von dem Organisten die ganze Klangfülle des Instrumentes gefordert ist.

Eine besondere Atmosphäre bewirkte auf den Weg in die Romantik „Die Morgenstimmung“ aus der Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg auf die Zuhörer. Besonders durch dieses Werk wurde Edvard Grieg bekannt. Er liebte es Elemente der Volksmusik seiner Heimat mit betonten Tanzrhythmen verschmelzen zu lassen, was sich in der Suite wederspielt. Man erinnerte sich an Konzerte von André Rieu, als der Walzer Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch in dem sakralen Raum erklingt und sich die Zuhörer im Takt wiegen. Wer kennt nicht die Toccata d- moll von Johann Sebastian Bach? Es ist wohl das bekannteste Orgelwerk europäischer Kunstmusik, so heißt es.

Doch wer hätte gedacht, dass, als Melodien des Broadways die Kirche eroberten und „Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber erklingt, ähnliche Klänge zu erahnen sind? Ja das Programm war vielfältig und die verschiedensten Genre kamen zu Gehör. So ging es weiter mit Improvisationen der Themen aus „Fluch der Karibik“, „Gladiator“ und zum Schluss dem Ort entsprechend mit „Jesus Christ Superstar.“
Auch bei diesem Konzert sorgte der Organist Detlef Steffenhagen für begeisterten Applaus.
Sigrid Baumann

 

Stimmungsvolles Chorkonzert mit  „Vocalisma" und "Flötentöne"

Auch das letzte Kirchenkonzert im Rahmen der vielfältigen und mit viel Beifall bedachten Kirchenkonzerte in 2016 in der evangelischen Kirche zu Klingelbach gab es wieder einen Höhepunkt. Das Konzert zum 4. Advent war mit deutschen und europäischen Weihnachtsliedern ein Balsam für die Seele in der oft hektischen Vorweihnachtszeit.

Zu Gast war der Mädchenchor Wiesbaden - Ensemble Vocalisma. Der Chor steht schon viele Jahre unter der Leitung von Gerd Rixmann, der auch seit April dieses Jahres Chorleiter des Chores Cantemus der Evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach ist. Mit der Melodie des Adventjodlers schritt der Chor singend durch das Kirchenschiff zum Altarraum.
Angefangen mit Melodien der Adventzeit in der Vorfreude auf die Heilige  Nacht mit Liedern rund um den Erdball und durch viele Jahrhunderte hindurch erlebten die Zuhörer ein glanzvolles Chorkonzert.

„Maria durch ein Dornwald ging“ aus dem Eichsfeld wechselte zu dem wohl eines der ältesten adventlichen deutschsprachigen Chorälen  „Es kommt ein Schiff geladen.“  Seht schön interpretiert auch das „Tochter Zion“ von Georg Friedrich Händel aus dem Oratorium Judas Maccabäus und Joshua.

Die Blockflötengruppe „Flötentöne“ bereicherte das abendliche Konzert durch ihre Beiträge. Als erstes brachten sie „Ricercare pro tempore adventus“ aus dem Genre alter Meister zu Gehör. Ins 17. Jahrhundert führte „Wach Nachtigall, wach auf.“ Der zweite Gesangsblock leitete über zu „Engel und Hirten“, die eine große Rolle im Heilsgeschehen bilden und vielfach in Gemälden und Gedichten bedacht sind. So das um 1623 komponierte „Vom Himmel hoch o Englein kommt .“ Aus Frankreich wiederum kommt das liebliche „Engel haben Himmelslieder.“

Die Zuhörer waren nicht nur Zuhörer. Sie wurden auch in das Konzert einbezogen und konnten abwechselnd die Strophen mit dem Vokalensemble singen, wie „Vom Himmel hoch da komm ich her“ in der Begleitung von Nathalia Icker aus Wiesbaden am Klavier. Weihnachtliche Freude drückte „Hört ihr die Engel singen“ aus. Die glasklaren Stimmen, gut geführt durch den gekonnten Einsatz von piano und forte und den Blickkontakt durch Gerd Rixmann erhöhten den Hörgenuss.

“ Quem pastores laudavere“ von John Rutter leitete über zu der Flötengruppe mit Kerstin Winter - Koch (Sopran), Andrea Meißner - Kusch (Alt), Marianne Schröter (Tenor) und Birgrid Gemmer (Bass), diesmal mit „Ou s`en vont das gays“. An der Krippe angekommen leuchtete „Der große Stern zu Bethlehem“, einer Komposition aus Neapel. Weiter ging die Reise nach Frankreich  zwischen Ochs Esel. Aus Tirol hatte der Chor „Es wird scho glei dumpa“ mitgebracht. „Es ist ein Ros entsprungen“ wurde wieder mit Chor und Gemeinde im Wechsel gesungen.

Im Reigen der Darbietungen durfte „In dulci jubilo“ aus dem 14. Jahrhundert nicht fehlen und aus dem 19. Jahrhundert stammte das süße Wiegenlied „Schlaf wohl du Himmelsknabe du“. Mit „Transeamus usque Bethlehem“ verabschiedete sich „Flötentöne.“  Der  Ausklang war für alle zum Mitsingen mit „Alle Jahre wieder“ und „O du fröhliche.“ Als Zugabe gab es „Kling Glöckchen“
Sigrid Baumann

Text und Fotos: Sigrid Baumann

Cantemus

 

Du Gipfel meines Entzückens ..... Ein Loblied der Kartoffel

Staunen, Hören und manchmal auch Schmunzeln konnte man bei dem Loblied auf eine besondere Knolle,  die Kartoffel. Das war das Thema eines Vortrages in der evangelischen Kirche zu Klingelbach. Zu Gast waren Antje und Martin Schneider als Rezitatoren und Gabriele Müller, die das Ganze musikalisch kommentierte.

