Chronik

Vergangen - aber nicht vergessen

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Archiv 2017

 

Bartholomäusmarkt 2017

Text und Fotos: Astrid Vent

Wie in jedem Jahr findet im Moment unser Einricher Heimatfest, der Bartholomäusmarkt statt. Traditionell gehört auch der ökumenische Zeltgottesdienst am Sonntagmorgen dazu. Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom, Pastor Benjamin Römer und Bruder Friedrich gestalteten diesen, immer etwas besonderen, Gottesdienst unterstützt vom Posaunenchor und erstmals auch vom MGV Katzenelnbogen. Pfarrerin Peereboom und ihre Kollegen freuten sich über die zahlreichen Besucher, die wohl, wie letztes Jahr von ihr vorgeschlagen, jeder noch einen Besucher mitgebracht haben und dadurch die Besucherzahl verdoppelt hätten.

Das Motto unseres diesjährigen Marktes lautet  „Mobil-zu Lande, zu Wasser & in der Luft“. So drehten sich auch die Ansprachen um dieses Thema und es ließen sich auch kirchliche Sichtweisen dazu hören, die zum Nachdenken anregten. Auch die Kollekte wird für ökumenische Projekte verwendet werden.
Das Quartett der Posaunen spielte  altbewährt sehr schöne Weisen. Die Teilnahme des uns ebenfalls allen schon bekannten Männergesangvereins zeigte eine mal etwas andere Seite. Besonders berührend fand ich das gesungene „Vater Unser“, das ich auf diese Art und Weise noch nicht gehört hatte. Mit dem Segen für den Markt und all seine Besucher, sowie einem gesungenen Ausklang endete dieser Gottesdienst, der für Bruder Friedrich wohl der letzte sein wird.

Sonntagnachmittags folgt ebenfalls traditionell der Umzug durch Katzenelnbogen. Im Reformationsjahr war auch hier die evangelische Kirchengemeinde mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vertreten. Das Motto „Luther bewegt die Welt“ lag in diesem Jahr geradezu auf der Hand. Man sah bei Jung und Alt lachende, fröhliche Gesichter, die ihren selbstgestalteten Wagen begleiteten. Eine genaue Betrachtung der folgenden Fotos zeigt das selbstredend. Ich denke, es hat allen Teilnehmern der Gruppe und auch den Zuschauern sehr gut gefallen.

Wir wünschen allen Besuchern auch weiterhin schöne fröhliche Markttage!
Astrid Vent

 

Auf Gott gebaut ist gut gebaut

Das Gemeindefest der Evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach wurde diesmal  - ein wenig anders als sonst - im Rahmen der Einweihung des Klingelbacher Dorfgemeinschaftshauses gefeiert. Viele Menschen waren der Einladung gefolgt und begannen das Fest am letzten Sonntag, dem 25. Juni 2017 mit einem Gottesdienst.

Pfarrerin Dr. Peereboom erläuterte in ihrer Predigt wie wichtig ein stabiles Fundament ist. Der Posaunenchor spielte und auch die Kleinen des Kindergottesdienstes machten dabei mit. Sie umrahmten die Psalmverse mit „Halleluja, preiset den Herrn“ und führten passend zum Thema „Bauen“ einen Tempeltanz vor.
Nach dem Mittagessen und dem anschließenden offiziellen Teil mit den Festreden sorgte ein abwechslungsreiches Programm für Unterhaltung.

Um Kaffee und leckere Kuchen kümmerte sich die evangelische Kirchengemeinde Klingelbach. Das gute Wetter tat ein Übriges und so saß man gerne und lange zusammen, freute sich über das wunderbar renovierte Dorfgemeinschaftshaus und das gelungene Fest.

Pfingsten 2017

Die Kirche sind wir! - Vom Priestertum aller Gläubigen
So lautete der Titel des Pfingstgottesdienstes, der gleichzeitig als Sonntagabend-Gottesdienst zum WochenAusklang gefeiert wurde.

Er ist eigentlich schuld daran, dass nicht nur ich sondern auch viele andere Gottesdienstbesucher erstaunt vor dem geschlossenen Haupteingang unserer Kirche standen. Mit einem Schild an der Tür wurden wir höflich darauf hingewiesen, dass dieser Eingang nur für die Geistlichen vorgesehen sei und alle anderen bitte die Kirche durch den Seiteneingang betreten sollen. Ich will gar nicht wiederholen, was mir in diesem Moment durch den Kopf ging, aber ich kehrte brav um und ging durch den Seiteneingang.

Eigentlich hätte ich es ja besser wissen müssen! Hatte ich doch selbst vor Wochen das Plakat für die Ankündigung des Gottesdienstes gestaltet und mich dabei mit Luthers Satz, einem Kernsatz der Reformation, ausführlich beschäftigt!

Immer noch nachdenklich wegen der Sache mit der Tür saß ich auf meinem Platz in der Kirche und suchte nach Gründen, warum wir heute einen anderen Eingang nehmen sollten. Leider konnte ich die Lutherfigur von meinem Platz aus nicht direkt sehen, sonst wäre mir vielleicht schon etwas früher eingefallen, was unsere Pfarrerin im Sinn hatte.

Natürlich hätten wir alle durch die für die Geistlichen vorgesehene Tür gehen können/dürfen/sollen!

Die Kirche sind wir! - Alle Gläubigen sind Priester!

Was mit diesem Satz gemeint ist, machte uns Pfarrerin Dr. Peereboom in ihrer Predigt an mehreren Stationen mehr als eindrucksvoll deutlich:
am Taufbecken, auf der Stehleiter, an den Abendmahlskelchen.

Damit die Gläubigen ihre Gabe bzw. Aufgabe als Priester erfüllen können und sich davon nicht überfordert fühlen, brauchen sie unbedingt Pfarrer an ihrer Seite, ihre Kompetenz und ihre Hilfe.