Geschichten, Gedichte, Sprichwörter und Küchengeheimnisse rankten sich um des Deutschen liebste Beilage auf dem Küchentisch.
Geschichten, Gedichte, Sprichwörter und Küchengeheimnisse rankten sich um des Deutschen liebste Beilage auf dem Küchentisch. In liebevoller Kleinarbeit hatte sich das Ehepaar Schneider der Sache gewidmet.

Der erste musikalische Vortrag, einer Tristeza de un doble, einem Tango leitete über zu einer Legende im Inkareich vor 8000 Jahren. Jungfrauen waren zum Tempeldienst eingeteilt. Da verliebte sich eine von ihnen in einen landwirtschaftlichen Arbeiter, das wurde mit dem Tod beider bestraft. Das Gold des Landes verschwand, die Felder wurden unfruchtbar.  Da sollten die Liebenden ausgegraben werden. Aber so tief man auch grub, es war nichts zu finden.

Stattdessen fand man eine große Knolle. Die Göttin der Erde und Fruchtbarkeit hatte den Frevel in einen Segen verwandelt, das war die Geburtsstunde der Kartoffel. Es gab zahlreiche Rituale zu Ehren der Kartoffelgöttin. Unter den Klängen einer Sonate cis Moll konnte man das Gehörte in sich aufnehmen. Später stand auch eine Pavana von W. Byrd auf dem Programm. Im Verlauf der Eroberung des Inkareiches durch die Spanier lernten diese die köstliche Knolle kennen, die sie erst als Trüffel bezeichneten. Von Peru aus führte der Weg zunächst zu den Kanarischen Inseln.

Die Botaniker nahmen sich ihrer an und der wissenschaftliche Name „Solanum tuberosum“ erhielt die Kartoffelpflanze von dem Botaniker Casper Bauhin im 16.jahrhundert. Sie hat viele Namen wie Erdäpfel, Schocken, Grumbeer und so weiter. Von Spanien aus gelangte die Knolle langsam nach ganz Europa und trat ihren Siegeszug über den ganzen Erdball an. Sie gelangte als Geschenk an den päpstlichen Legaten und an Fürstenhäuser. Ihre Blüten verzauberten und erregten Aufmerksamkeit, selbst an dem französischen Hof, und Marie-Antoinette trug sie im Haar. Viele Vorurteile und Hemmnisse standen ihrer Verbreitung im Wege, doch in Hungersnöten wurde sie zur Hauptnahrungsquelle. Sie hat viele regionale Namen wie Erdäpfel, Schocken, Grumbeer und vieles mehr. Bald entstanden Kochbücher mit Rezepten und bildnerische Abbildungen. Martin Schneider hatte auch einige Gedichte parat, wie zum Beispiel: „Der Bauer gräbt Kartoffeln aus, die Mutter kocht sie fein zu Haus, sie gibt ein Stückchen Butter drauf und `s Kind isst sie alle auf“. Die illustren Geschichten und Geschichten machten Reiz des Vortrages aus und wieder erklangen Komposition wie eine Fantasie von Telemann oder der Deutsche Tanz Nr. VII von L. v .Beethoven. Friedrich der Große führte die Kartoffel in Preußen ein und Graf Rumford in Bayern. Er ließ in Militärgärten diese Spezies anpflanzen. Daraus entstand in München der spätere Englische Garten. Dichter, Maler  und Denker nahmen sich der kostbaren Knolle an, wie van Gogh, Liebermann, Zuckmayer und Grass. Ein Scherzo - Valse beendete den brillanten Vortrag, bevor der von Marianne Schröter gebackene, saftige und leckere Kartoffelkuchen, sowie Kartoffelrezepte an die Besucher verteilt wurden.
Sigrid Baumann
Bild: Ein interessanter Vortrag über die Kartoffeln beeindruckte die Besucher in der ev. Kirche (v.links) Gabriele Müller, Martin und Antje Schneider .

Ein Dankeschön an Sigrid Baumann, die uns Text und Foto zur Verfügung gestellt hat.


Klingelbacher Kirchen Konzert

Text und Foto: Sigrid Baumann

Von Mai bis September dieses Jahres finden in evangelischen und katholischen Kirchen im Rahmen der Internationalen Orgelfestwochen Rheinland-Pfalz Konzerte mit Organisten aus dem In und Ausland statt.
Bereits zum vierten Mal gehört die evangelische Kirche in Klingelbach zu den Austragungsorten, das ist der Schöler-Orgel der Orgelbauerfamilie Johann. W. Schöler aus Bad Ems zu verdanken, die die Orgel in Klingelbach 1790 fertiggestellt hat.
Stehende Ovationen dankten dem Trierer Domorganisten und Gastorganisten Josef Still für sein exzellentes Konzert. Musikstücke aus dem 18. Und 19. Jahrhundert aus der Feder italienischer und französischer Komponisten stand auf dem Programm.

Im Lauf des Abends kamen Komponisten zu Gehör, deren künstlerisches Schaffen sehr von der französischen Revolution beeinflusst und zum Teil behindert wurde. Das All`Offertorium von Padre Davide da Bergamo zitiert die österreichische Kaiserhymne auf die Melodie Joseph Hadyns. Weite Teile Norditaliens so auch Brescia waren nach dem Sturz Napoleons österreichisch geworden. In Wien regierte Kaiser Ferdinand I. und da er im September 1838 drei Tage in Brescia weilte, wurde die Hymne „Gott erhalte Ferdinand und bewahre unseren Kaiser“ offiziell angeordnet.

Die Sonate VC-Dur von Pietro Pompeo Sales, dem kurtrierischen Ho fkapellmeister in Koblenz schloss sich an. Von dem italienischen Komponisten des Barock, Tomaso Albinoni hörte man das Adagio g-Moll. Strahlend virtuos stellte Josef Still die Werke vor und die tief empfundene Interpretation mit gezielter Registrierung machten das Konzert zu einem Hörgenuss. Dazu gehörte auch die Sonate VI in d-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Sie gehört zu dem Kernrepertoire der Orgelmusik mit ihren sechs Sätzen unter anderen dem „Vater unser im Himmelreich“, heißt es. In einer Orgelbearbeitung von Martin Setchell erklang die melodische Pavane von Gabriel Faurè.
Zu dem lauen Spätsommerabend passte der Hochzeitsmarsch  aus der Bühnenmusik des „Sommernachtstraum“ von Felix-Mendelssohn-Bartholdy, bevor es zu Cesar Franck mit den Stücken Des-Dur und cis – Moll aus L`Organiste“ ging. Etwas aus dem Rahmen fiel der Bolero de Concert von Louis James Alfred Lefebure-Wely.

Unter der französischen Revolution litt auch Claude Balastre schöpferisch. Zu Beginn der Revolution gelang es ihm, ungeachtet seiner Stellung als Organist an Notre-Dame Paris, zumindest dem Anschein nach sich den aufkommenden revolutionären Ideen anzuschließen, obschon er die einträglichen Anstellungen verlor und verarmte. Er musste von der Sakralmusik Abschied nehmen und seine Kompositionstätigkeit auf Werke für revolutionäre Festlichkeiten legen. Hier hörte man den „Marche de Marseillois“. Lang anhaltender Beifall lohnte für den musikalischen Genuss des durch zahlreiche Konzerte bekannten Organisten Josef Still.
Sigrid Baumann

Wir bedanken uns bei Sigrid Baumann, die uns Text und Foto zur Verfügung gestellt hat.


Orgelwanderung durch den Einrich

Wir bedanken uns bei Sigrid Baumann, die uns Text und Foto zur Verfügung gestellt hat.

Die evangelische Kirchengemeinde lud zu einem ganz besonderen kulturellen Ereignis ein. In einer Orgelwanderung durch den Einrich wurde an verschiedenen Orten die Schönheit der Schöler Orgeln mit ihren Klangfarben und Aussehen vorgestellt, und das auf vier Rädern. Ob mit einem PKW oder als Mitfahrer ging es von Niedertiefenbach über Kördorf  bis zur Endstation nach Klingelbach. Es war ein großer Erfolg, denn an allen drei Stationen war die Besucherzahl sehr zufrieden stellend. Viele machten sogar die ganze Orgel Wanderung mit.

Unter fachkundiger Leitung  verschiedener Organisten wurden die Schöler-Orgeln der in Bad Ems ansässigen Familie an unterschiedlicher Orgelliteratur vorgestellt. Charakteristisch für die in den Jahren 1749 bis 1849 gebauten Orgeln ist die besondere Labienbehandlung der Pfeifen und das Gehäuse, das im Zopfstil mit Mittelrundtürmen und geschwungenen Harfenfeldern verziert ist.
In jeder Station gab es ein kleines Orgelkonzert in dem die  „Königin der Instrumente“ ,wie die Orgel genannt wird, von den Gastorganisten und den Hausorganisten, um die vielen Klangfarben des Instrumentes erklingen zu lassen . Je nach Lust und Begeisterung für diesen kulturellen Ohrenschmaus war es möglich an jeder Orgelstation ein- und auszusteigen.

Die Orgelwanderung startete in Niedertiefenbach um 15 Uhr. Hier stellte Volker Becker die 1751 erbaute Schöler Orgel mit ihren neun Registern vor. Jede Station hatte ihren Schwerpunkt hier lag er auf der Geschichte der Schöler Familie. 
Johann Wilhelm Schöler wurde 1723 in Schemmerhausen auf den Höhen des Bergischen Landes geboren. Er erlernte das Handwerk des Orgelbauers. Sein Meister Kleine brachte viele Erfahrungen mit, die er an seine Lehrlinge  weitergab. Johann Wilhelm Schöler ging auf Wanderschaft um viel zu lernen. So führte ihn auch sein Weg 1749 nach Bad Ems. Mit dem Neubau der Orgel 1749 in der Emser Martinskirche, die 1720 total ausgebrannt war, begann sein Aufstieg. Dort lernte er auch seine Frau Maria Christine Friederike kennen.
Insgesamt baute Schöler von 1748 bis 1792 49 Orgeln in unserer Gegend. Im Westerwald, Lahngebiet und Nordtaunus. Kurz vor seinem Tod erhielt er das Privileg als Hoforgelbauer. Damit hatte sein Sohn das Vorrecht zum Bau aller neuen Orgeln und zur Reparatur der Orgeln im Bereich Katzenelnbogen und in der Herrschaft Eppstein. Die Orgelwerkstatt wurde bis in die 3. Generation bis 1836 fortgesetzt.