Nach dem gemeinsamen Abendmahl, dem gesungenen Segen und Uwe Weilands Orgelnachspiel verließ ich die Kirche mit dem "Wind of Change" im Ohr und im Herzen. Frohe Pfingsten!
Brigitte Winkenbach

Gottesdienst zum Wochenausklang am 7. Mai 2017

Hast du Töne?
Lieder und Klänge der Reformation

So lautete der Titel dieses Sonntagabendgottesdienstes zum Wochenausklang. Viele Besucher waren gekommen, auch Martin Luther selbst war als Playmobilfigur anwesend. Der Reformator hätte seine Freude an diesem musikbetonten fröhlichen Gottesdienst gehabt. Die hatte aber auch die Gemeinde, die am Ende nach dem - gesungenen - Segen beschwingt die Kirche verließ.

Auch wenn wegen Erkrankung einige Musikanten fehlten, so zeigten dafür die Anwesenden großen musikalischen Einsatz bei ihren Vorträgen mit Flöte, am Keyboard, an der Orgel, am Akkordeon, beim Chorgesang. Doch auch die Gemeinde ließ kräftig ihre Stimmen erklingen.
In Gedichten von Luther, durch Erklärungen zu den einzelnen Liedern, in Worten der Neuen Testamentes wurde immer wieder klar, welch große Bedeutung die Musik für die Menschen, für die Gemeinde und den Glauben hat.

Osternacht 2017

Impressionen der Osternacht in Klingelbach
Osterfeuer vor dem Friedenskreuz - Flötenspiel unterm Ahorn - Lesung - Gesang von Cantemus - Einzug in die Kirche - Orgelspiel - szenische Lesung - Einzug der Osterkerze - das Weitergeben des Lichts - Andacht - Tauferinnerung - Gebet - Segen - und am Ende stehen wir mit Cantemus im Morgen

Unser Ostergottesdienst, der immer bei Dunkelheit beginnt und uns später aus der Kirche ins helle Licht führt, hat uns die Osterfreude gebracht:

Surrexit Christus - er ist wahrhaftig auferstanden

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Ma(h)l anders - Feierabendmahl am Gründonnerstag

Es hat eine lange Tradition - doch für die meisten der Gottesdienstbesucher war es etwas ganz Neues: das Feierabendmahl, ein Gottesdienst mit vielen Möglichkeiten der Kommunikation. Viele waren der Einladung gefolgt und brachten kleine Leckereien mit, die sie mit andern teilen wollten. Schnell waren die Tische besetzt und jeder hatte seine Kerzen angezündet.
Es war ein Abendmahl, das Leib und Seele wirklich satt machte: Miteinander Musik hören, singen und beten, miteinander essen und trinken, miteinander reden, auch über ernste Dinge, einander das Brot des Lebens und den Kelch des Heils reichen, sich gemeinsam erinnern an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte.

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Jubiläumskonfirmationen

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Herzliche Glückwünsche und Gottes Segen zur

Gnadenkonfirmation (70 Jahre)

Eisernen Konfirmation (65 Jahre)

Die Hand unseres Gottes
ist zum Besten über allen,
die ihn suchen. (Esra 8, 22)

Goldenen Konfirmation (50 Jahre)

 

Expedition zur Freiheit – In 40 Tagen durch die Reformation

Das Begleitbuch „Expedition zur Freiheit“ ludt ein zu einer einzigartigen Entdeckungsreise: mitten hinein in diese inspirierende Welt der Reformation und die Kunst der „Erneuerung“. Vor allem aber zeigte sie, wie aktuell Luthers Freiheitsliebe heute noch ist und wie man den eigenen „Gebundenheiten“ mutig auf die Schliche kommen kann.
Anhand biblischer Erzählungen,  kluger Glaubenstexte und biographischer Kurzgeschichten lernten wir in 40 Tagen die Kerngedanken Martin Luthers und seiner Wegbegleiter kennen.
Foto: Eines der Klingelbacher Expeditionsteams

Von dieser Möglichkeit machten die Evangelischen Kirchengemeinden Ackerbach-Rettert, Dörsdorf-Reckenroth, Klingelbach und Kördorf sowie die Evangelische Gemeinschaft Katzenelnbogen während der Passionszeit in jeweils individuell auf die jeweilige Gemeinde zugeschnittenen Formaten Gebrauch.
Täglich wurde ein Kapitel im Begleitbuch gelesen und bei den regelmäßigen Treffen in den Gesprächskreisen gab es in angenehmer Atmosphäre einen regen Gedankenaustausch.
Foto: Gestaltung eines (kleinen) Raums mit Bibeltexten

Die „Expedition zur Freiheit“ endete am Palmsonntag, den 9. April 2017, mit einem gemeinsamen Abendmahlsgottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinden in der Evangelischen Kirche in Kördorf.
Einige Teilnehmer erzählten von ihrer Zeit mit dem Buch, vom guten Austausch in den Gesprächen der Kleingruppen, den vielen positiven Erfahrungen während der "Expedition".
Nach dem Gottesdienst war vor der Kirche ein leckerer Imbiss vorbereitet und man genoss das Zusammensein und das herrliche Wetter.


Einricher Kirchengemeinden starten zur "Expedition zur Freiheit"

Mit einem gemeinsamen Gottesdienst in Rettert haben die Ev. Kirchengemeinden ihren Glaubenskurs "Expedition zur Freiheit" begonnen.
Die Pfarrerinnen Antje Dorn, Dr. Anneke Peereboom, Pfarrer Andreas Becker und Pastor Benjamin Römer näherten sich in Gedanken, Gebeten und Liedern dem Thema "Freiheit" an, wobei mehrfach auch Martin Luthers Perspektive zu diesem Thema anklang. Seine Theologie wird in den kommenden 7 Wochen der Passionszeit, in denen sich die Kirchengemeinden mit dem Begleitbuch "Expedition zur Freiheit" auseinandersetzen, im Mittelpunkt der Gesprächskreise und Gottesdienste stehen.

Dass es dabei nicht nur um kluge Gedanken sondern auch um die gute Gemeinschaft untereinander geht, durften die Teilnehmer beim anschließenden Umtrunk mit Fingerfood bereits erleben. Wir sind gespannt, was in den nächsten Wochen auf uns zukommt!

Idealerweise liest man
von Aschermittwoch an
jeden Tag einen Text
aus dem zugehörigen Buch „Expedition zur Freiheit“.