Volker Becker stellt in Niedertiefenbach hauptsächlich amerikanische Literatur vor, wie „Three Organ Meditaitons,  „Jesus walked this LOnesome Valley“ in „O Perfecz Love“. Das Besondere an der Niedertiefenbacher Orgel ist, dass hier an der Seite ein Zimbelstern eingebaut ist. Der Zimbelstern ist ein Instrument, das kleine Glocken als Begleitung der Orgelmusik anschlägt. In der barocken Periode war der Zimbelstern auch ein Mischung - Halt.

Weiter ging die Reise nach Kördorf zu der Schölerorgel aus dem Jahr 1767 mit ihren 12 Registern. Der Schwerpunkt lag hier auf den verschiedenen Registern, die von Dekanatskantor Markus Ziegler anhand der verschiedenen Orgelkompositionen vorgestellt wurden. Zu Gehör kamen Werke von  Johann Pachelbel, die Partita über den Choral „Was Gott, das ist wohlgetan“, oder das Largetto von Georg Friedrich Händel oder der Marsch – Rigadoon mit Minuett vo Henry Percull. Aus dem Rahmen fiel hier die Halleluja Suite von Gustav Gunsenheimer.

Auf der letzten Station in Klingelbach fand eine „Wochen-Ausklangs-Andacht mit Orgelklängen“ statt. Marianne Schröter begrüßte auch hier die Besucher und Uwe Weiland erläuterte hier den Aufbau der Orgel. Nicht wie in den beiden anderen Kirchen ist in den Kirchenbüchern hier wenig über die Arbeit zu lesen. Die Orgel wurde 1885 von dem Orgelbauer Voigt restauriert, das zweite Manual eingebaut. Die Prospektpfeifen, die 1917 in den Kriegszeiten abgeben werden mussten, wurden 1923 wieder ersetzt.


Dann begann der Gottesdienst, der liturgisch von  Anja Beeres, Präses des neuen Dekanates „Nassauer Land“ begleitet wurde.  Als Leitthema hatte  sie sich die Abendlieder ausgesucht.
Organist war hier der Simultanorganist des Altenberger Domes Christian Heck, der die Andacht an der von 1790 bis 1792 erbauten Schölerorgel mit ihren 22 Registern mit  „Der Mohrentanz“ von Tylmann Susato begann. Zwischen den Gebeten von Präses Anja Beeres trug Christian Heck aus den Flötenstückchen Hob. XIX von Joseph Haydn drei Stücke vor. Auch  das Präludium und Fuge op. 37 von Felix Mendelssohn – Bartholdy, das 1837 in England veröffentlich wurde, trug er vor.

Die einstreuten Gemeindelieder begleitete Uwe Weiland an der Orgel wie „Herr bleibe bei uns“.
Anhand des Liedes von Matthias Claudius  „Der Mond ist aufgegangen“, ist inzwischen auch zum Kirchenlied geworden, da es sich inhaltlich auf die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen bezieht.  Präses Anja Beeres trug dazu nachdenkliche und erläuternde Gedanken  zwischen den Strophen, die von der Gemeinde gesungen wurden, vor.  Den Abschluss am Schluss einer beeindruckenden Orgel Wanderung durch den Einrich setzte Christian Heck mit dem Orgelkonzert in C-dur von Christian Friedrich Rüppe.

Sigrid Baumann


Klingelbacher Kirchen Konzert

Text und Foto: Sigrid Baumann

Ein schöneres Muttertagskonzert als „Bach auf 4 Saiten“ hätte man sich nicht vorstellen können. Zu Gast in der evangelischen Kirche zu Klingelbach  im Rahmen der Kirchenkonzerte war der 17-jährige Geiger Ludwig Balser.

Sein Vater ist der bekannte Pianist Uwe Balser, der auch durch das Programm führte. Dankbarer Applaus war dem jungen Musiker sicher, als er zwei Sonaten und zwei Partiten von Johann Sebastian Bach für Violine solo vortrug.
Ludwig Balser ist schon mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet und mit seinem sicheren Bogenstrich lässt er auf der wertvollen Geige des Mainzer Geigenbauers Johann Diehl gekonnt dessen voluminösen Ton erklingen. 

Die Sonaten und Partiten für Violine solo umfassen sechs Werke, die auf jede Begleitung verzichten in einer polyphonen Schreibweise in der eine Mehrstimmigkeit auf einem einzigen Instrument erzeugt wird. Entstanden sind die  Werke in der Zeit von 1717 bis 1723 als Bach in Köthen wirkte. In dieser Zeit sind auch die Brandenburgischen Konzerte entstanden.
Während die 1. Sonate und die 1. Partita Weihnachten gewidmet ist, hörte man aus der 2. Sonate, die hier zum Vortrag, kam die österliche Freude heraus. Interessant ist auch, dass in den Sonaten bekannte Choräle versteckt sind.  
Die 2. Sonate in A-Moll umfasst vier Sätze, Grave, Fuge, Andante und Allegro und lässt schon die Begabung des jungen Musikers erkennen, der Stilsicher und konzentriert sein Instrument beherrscht. Er schien eine Symbiose mit seinem Instrument einzugehen, so vertieft war er sein Spiel.  