Die „Expeditionstermine Klingelbach“ finden jeweils im evangelischen Gemeindehaus statt

am 02.3. um 20 Uhr

Thema „GNADE“

am 06.3. um 20 Uhr

Thema „GLAUBE“

am 13.3. um 20 Uhr

Thema „CHRISTUS“

am 20.3. um 20 Uhr

Thema „BIBEL“

am 27.3. um 20 Uhr

Thema „KIRCHE“

am 04.4. um 20 Uhr

Thema „FREIHEIT“

 

Gemeinde-Aktion „Expedition zur Freiheit“

Zum 500. Jubiläum der Reformation laden evangelische Kirchengemeinden im Einrich alle Interessierten zum Glaubenskurs „Expedition zur Freiheit“ ein:

40 Tage „Expedition zur Freiheit“ – Eine Einladung für Sie!
„Freiheit“ – dieser Gedanke ist die zentrale Entdeckung und die ganze Leidenschaft Martin Luthers: Frei sein von einengenden Strukturen, fragwürdigen Gottesbildern und zerstörerischen Ängsten. Die unbändige Sehnsucht nach Freiheit wird für den unbändigen Theologen zur Keimzelle der Reformation – und damit zum Beginn einer neuen Zeit.

500 Jahre nach Luther spüren wir immer noch die Sehnsucht nach Freiheit in uns. Was sind das für eigene „Gebundenheiten“, die uns in unserer Freiheit beschränken? Wie können wir mehr innere Freiheit erlangen? Und wie und wofür können wir sie nutzen? Diesen und vielen anderen spannenden Fragen werden wir gemeinsam auf den Grund gehen.

Und wie können Sie bei dieser Expedition mitmachen?

1. Die 7 Gottesdienste besuchen!
Wir starten mit der 40 Tage Aktion am Sonntag, den 19. Februar 2017, um 18 Uhr im Gottesdienst in Rettert zusammen mit anderen ev. Kirchengemeinden im Einrich. Nehmen Sie sich vor, für die Dauer der Aktion möglichst jeden der 7 themengebundenen „Reformations“-Gottesdienste zu besuchen, die wir teilweise gemeinsam und teilweise in unserer Kirchengemeinde gestalten. Hier führen wir motivierend und kreativ in einige der zentralen Reformationsthemen ein: Gnade, Glaube, Christus, Bibel...

19. Februar 2017 um 18 Uhr: Expedition zur Freiheit! Gemeinsamer Auftaktgottesdienst der ev. Kirchengemeinden im Einrich in der Kirche in Rettert
=> Im Anschluss an den Gottesdienst laden die Veranstalter zu einem Umtrunk mit kleinem Imbiss ein, der zum Verweilen einlädt!

26. Februar 2017 um 10.30 Uhr: Die Kraft des Vertrauens. Wie Glaube den Weg zur Freiheit ebnet.
Ev. Kirche in Klingelbach mit Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom

5. März 2017 um 18 Uhr: Gottesdienst zum Wochen-AusKlang mit Pfarrerin Maike Kniese zum Thema
„Katharina von Bora“.

12. März 2017 um 10.30 Uhr: Die Hoffnung der Worte. Was die Bibel zur Quelle der Freiheit macht.
Ev. Kirche in Klingelbach.

19. März 2017 um 10.30 Uhr: Die Weite des Himmels. Warum Christus uns die Bedeutung der Freiheit zeigt. Ev. Kirche in Klingelbach mit Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom

26. März 2017 um 10.30 Uhr: Kirche – Zwischen Geist und Leitung. Ev. Kirche in Klingelbach mit Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom.

2. April 2017 um 18 Uhr: Gottesdienst zum Wochen-AusKlang, gestaltet von den KonfirmandInnen des Jahrgangs 2016/16 als Vorstellungsgottesdienst zum Thema „Gnade vor Recht“

9. April 2017 um 18 Uhr: Gemeinsam unterwegs in die Freiheit! Gemeinsamer Abendmahlsgottesdienst der ev. Kirchengemeinden im Einrich in der ev. Kirche in Kördorf zum Abschluss der Expedition.

2. Eine persönliche Entdeckungsreise unternehmen – 40 Tage lang!
Im Zentrum der Aktion steht das Angebot einer ganz persönlichen Entdeckungsreise mit Hilfe des Buches „Expedition zur Freiheit“ von Klaus Douglass und Fabian Vogt (19,50 Euro inklusive CD). Es nimmt in 40 kurzen Kapiteln mit zentralen biblischen Erzählungen, klugen Glaubenstexten, biographischen Kurzgeschichten und Liedern auf einer Musik-CD die TeilnehmerInnen in gerade mal 2-3 Seiten täglich mit hinein in diese großartige Bewegung, die vor 500 Jahren angefangen hat, unsere Welt zu verändern. Lesen Sie am besten jeden Tag ein Kapitel für sich zu Hause oder unterwegs, dann wann es Ihnen passt. Und wenn es mal nicht passt ... ist es auch nicht schlimm. Jeder Reisende muss sich ja auch mal Pausen gönnen!

3. Einmal wöchentlich Austausch in der Kleingruppe – 6 Termine
Besprechen Sie die Inhalte des Buches in einer Kleingruppe, um das Thema in Ihren Alltag und in Ihren Glauben zu integrieren. Hierfür gibt es ein Arbeitsheft, das uns durch die Abende führen wird. Wir werden mit einem geistlichen Impuls von unserer Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom beginnen und dann in den gemeinsamen Austausch übergehen.
Ein erstes Kennenlern- und Informationstreffen mit einer Schnuppereinheit für Neugierige findet statt am Montag, den 20.02. ab 20 Uhr, im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Klingelbach; Lahnstraße 28, 56368 Katzenelnbogen. 1. Stock.

4. Menschen einladen!
Überlegen Sie, wen von Ihren Freunden/Nachbarn/Arbeitskollegen Sie zu dieser besonderen Aktion einladen möchten. Zusammen macht es noch mehr Spaß!

5. Die „Expedition zur Freiheit“ endet am Palmsonntag, den 9. April 2017, mit einem gemeinsamen Abendmahlsgottesdienst in der ev. Kirchengemeinden in der ev. Kirche in Kördorf.

6. Weitere Informationen zur „Expedition zur Freiheit“ gibt es im Gemeindebüro:
Ansprechpartnerin: Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom
Rathausstraße 6, 56368 Klingelbach
06486-911754
Dr. Anneke Peereboom

Das Lutherjahr im Einrich


Erste Einricher Bibelwoche war ein voller Erfolg

5 Abende lang lasen insgesamt knapp 50 Menschen aus 5 Kirchengemeinden gemeinsam im Buch der Bücher und kamen dabei über Gott und die Welt ins Gespräch

 Das große Reformationsjubiläumsjahr hat kaum begonnen und hat schon einen ersten Höhepunkt zu verzeichnen. Auf Anregung von Bruder Friedrich Neumüller von der Katholischen Kirchengemeinde Katzenelnbogen haben Christinnen und Christen aus Gemeinden in Katzenelnbogen, Klingelbach, Kördorf und Dörsdorf eine Ökumenische Bibelwoche erleben können, die allen Teilnehmern noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Abend für Abend trafen sich die Interessierten in geselliger Runde, um gemeinsam zentrale Texte des Matthäusevangeliums wie bspw. die Seligpreisungen oder die Geschichte von der Sturmstillung zu ergründen.

Pfarrerin Antje Dorn, Pastor Benjamin Römer von der Evangelischen Gemeinschaft, Bruder Friedrich, Pfarrer Andreas Becker aus Dörsdorf und Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom öffneten nacheinander die Gemeindehäuser ihrer Kirchengemeinden, die angesichts der großen Besucherzahlen mitunter kaum ausreichten. „Immer wieder waren wir gezwungen, noch spontan anzubauen und mehr Stühle zu organisieren,“ freut sich eine Teilnehmerin. „Ich hätte ja nie gedacht, dass es hier im Einrich so viele Menschen gibt, die sich für die Bibel und den Glauben interessieren!“

Vielfältig, kreativ und lebendig näherte man sich den alten Texten an – mit Methoden wie Bibliodrama, Mindmapping, dem Bibelteilen oder auch in Gruppenarbeiten und Diskussionen. Dabei trat auch für die „alten Hasen“ noch manch Überraschendes in den biblischen Texten zutage und die ungebrochene gesellschaftliche wie persönliche Relevanz des christlichen Glaubens wurde erfahrbar. „Wir haben über Schuldenerlasse diskutiert und über unsere Sehnsüchte nachgedacht. Auch schwierige Themen wie bspw. „Angst“ kamen zur Sprache – je nach Bibeltext,“ erzählt ein anderer. Offenbar trafen die Veranstalter damit einen Nagel auf den Kopf – denn viele Menschen kehrten in dieser Woche zurück. Manche nahmen gar an allen 5 Abenden teil! „Mein Mann denkt, ich bin verrückt! Aber es hat einfach so viel Spaß gemacht. Das kann man sich nicht vorstellen, wenn man nicht selbst dabei war,“ schwärmt eine der Hartgesottenen. „Der größte Gewinn sind in meinen Augen die neu entstandenen Beziehungen,“ resümiert Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom von der Evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach für sich die Aktion, „Wir alle sind uns an diesen 5 Abenden ganz neu begegnet, haben uns kennen- und schätzen gelernt. Es war ein richtiges Zusammenwachsen spürbar, über alle Konfessionsgrenzen hinweg. Schöner hätte das Jahr für  unsere Kirchengemeinden kaum beginnen können!“

 Aufgrund der großen Resonanz steht jetzt schon fest – auch 2018 wird es wieder eine Einricher Bibelwoche geben. Aber auch vorher stehen noch einige gemeinsame Projekte der 5 Kirchengemeinden auf dem Programm – hoffentlich wieder mit so vielen begeisterten TeilnehmerInnen.

Das Lutherjahr im Einrich

 

Die Dekanin stellt sich vor

Seit April diesen Jahres bekleide ich das Amt der Dekanin im fusionierten Dekanat Nassauer Land und bin einigen in Ihrer Gemeinde inzwischen keine Fremde mehr.
Mein Name ist Renate Weigel, ich bin 58 Jahre alt und verheiratet mit Armin Himmighofen; er ist Pfarrkollege und stammt aus Pohl bei Singhofen . Wir haben vier Kinder, die alle schon „aus dem Haus“ sind.
Aufgewachsen bin ich im Hessischen Hinterland, genauer in Oberhörlen, Kreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort hatte und hat ca. 600 Einwohner. Ich komme aus der Landwirtschaft. Weil aber die Böden und Bedingungen so bescheiden waren, hatten wir schon einen Nebenerwerbsbetrieb.  Mein Vater arbeitete noch als Fliesenleger.

Ich bin immer gerne in die Kirche gegangen. Unser Pfarrer war insgesamt 36 Jahre in der Gemeinde. Bei ihm wurde mir nie langweilig. Er predigte interessant, klug und sprach stets frei. Wenn der Posaunenchor spielte, fühlte ich mich wie im Himmel. In einem Jugendbibelkreis kam ich ans Bibellesen.
Theologie studiert habe ich dann in Krelingen, Marburg und Erlangen. Das Vikariat brachte mich zuerst in den Vogelberg (Geiß-Nidda und Bad Salzhausen), dann ins Ried (Biblis und Nordheim).
In den darauf folgenden Jahren habe ich als Pfarrerin auf dem Dorf und in der Stadt gearbeitet, auf ganzer und auf halber Stelle, und für 6 Jahre war ich auch als Seelsorgerin in Krankenhäusern an der Bergstraße tätig. Ich weiß gar nicht, wo ich mehr Erfahrungen gesammelt habe, im Beruf oder im lebhaften Familienalltag.

Nun bin ich im Dekane-Amt angekommen. Damit verbunden ist die Aufgabe, nach jahrelangen schwierigen Fusionsverhandlungen das Großdekanat in ruhigere Gewässer zu führen. Und die Menschen miteinander in Kontakt zu bringen. Es gibt so viel zu entdecken in unseren Gemeinden, landauf, landab. Eine andere Frage ist, wie es weitergehen wird mit unseren Landgemeinden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.  Wo steuern wir hin? Wer wollen wir bei den Menschen und für sie sein? Wie schaffen wir es auch unter sich verändernden Bedingungen, das Evangelium zu leben, die Freude am Leben und an Gottes Güte, die uns jeden Tag umgibt und schickt? Sie merken, das ist nicht Aufgabe der Dekanin allein, da sind wir alle miteinander gefragt.
Der Sitz des Dekanats ist übrigens in der Römerstraße 25 in Bad Ems zu finden.