Die Partita 2 die nun folgte ist in D- Moll geschrieben. Eine Partita ist eigentlich eine Kunstform und besteht aus fünf Tanzsätzen. Seit dem 17. Jahrhundert wird die Bezeichnung Partita auch für Instrumentalstücke im Sinne einer Suite verwendet.
Die vier Sätze der Partita 2, Allemande, Courante, Sarabande und Gigue nahmen die Zuhörer sofort in ihren Bann. Allerdings ist der Partita 2 noch ein fünfter Satz hinzugefügt, die Chaconne. Sie übertrifft alles und beinhaltet alle Seelenzustände von aufwühlend bis besänftigend. Von ihr heißt  es: “Die Chaconne ist nicht nur einer der größten Musikstücke, die je geschrieben wurde, sie ist ein geistig starkes Stück, emotional, kraftvoll und strukturell perfekt“. Sie verlangt dem Violinisten nicht nur eine geniale Spielweise sondern auch eine körperliche Leistung ab. Langanhaltender  Applaus dankte dem jungen Ludwig Balser, von dem man sicher noch hören wird,  für sein solch ausdruckstarkes Spiel.
Sigrid Baumann


Klingelbacher Kirchen Konzert

Ein festlich-virtuoses Orgelfeuerwerk führte die Besucher der evangelischen Kirche zu Klingelbach in das neue Jahr. Zu Gast war zum dritten Mal Detlef Steffenhagen. Der international tätige Konzertorganist hatte sein Konzert unter das Motto:“ Pomp and Circumstances“ gestellt.

War auch der überwiegende Teil des Konzertes  ganz auf die Musik aus England eingestellt, so begeisterte doch die Toccata und Fuge d-moll von Johann Sebastian Bach zu Beginn immer wieder.
Das virtuose Spiel Steffenhagens führte die Gäste auf eine Fahrt auf der Themse mit Georg Friedrich Händels „Wassermusik“. in die Romantik führte „Carillon de Westminster“, das Louis Verne in Notre Dame, Paris erklingen ließ. In der Komposition wird das Glockengeläut von Westminster zum Klingen gebracht.  Steffenhagen ließ die Töne langsam erklingen damit kein Nachhall erzeugt wurde.
Der „Trumpet Marsch“ von Jeremiah Clarke wurde bei der Hochzeit von Lady Di gespielt und ist daher vielen in Erinnerung.  

Augenzwinkernd erschienen die Variationen über „God save the King“, die Nationalhymne Englands aus der Feder des damals  erst 17-jährigen Charles Ives, teils heiter und verspielt, mal ausdruckstark. Darin laufen teilweise zwei Tonarten parallel.
Quasi als Wiedergutmachung für so eine  lustige  Variation ertönte „Rule Britannia“. Dieses Lied gilt als inoffizielle Nationalhymne Englands von dem Komponisten Thomas Augustine Arne und wurde erstmals auf dem Landsitz des Prince of Wales Friedrich Ludwig von Hannover zum ersten Mal gespielt.
Die Klangfarben, die Detlef Steffenhagen mit wechselnden Registern aus der Schölerorgel zaubert faszinieren  jedes Mal aufs Neue. Kein Geringerer als Franz Liszt hat eine Orgelfassung für den Pilgerchor aus der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner geschrieben und so erfreute auch dieses Genre die Zuhörer aufs Beste.
Zurück in England ertönten  Variationen zweier britischer Volkslieder und nahmen die Gäste in der Kirche mit in die Highlands mit dem Gefühl Duddelsackmusik zu hören. 
Schon ging das Konzert seinem Ende entgegen und mit „Pomp and Circumtances“ von Edward Elgar schloss sich der Reigen, ein Marsch, der bei Abschlussfeiern in Amerika gespielt wird und die Zuhörer im Takt schwingen ließ.
„Sortie“ von Louis Lefèbure – Wèly, ist ein Beispiel dass die Straßen- und Opernmusik Einzug in die Kirche bei der Heiligen Messe hielt und oft zum Ausklang gespielt wurde. Doch bevor Detlef Steffenhagen noch eine Zugabe spielte, wünschte Marianne Schröter im Namen des Kirchenvorstandes allen Anwesenden ein gutes Neue Jahr und unterstrich dies mit dem besinnlichen Gedicht und gab ihnen gute Gedanken mit auf den Nachhauseweg mit dem „Nachweihnachtsengel“.
Sigrid Baumann
Bild: Zum dritten Mal erfreute Detlef Steffenhagen die Besucher in der evangelischen Kirche zu Klingelbach mit einem festlich-virtuosen Orgelkonzert.

Herzlichen Dank an Sigrid Baumann, die uns den Text und das Foto zur Verfügung gestellt hat.


Wir ziehen den Hut ...

2Flügel präsentierten am 07. November 2015 in der Ev. Kirche in Klingelbach ihr neues Bühnenprogramm: Lieblingslieder & Geschichten aus aller Welt „WO AUCH IMMER“. Veranstalter war das Ev. Dekanat Diez.

Christina Brudereck ist Theologin und Schriftstellerin. Sie verbindet Kultur, Politik und Theopoesie und liebt es Geschichten zu erzählen. Benjamin Seipel ist Pianist und Dozent an der Hochschule für Musik in Köln. Seine Improvisationen sind inspiriert von Soul, Jazz und Klassik, Kinderliedern und Hymnen.
Zusammen sind sie 2Flügel und präsentierten uns gleichzeitig Lesung und Konzert.

Eine volle Kirche zeigte, wie sehr sich viele Menschen auf diesen Abend mit 2Flügel gefreut hatten. Die nette Begrüßung mit den gebackenen Flügeln, mit denen Marianne Schröter vom Kirchenvorstand die Besucher überrascht hatte, zauberte schon vielen ein Lächeln ins Gesicht. Wie wunderbar und außergewöhnlich schön dieser Abend mit Christina Brudereck und Ben Seipel werden würde, konnte noch kaum einer ahnen:
Lieblingslieder & Geschichten aus aller Welt „WO AUCH IMMER“
Das Leben ist wie eine Reise. Und jede Reise beginnt da, wo man gerade ist.

Und so nahmen uns 2Flügel mit auf eine ganz besondere Reise durch die Welt und wieder zurück in die Heimat.
Die Texte von Christina Brudereck, die sie mit ihrer charismatischen Stimme vortrug, brachte uns in ferne Länder. Ben Seipels Musik, die er meisterhaft am Flügel darbot, dazu sein Gesang erreichten die Herzen des Publikums und alle fühlten sich mittendrin:
Wie reisten zu Nelson Mandela in Südafrika, wo wir erlebten, wie "der Wind sich dreht" und wo wir ein Glück nachempfinden konnten, das einem keiner mehr nimmt.

In der Phantasie ging es weiter nach New York, Birma, Bethlehem und wieder nach Hause. Dass wir immer mitreisen konnten, lag an den Lieblingsliedern und -geschichten von Christina Brudereck und Ben Seipel.
Die Geschichten waren engagiert, fröhlich, teilweise zum Schmunzeln, erstaunlich, verblüffend, sehr berührend, nachdenklich und immer voller Hoffnungen und Lebensfreude.
Wir dachten an die Reisenden auf der Flucht, schauten zum Himmel zu den Sternen, stöberten in dem kleinen Bücherladen in Jerusalem, staunten über Zungenbrecher, wunderten uns über Gegensätze und Fürsätze, lehnten uns mit Christoph Schlingensief an einen Baum, folgten dem Tramp Charly Chaplin - und genossen in vollen Zügen dieses außergewöhnliche Bühnenprogramm.

Viele aktuelle Probleme wurden in den Geschichten und Liedern von 2Flügel angesprochen - immer verbunden mit Lebensfreude und Hoffnung.
Die Musik von Ben Seipel gab dem Publikum die Zeit und Muße sich damit zu beschäftigen und eigene Lösungen anzudenken.
Das Lied "In meinem Leben" ging noch einmal tief ins Herz. Alle Zuhörer waren restlos begeistert, gingen mit einer tiefen Zufriedenheit und einem Lächeln nach Hause.

Weitere Fotos gibt es im Fotoalbum

Besuchen Sie die Homepage von 2Flügel.

Wir ziehen den Hut vor Christina Brudereck und Ben Seipel und bedanken uns für diese wunderbaren Stunden:
Ihr schreibt so schön, ihr sprecht so schön, ihr spielt so schön, ihr singt so schön.

Das außergewöhnliche Konzert wurde abgerundet durch einen außergewöhnlicher Gottesdienst am
Sonntag, dem 8. November 2015 um 10.30 Uhr in der Ev.Kirche in Klingelbach

Frau Christina Brudereck ist Theologin. Sie übernahm die Liturgie und die Predigt in diesem Gottesdienst und Ben Seipel erfreute am Flügel mit seiner Musik und seinem Gesang.


Gedanken zum 2. Klingelbacher Kirchen Konzert am 29.März 2015

Zitat von Karl Barth (Ev.Theologe) „Ich bin nicht sicher, ob die Engel, wenn sie im Lobe Gottes begriffen sind, gerade Bach spielen. Ich bin sicher, dass sie, wenn die unter sich sind, Mozart spielen, und dass Ihnen dann der liebe Gott besonders gerne zuhört.“

Beim zweiten Klingelbacher Kirchen Konzert war das Organisten- Ehepaar Iris und Carsten Lenz aus Wiesbaden zu Gast an der Schöler-Orgel. Auf dem Programm standen ausschließlich Werke von W.A. Mozart für 4 Hände und 4 Füße. Für die zahlreichen Besucher war es ein besonderes Erlebnis Mozartsche Orgelwerke gekonnt und überzeugend zu hören und zu sehen. Das Orgelspiel der beiden Musiker/in wurde auf eine große Leinwand im Altarraum übertragen und brachte dadurch einen besonderen Einblick in das Zusammenspiel von vier Händen auf der Tastatur und den vier Füßen auf den Pedalen, zusätzlich noch das Ziehen der Register und Umblättern der Notenblätter.

Auch der Geschmackssinn der Zuhörer wurde angeregt durch Bonbons, die passend zu einzelnen Musikstücken angeboten wurden. Durch Informationen und amüsante Beiträge von Carsten Lenz zu Mozarts Werken wurde die Orgelmatinee am Spätnachmittag sehr kurzweilig und unterhaltsam. Die Besucher waren begeistert und belohnten das Ehepaar Lenz mit anhaltendem Beifall, dem natürlich eine Zugabe „Türkischer Marsch“ folgte.