Fleißige Hände
hatten mit fair trade gekauften bunten Bohnen ein
Willkommens-Mosaik gelegt.

Das ging ja gut los!

Der erste Gottesdienst zum Wochen-AusKlang im neuen Jahr bot den Besuchern einen wunderbaren und vielversprechenden Einstieg in das Jahr 2017 - das Jahr des Reformationsjubiläums. Die erste Überraschung war bereits beim Betreten der Kirche zu erkennen! Unübersehbar stand Dr. Martin Luther persönlich am Altar, in Form einer übergroßen Playmobilfigur. Gemeinsam mit Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom begrüßte er die Gemeinde.

Erneuerung - das war schon vor 500 Jahren Luthers Anliegen. Schon viel früher, ca. 500 Jahre vor Christi, formulierte der Prophet Ezechiel die Worte, die uns als Jahreslosung 2017 begleiten:
Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ezechiel 36,26
Angelika Litzkendorf hat in ihrer künstlerischen Gestaltung der Jahreslosung 2017 Luthers Hauswappen, die Lutherrose, als Grundlage für die Bibelworte Ezechiels gewählt.

Wie gut, dass Dr. Martin Luther die Fragen zu seinem Wappen selbst beantworten konnte. Dr. Anneke Peereboom stellte ihm kritische Fragen, hakte auch teilweise nach, und er erklärte der Gemeinde in seiner ihm eigenen Ausdrucksweise, aber mit der Stimme unseres Kirchenvorstandsvorsitzenden Jürgen Hoder, die einzelnen Bereiche der Lutherrose.

Das Kreuz steht für ihn für den Glauben an den Gekreuzigten.
Der Glaube ist für ihn Herzenssache.
Sein Glaube schenkt ihm wie eine Rose Freude, Trost und Frieden.
Seine Rose ist weiß, die Farbe der Engel.
In Luthers Wappen folgt als weitere Farbe die blaue Farbe des Himmels, in dem die Freude noch größer wird.
Die Künstlerin hat die blaue Farbe bereits in der Rose angedeutet und den Hintergrund des nächsten Rings blau-grün meliert gestaltet, um anzudeuten, dass es "wie im Himmel so auf Erden" sein möge mit unserer Freude an der frohen Botschaft. Bei Luther ist er nur blau. 
Umrahmt wird alles von dem goldenen Ring der Ewigkeit.

Überraschungen sind auch immer wieder von unserem Organisten Uwe Weiland zu erwarten. Die Musikstücke und Instrumente, die er für die musikalische Begleitung des Gottesdienstes gewählt hatte, führten zu spontanem und begeistertem Beifall, ganz besonders als er auf der Glasharfe "The Rose" präsentierte.

Nach diesem lebendigen und wohltuenden Gottesdienst ging die Gemeinde nach dem gemeinsam gesungenen Segen und dem Orgelnachspiel nach Hause.

Das Lutherjahr im Einrich hält in den nächsten Wochen und Monaten noch viele Überraschungen bereit.

Das Lutherjahr im Einrich

Archiv 2016

„Krippenplätze für alle!“

Impressionen vom Krippenspiel 2016 in der Ev. Kirche Klingelbach

Die Glocken schwingen langsam aus, die alte Kirchentür fällt ein letztes Mal laut in ihr altes Schloss. Nun wird es ganz still. Groß und Klein blicken gebannt und gespannt in den Kirchenraum, dem die Kerzen vom Weihnachtsbaum und der Stern der Weihnachtskrippe einen festlichen Glanz verleihen.

Die Orgel stimmt mit leisen vertrauten Akkorden das Weihnachtsfest an. Begrüßung und Gebet nehmen hunderte von Gottesdienstbesuchern hinein in das Geschehen, das sich vor 2000 Jahren ereignet hat und das noch heute weltweit als eine riesengroße Geburtstagsfeier von Christinnen und Christen zusammen gefeiert wird. Die Geschichte entfaltet sich aufs Neue – dieses Jahr in einem ganz traditionellen, vielleicht aber eben darum um so eindrucksvollerem und bewegendem Krippenspiel.

Von einem gemütlichen Ohrensessel im Lampenschein aus wird aus einem alten Buch mit Ledereinband die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium gelesen. Die Kinder des Kindergottesdienstes erwecken die uralten, wohlvertrauten Verse durch ihre pantomimische Darstellung zum Leben;. In der ganzen Kirche, von oben bis unten, verbreiteten die Kinder in ihren einfachen aber ideenreichen Gewändern und Kostümen die faszinierende, zauberhafte Stimmung jener Nacht in Bethlehem.

 „Ihr Kinderlein kommet …“ führt alle Suchenden in der hochheiligen Nacht zusammen.

Die Hirten drängen sich mit ihren Schafen in dieser kalten Winternacht auf freier Fläche am Lagerfeuer im Mittelgang der Kirche  zusammen, in Felle und Hüte eingemummt, Ihre Lampen flackern im eisigen Wind, mit ihren Stöcken wehren sie Räuber und Feinde ab. Was wird diese Nacht ihnen bringen? Noch wissen sie es nicht... 

Zu jener Zeit ist Kaiser Augustus, der auf der Kanzel hoch über den Köpfen der Gemeinde seinen Einzug hält, der mächtigste Herrscher der Welt. Er regiert in Rom über ein riesiges Reich. Und alle Welt muss tun, was er befiehlt.




Dafür schickt er seine Boten in alle Städte und Länder. Sie rufen überall den neuesten Befehl aus: „Alle Menschen sollen gezählt werden. Darum macht euch auf! Zieht in die Stadt eurer Vorfahren und lasst euch dort zählen!“





Alle machen sich auf den Weg, klein und groß. Auch der Zimmermann Josef macht sich auf, von Nazareth zieht er mit einem Esel nach Bethlehem, in die Stadt seiner Vorfahren. Und Maria, seine Verlobte, begleitet ihn. Sie ist hochschwanger und erwartet das Kind, wie ihr ein Engel gesagt hatte.