Herzlichen Dank an Sigrid Baumann, die uns das Foto zur Verfügung gestellt hat.


Beim 6. Neujahrskonzert in Klingelbach erklang die Königin der Instrumente

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Jürgen Schmidt begann für die Besucher in der Evangelischen Kirche zu Klingelbach ein sicher unvergessliches Erlebnis in der Weihnachtszeit. Im Angesicht des Sterns und der grandiosen Krippenlandschaft geriet das Orgelkonzert mit Christian Heck zu etwas ganz Besonderem. Die Heiligen drei Könige, noch auf dem Weg zur Anbetung Jesu an der Krippe im Stall zu Bethlehem, verweilten eine Stunde, um dem Spiel des Organisten zu lauschen.

Festliche Orgelmusik aus verschiedenen Epochen stand im Programm. Christian Heck ist Honorarorganist am Dom zu Altenberg. Das erste Stück des Konzertes „The Prince of Denmark's March“ war von Jeremiah Clarke. Sehr bekannt ist das für Männerchöre umgeschriebene Stück unter dem Titel „Lobt den Herrn der Welt“.

 „Das Trompetensolo am Anfang war eine Zugabe von mir“, so Christian Heck, das alles macht die Orgel möglich. Die Schöler-Orgel in der Kirche zu Klingelbach lobte der Organist: „Der alte Bach hätte gesagt, das ist ein vortreffliches Instrument“.

Englische und französische Barockmusik aus verschiedenen Jahrhunderten – eine Abfolge besonders schöner Orgelmusik, die immer, aber vielleicht noch mehr in der Weihnachtszeit, die Herzen der Menschen berührt. Aus dem Werk des französischen Komponisten Jean Francois Dandrieu und „Trois Noels“ spielte er Chantons je vous prie, Tous les Bourgeois de Chatres und A Minuit fut fait un Revell, aus Guillaume Lasceux „Simphonie concertante“ die „Offertoire“, das Allegro maestoso, das Larghetto con espressione und das Rond-Allegretto von Christian Friedrich Rüppe, Felix Mendelssohn Bartholdys Präludium und Fuge G-Dur, von Josef Gabriel Rheinberger „Cantilène F-Dur“ und zum Abschluss das „Toccata per organo al Postcommunio“ von Pierre Bandini.

Die Gäste in der Kirche zu Klingelbach verlangten nach einer Zugabe. Aus dem „Messiah“ von Georg Friedrich Händel spielte Christian Heck den berühmtesten Satz des Oratoriums,  das „Halleluja“, das den zweiten der drei Teile beschließt. Vielleicht  wäre es schön gewesen, die großartige Abfolge der einzelnen Stücke mit einer kleinen Hinführung zu beginnen, so wie es die Besucher der Kirchen- und Neujahrskonzerte in der Klingelbacher Kirche schon erleben konnten. Aber, der Abend war ein Erleben guter Orgelmusik und dessen was möglich ist, was dieser sehr gute Organist der Orgel abverlangen kann:   Starke Rhythmen, beschwingte Melodien, emotionale Passagen und das  natürlich großartige Finale. Bei den sehr schönen Schlagsequenzen wippten viele Fußspitzen in den Kirchenbänken mit.

Herzlichen Dank an Uschi Weidner, die uns Text und Foto zur Verfügung gestellt hat.

„Und wieder naht der heil’ge Stern“

Unter diesem Motto fand am 29. November, dem Vorabend zum 1. Advent, in unserer stimmungsvoll geschmückten und von Kerzen erleuchteten Kirche eine musikalische Adventsandacht mit Geschichten und Gedichten statt. Gestaltet wurde die Andacht von Cantemus unter der Leitung von Thomas Leber, organisiert von Marianne Schröter. Um 18 Uhr zog der Chor mit einem Kanon in die Kirche ein. Nach einem ersten Vortrag des Flötenquartetts und der Begrüßung der Gemeinde durch Pfarrer Schmidt begann der Chor mit den Liedern „Machet die Tore weit“, „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Alta Trinita Beata“. Danach erzählte Jürgen Hoder die Geschichte des Adventskranzes. Der wurde nämlich 1839 von dem evangelisch-lutherischen Theologen und Erzieher Johann Hinrich Wichern „erfunden“. Wichern betreute Kinder, die in großer Armut lebten, in einem alten Bauernhaus. In der Adventszeit fragten die Kinder immer wieder, wann denn nun endlich Weihnachten sei. Da baute er aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 24 Kerzen, 20 kleine für die Wochentage und vier dicke für die Adventssonntage. Jeden Tag wurde eine Kerze mehr angezündet, so dass die Kinder sehen konnten, wie lange es noch bis Weihnachten dauerte. Später wollten viele Menschen auch so einen Kranz, aus Platzmangel in den Wohnungen wurde er dann kleiner gemacht und mit vier Kerzen für die Sonntage im Advent bestückt. Am Adventskranz in der Kirche wurde die 1. Kerze angezündet, begleitet von einem Gedicht, das vier Kinder bzw. Jugendliche vortrugen. Im weiteren Verlauf der sehr schönen Andacht wechselten sich Bibel- und besinnliche Texte, Flötentöne und Chorgesang ab. Auch das Orgelspiel von Uwe Weiland trug zu einem stimmungsvollen Gesamterlebnis bei, sowohl bei der Begleitung der Gemeindelieder, als auch bei Einzelstücken. Nach dem gemeinsamen Vater Unser und dem Segen von Pfarrer Schmidt sang Cantemus zum Abschluss „O du stille Zeit“ und zog zum Orgelnachspiel aus der Kirche aus.

Draußen hatte die Singgemeinschaft Klingelbach in bewährter  Weise alles vorbereitet für ein adventliches Beisammensein mit offenem Singen. Es gab Glühwein, heißen Apfelsaft und Würstchen zur Stärkung. Die Singgemeinschaft brachte im Wechsel mit Cantemus Adventslieder, Texte und Gedichte dar. Bei Musik und Gesprächen klang ein schöner Abend langsam aus. Ein wunderbarer Einstieg in die beginnende Vorweihnachtszeit!
Text: Marina Egert


Ulli Kimpel zu Gast in der Klingelbacher Kirche am 14. 11.2014

Ulli Kimpel und Daniel Stelter boten Anrührendes im Rahmen der Klingelbacher Kirchenkonzerte

Geboren wurde Ulli Kimpel 1968 in Katzenelnbogen. „Ich habe mich lange Zeit erfolgreich davor gedrückt, über meine Heimat zu schreiben und hier zu lesen“, so der Autor zweier Bücher. Die Eintrittskarten, vorbereitet von Marianne Schröter  auf einem liebevoll ausgestanzten Herbstblatt, versehen mit einem Herbstgedicht des Künstlers, reichten nicht.

Marianne Schröter freute sich in ihrer Begrüßung darüber und dass so viele Menschen gekommen waren, um einen Freund, einen Schulkameraden wiederzusehen. Viele von ihnen hatten ihn seit der gemeinsamen Schulzeit nicht gesehen.
Ulli Kimpel las aus seinen Büchern „Tausend Regen“ und „Einundzwanzig“ – begleitet von Daniel Stelter auf der Gitarre. Die Kombination war einzigartig. Die gefühlvollen lyrischen Texte seiner Gedichte, Songtexte und Kurzgeschichten rührten an und zeugten von tief empfundenen Gefühlen, manchmal auch von Melancholie.

 
„Wiedersehen wo? So könnte der Titel seines ersten Gedichtes lauten, das er vortrug. „Ich bin froh, dass der Zug auch in Katzenelnbogen, der keinen Bahnhof mehr hat, angehalten hat. Sie sind alle eingestiegen und wir wollen miteinander eine Weile Zug fahren, Lieder, Gedichte und Geschichten hören“. Das wollten die Besucher gerne. 
Über eine bunte Vielfalt von Themen hatte  der Autor nachgedacht und seine Gedanken darüber in seinen Texten untergebracht. Liebesgeschichten, die Zeit, Veränderungen, der Abschied und zu lernen, damit umzugehen.

 

Hier berührte er sein Publikum mit einem Lied für seine
17-jährige Tumor-Patientin Julia, die er betreute und mit der er darum kämpfte, dass sie wieder laufen konnte, bevor sie sterben musste. „Gestern sprach der Wind“, geschrieben für Julia und ihre Schwester Kim. „Was kann ein Gedicht schöneres werden als ein Lied?“
Immer wieder trug Daniel Stelter die Gedichte in eigenen Kompositionen in Liedern vor. Er ist Jazz-Gitarrist, begleitete in der Kirche in Klingelbach Ulli Kimpel einfühlsam in einer eigenen Klangsprache. CD's gibt es von Daniel Stelter mit dem Titel „Krickel Krackel“ oder „Little Planet“ (kommt demnächst).
Daneben tritt er gegenwärtig als Gitarrist in der neuen  Sendung von Xavier Naidoo “Sing meinen Song-Das Tauschkonzert“ auf.

 

Die Lieder nach der Pause bezeichnete Ulli Kimpel als „eine persönliche Mutprobe in meiner Heimat“. Die Menschen, die ihn kennen, verstanden ihn. Lieder wie „Jemand“, „Papierflieger“ - mit der Sehnsucht nach vergangenen Tagen, „Die Heimat“ oder „Heimathimmel“ oder „Es lebe die Melancholie an den Gräbern und Kreuzen“ berührten sein Publikum und passten hervorragend in die herbstliche Zeit. Melancholie - bei Familie und Freunden, Kollegen und Patienten ist er bekannt für sein ausgeglichenes, geselliges und lebenslustiges Wesen.  So steht es im Vorwort seines ersten Buches. Mehrere seiner Kollegen aus der Klinik in Sinsheim, in der er praktiziert, begleiteten ihn nach Klingelbach. Das eine kann ohne das andere vielleicht nicht sein.

Auf vieles, was wir tagtäglich erfahren und sehen, warfen die Texte einen besonderen Blick. Er fand Worte, die in die Tiefe gingen und Zeit brauchen, sie aufzunehmen, ja, sie auch gedanklich zu verarbeiten. Marianne Schröter, die das Publikum auch verabschiedete, war sicher, dass der eine oder andere Besucher für Scheinbares und Unscheinbares wacher und aufmerksamer wurde.

Text: Uschi Weidner

Fotos: Joachim Kimpel

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