In Bethlehem angekommen, suchen sie vergeblich nach einer Herberge. Sie finden nur einen Stall. Auf Heu und auf Stroh ruhen die beiden. Da geschieht es: Mitten in der Nacht wird das Kind geboren, von dem der Engel geredet hatte. Maria wickelt es in Windeln und legte es in die Krippe.

Es ist ein besonderes Kind: das Kind, das der Welt den Frieden Gottes bringen soll. Jetzt, in der anbrechenden Nacht mit tiefblauem Himmelslicht von draußen, stimmen alle Generationen das 200 Jahre alte Lied „Stille Nacht, heilige Nacht...“ an.


Noch ist es ein Geheimnis, niemand ahnt, was in dieser Nacht geschehen ist. Aber bald schon sollten es alle erfahren: Jesus, der Retter der Welt ist geboren! Draußen im Dunkeln wachen die Hirten bei ihren Schafen. - Was ist das? Es wird plötzlich taghell. Ein Licht leuchtet auf, noch heller als die Sonne. Und in dem Licht erscheint ein Engel über ihnen auf der mittleren Empore. Eine Lichterkette umkränzt einem Heiligenschein gleich sein Haupt, während er den verängstigten Hirten die frohe Botschaft von Jesu Geburt verkündigt. Plötzlich sehen die Hirten noch viel, viel mehr Engel, die singen und jubeln: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Die Hirten rufen: „Habt ihr gehört, was der Engel gesagt hat? Der Retter ist da! In Bethlehem ist er geboren, in dieser Nacht! Auf, wir wollen gehen und sehen, was dort geschehen ist.“


 

 „Kommet ihr Hirten …“, ertönt der musikalische Ruf der Gemeinde. Da eilen die Hirten nach Bethlehem und finden das Kind mit Maria und Josef. Und sie erzählen ihnen, was sie gesehen und gehört hatten. Maria staunt und schweigt.

Die Hirten singen und jubeln: „Ehre sei Gott! Der Retter ist da! Hier in Bethlehem ist er geboren. Wir haben ihn mit eigenen Augen gesehen.“ Und als ihre Lieder längst verklungen sind, klingt das Lied der Engel immer noch weiter in den Ohren aller Menschen „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden!“ „Hört der Engel helle Lieder … „ … Gloria, in excelsis Deo, Gloria …"

 

In der folgenden Impulspredigt dann die klare Quintessenz aus der frohen Botschaft von Weihnachten: Das Leben ist keine Reise nach Jerusalem, bei der es nur für die Schnellsten und Geschicktesten einen guten Platz gibt. Seit Weihnachten gibt es Krippenplätze für alle – jederzeit, wenn die Reise nach Bethlehem geht! Denn im Stall zu Bethlehem war Raum für alle: Da trafen sie alle aufeinander, da kamen Könige und Weise neben Ochs und Esel zu stehen, da musste niemand draußen bleiben. Längst hatten sich alle Engel, Hirten und übriges Volk um den Altar niedergelassen und kuschelten sich um Maria mit ihrem Kind zum Gebet: 

Lieber Gott, an deiner Krippe trifft sich Gott und die Welt. 
Hier ist Platz für reich und arm, groß und klein, alt und jung. 
Hier dürfen alle mitfeiern und sich in deiner Liebe bergen. 
Dafür danken wir dir. 
Wir bitten dich heute, sei bei allen, die das Gefühl haben, dass für sie kein Platz ist, die außen vor bleiben. 
Sei bei den Menschen, die kein Zuhause haben, keine Sicherheit, keine Familie – hier im Einrich und in der ganzen Welt. 
Erfülle alle, die auf der Suche nach Liebe sind, mit Nähe, Wärme und Geborgenheit. 
Lass es stille Nacht, heilige Nacht werden in unseren Herzen und unserer Welt.

„O du fröhliche, o du selige …“ … und ein herzliches Dankeschön an die Kindergottesdienst-Kinder, Euch allen, und federführend an Christine Bingel und ihr Team mit Ursel, Linda, Carina, Ivonne, Heike, Martina, Martijn und Monika; auch an Thomas Wöll an der Orgel. In dieser Heiligen Nacht hier in Klingelbach habt ihr es gemeinsam geschafft, mit dem Geheimnis von Bethlehem ganz tief in uns Weihnachten werden zu lassen. Bis zum nächsten … zum Stern über Bethlehem.

Wolfgang Müller/Bilder von Linda Bretz                       

Fotoalbum

Kindergottesdienst

 

 

Digitales-seis-Audiosystem

Digitales-seis-Audiosystem bringt hohe Verständlichkeit und klare Töne in unsere Kirche

Unfassbar, das gibt es auch – Gott hatte wohl seine Hände neugierig im Spiel der technischen Dimension: im Februar die ersten kursorischen Gedanken und ab 14. September wird Gottes Wort digitalisiert in unserer Kirche verständlich gesprochen – und wenn es sein muss, bis in die höchste Bankreihe auch verständlich geflüstert. „In dieser schönen Kirche mit ihrer großartigen Akustik gehört auch die tontechnische Dynamik nach heutigen Standards dazu.“ (so der Fachmann Ralph Hermsdorfer). Es machte ihm sichtlich Spaß, das „gebrochene und unverständliche Wort aus der Leitung zu den Lausprechern zu fegen“. Am Abend um 20 Uhr hatten die Monteure es erreicht.

Drei universal leistungsfähige Bleistift-Mikros (vor dem Altar, auf dem Lesepult und auf der Kanzel) wurden in einem Tag umgerüstet und elektronisch eingemessen auf die neuen hochwertigen Lautsprecher  (Coaxial-Sprach/Musiklinienstrahler). Von Fachleuten werden diese „Wunder-Phänomene“ für den Laien herausgestellt. Über die zielgerichtete Schallabstrahlung auf den Zuhörerbereich werden die Reflektionen an Wänden, Boden- und Deckenflächen vermieden. Damit kommt es zu einer klaren und leicht verständlichen Sprachübertragung – bis in den tieffrequenten Bereich mit seinem Raumhallanteil.

Man muss in der letzten oder obersten Reihe im Kirchenraum Platz nehmen und gespannt  auf den ersten Ton hören – unglaublich (gerade in der Kirche). Jeder Besucher muss ab jetzt die persönliche Probe machen! Als zentraler Audioprozessor fungiert in der Pfarrer-Sakristei ein Seis Akustik SDA290 Matrixverstärker (Made in Germany) für einen vollautomatischen Betrieb unter bedienungsfreier Anwendung.

Neu für alle, an allen Mikros: Der Abstand zum Mikro  mindestens 40 cm bis 2 m – das Mikro sammelt alle Töne ganz empfindlich ein und transportiert sie in den Kirchenraum. Bis Weihnachten wird die Anlage bei Bedarf leicht nachgestellt   – dafür bitten wir um Verständnis.  

Und für diejenigen Menschen, die hörgeschädigt sind, „glühen“ ab jetzt wieder die „Hörschleifen“ in den Bankreihen unten, rechts und links. Hier wurde in der vorhandenen Induktionsanlage  neu eingemessen und zugleich die Verstärker auf Stromtreiberbasis installiert.

Alle Hörgeräteträger werden mit ihrem Gerät automatisch in dieser Schleife auf die reale  Sprach- und Tonlage mitgenommen, so dass sie leicht verständlich und entspannt den jeweiligen Veranstaltungen folgen können; das Hörgerät ist für diesen Zweck lediglich auf T (Telefon) umzustellen.

Beim Küster ist auch ein leichter Kopfhörer auszuleihen, der dem Hörgeschädigten (ohne mitgeführtes Hörgerät) den Zugang zu einer sauberen Sprach- und Musikwelt ermöglicht.

Nach dem Hausputz in der Klangwelt unserer Kirche wünsche ich mir wieder ein entspanntes und aufgewecktes Genießen für Geist und Muse in unsrer Kirche. Die Anlage soll ein großer Gewinn für die Gemeinde sein.

Wolfgang Müller  

 

Zum Tod von Johannes Künkel

Johannes Künkel verstarb am 14.April 2016 nach langer Krankheit.
Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof in Kalmar auf der Insel Godland in Schweden.

Seine berufliche Tätigkeit als Orgelbauer führte ihn vor Jahrzehnten nach Schweden, wo er bald seine zweite Heimat fand. Mit seiner Frau Eva und seinem Sohn lebte er dort auf der Insel Godland und bekleidete viele Ehrenämter in seiner Kirchengemeinde.

In den Jahren 2012 und 2013 besuchte er mit seiner Frau Eva (Organistin) und seinem Sohn Carl (Cellist) Klingelbach, die in der Evangelischen Kirche Klingelbach - an der Wirkungsstätte des Großvaters - ein Konzert gaben. Einige ältere Gemeindemitglieder werden sich sicherlich an ihn und an seine lebendigen, mit verstecktem Humor versehenen Erzählungen erinnern können.

Sicher erinnern sich einige an die Konzerte von Familie Künkel in der Evangelischen Kirche Klingelbach.
Einen Artikel zum Konzert 2013 gibt es im Archiv
Fotos zum Konzert 2012 finden Sie im Fotoalbum


Gottesdienst zum Reformationstag

Der Beginn des Reformationsjahres 2017 wurde im Rahmen eines musikalischen Abendmahlsgottesdienstes in der Evangelischen Kirche Klingelbach gefeiert. Gestaltet wurde er von der Evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach und der Evangelischen Gemeinschaft Katzenelnbogen.

Zu dem Reformationslied "Ein feste Burg ist unser Gott" wurde Martin Luther durch Psalm 46 inspiriert.
Luther ist kritisch, erst leise und dann immer lauter ist er zu hören. Seine 95 Thesen, die er 1517 an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg anbrachte, hatten die Wirkung von Hammerschlägen, deren Nachwirkungen wir noch heute spüren.
Doch Luther will keine neue Kirche gründen, er möchte re-formieren im Sinne von umgestalten, zurück zum Ursprung.
Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom ermunterte die Besucher des Gottesdienstes auf eine Karte zu schreiben: Was wünsche ich der Kirche? Welchen Wunsch habe ich an die Kirche?

Die Hammerfrage für Luther war: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?

Durch sein Studium der Bibel erkannte er froh, dass allein der Glaube selig macht.

Pastor Benjamin Römer lud die Gemeinde dazu ein sich die Frage zu stellen: Was greift meinen Glauben an?

Das Symbol eines Herzens an einem Haken führte zum Nachdenken: Woran hängen wir unser Herz?

Diese Pausen untermalte unser Organist Uwe Weiland immer mit meditativer Orgelmusik.

Der größte Hammer ist die Kreuzigung von Jesus.
Doch auch diese unglaubliche Tat der Menschen wendet Gott in etwas Gutes!

Das ist der allergrößte Hammer überhaupt.

Die Gemeinde stimmte ein in das Lied "Zwischen Himmel und Erde" und wurde dabei musikalisch begleitet von Keyboard und Gitarre.

An der Eingangstür waren zwei alte Türen aufgestellt. Spätestens jetzt wussten alle Gottesdienstbesucher, wozu sie Hammer und Nägel mitgebracht hatten:
Jeder konnte das Kärtchen mit dem Wunsch für die Kirche persönlich an die Tür nageln. Diese "reformatorischen Hammerschläge" waren sicher weit über den Einrich zu hören.
Bitte beachten Sie unsere Seite zum
Reformationsjahr 2017
Das Lutherjahr im Einrich

 

Verabschiedung von Pfarrer Jürgen Schmidt

Pfarrer Jürgen Schmidt wurde im Rahmen eines feierlichen und sehr herzlichen Gottesdienstes verabschiedet. In der Eingangsliturgie mit Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom und Christine Bingel vom Team des Kindergottesdienstes wurde mit tatkräftiger Unterstützung der Kleinen eine kindgemäße Version von Psalm 119 vorgestellt, so dass allen deutlich wurde: Gott umfasst alles - von A bis Z, er ist ein Licht auf unserem Weg.

Die "Flötentöne" gaben mit ihrem instrumentalen Zwischenspiel Gelegenheit über das Gehörte nachzusinnen.
Das Thema des "Weges" wurde auch in den Gemeindeliedern aufgenommen.

In seiner Abschiedspredigt sprach
Pfarrer Jürgen Schmidt nicht nur vom Abschied, vom Verlassen der alten Wege, sondern ging auch auf die neuen Wege ein, die er nun gehen wird.

"Vertraut den neuen Wegen,
auf die uns Gott gesandt!
Er kommt uns selbst entgegen,
die Zukunft ist sein Land." (EG 395)

Nach der Entpflichtung durch Dekanin Renate Weigel segnete sie zusammen mit Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom und der Leiterin des Seniorenkreises Frau Annemarie Lang-Venema den scheidenden Pfarrer Jürgen Schmidt.

Auf die Fürbitten folgte das Vaterunser, musikalisch dargebracht von der Chorgemeinschaft Katzenelnbogen/Allendorf.
Uwe Weiland nahm in seinem Orgelnachspiel mit der Melodie von "Nehmt Abschied Brüder" auf besondere Weise Abschied.

Die Chorgemeinschaft leitete mit der Darbeitung des Liedes "Die Rose" über zu dem nachfolgenden Empfang. Nach den offiziellen Reden gab es bei einem Imbiss und Getränken Gelegenheit sich persönlich von Pfarrer Jürgen Schmidt zu verabschieden.

Fotograf:Ralph Wölpert, Katzenelnbogen
Vielen Dank für die Fotos!


Taizéstimmung in der Klingelbacher Kirche

Die Sonntagsabendgottesdienste zum Wochenausklang, immer am 1. Sonntag im Monat um 18 Uhr, sind immer besondere Gottesdienste. Dieser Taizégottesdienst war ein ganz besonderer.

Schon beim Betreten der Kirche fühlte man sich durch die Altardekoration in den warmen Taizéfarben und den vielen Kerzen umfangen. Dazu trugen direkt zu Beginn die leisen und ruhigen Töne unseres Organisten Uwe Weiland bei.

Unsere Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom machte die Gemeinde bei der Begrüßung mit der besonderen Form dieses Gottesdienstes vertraut. Er wurde gestaltet, wie es Frère Roger, der Gründer der Gemeinschaft von Taizé vorgemacht hatte: Gesang zur Einstimmung, im Wechsel Lesungen, Gesänge aus Taizé, die mit ihren einfachen sich stets wiederholenden Melodien einen meditativen Charakter haben, eine Zeit der Stille, Fürbitten mit Kyrie, Wandelabendmahl und zum Abschied Gesang.

CANTEMUS trat zum ersten Mal unter seinem neuen Dirigenten Gerd Rixmann auf. Der Chor erfreute mit den Solostücken "Be still my soul" und "Abide with me" und begann mit den Taizégesängen. Nach mehrmaligem Hören des jeweiligen Liedes fiel auch die Gemeinde ein. Mehrmals begann und begleitete das Flötenquartett "Flötentöne" die Taizélieder, bevor die Gemeinde einsetzte. Ab und zu gab es instrumentale Zwischenspiele von Uwe Weiland und dem "Flötenquartett".

Dieser Gottesdienst ließ für viele den Gedanken von Taizé in der Kirche Klingelbach lebendig werden:
Singen, beten, Stille, hören, Gott begegnen, die eigene Mitte finden.

Gottesdienst

Die Communauté von Taizé


„Was Wasser alles kann“

Zu diesem Thema erlebten am Sonntag, dem 18.9.2016 etwa 170 kleine und große Leute einen ganz besonderen Tauferinnerungsgottesdienst in der Evangelischen Kirche in Klingelbach.

Die Kindergottesdienstkinder veranschaulichten in einem kleinen Anspiel „Was Wasser alles kann“ und wie wichtig Wasser für uns in ganz verschiedenen Lebensbereichen ist und dass es auch bei der Taufe eine ganz entscheidende Rolle spielt.

Um dies zu verdeutlichen waren die größeren Kitakinder extra in den Dörsbach gestiegen und hatten die Geschichte von Johannes dem Täufer in mehreren kleinen Szenen nachgespielt und fotografiert.
Aber auch die Kleinsten der Kita waren aktiv und gossen für die beiden Täuflinge das Wasser ins Taufbecken.
Gespannt beobachteten die vielen kleinen und großen Kinder die Taufen und freuten sich riesig darauf, im Anschluss daran ihre eigenen Taufkerzen in die Hände zu nehmen.

Zum krönenden Abschluss des Gottesdienstes durften nämlich dann alle Kinder und Erwachsenen nach vorne kommen, wurden persönlich gesegnet und durften ihre Taufkerze an der Osterkerze entzünden. Feierlich zogen alle aus der Kirche und wurden – passend zum Thema - mit Wassereis versorgt.

Kindergottesdienst

 

Flightpath of friendship - Ein britisch-deutscher Gedächtnisgottesdienst in Klingelbach

„Flightpath of friendship“ – Wenn aus den Feinden von gestern Freunde werden
Zu einer ganz besonderen Andacht kamen am Samstag, dem 17. September 2016 Menschen aus England, den Niederlanden und Deutschland in der Evangelischen Kirche in Klingelbach zusammen.

Eine Delegation der britischen Organisation „Flightpath of friendship“, die sich für die Versöhnung und den freundschaftlichen Austausch unter den einstigen Kriegsgegnern des 2. Weltkriegs engagiert, war nach Klingelbach gekommen, um dort einem historischen Ereignis ganz besonderer Art zu gedenken.

Am 27. Januar 1944 war die RAF Lancaster LM 380 über dem Klingelbacher Wald abgestürzt, wobei sechs Besatzungsmitglieder den Tod fanden. Der einzige Überlebende, Flight Sergeant Arthur Lee, hatte sich mit seinem Fallschirm in den Baumwipfeln verfangen und fürchtete das Schlimmste, sollte er seinen Feinden in die Hände fallen. Statt dessen eilte Rudi Balzer ihm zu Hilfe (seine Witwe und sein Sohn sind links im Bild zu sehen), sorgte für eine sichere Unterbringung und rettete dem britischen Soldaten so das Leben. Dieser Akt christlicher Nächstenliebe blieb nicht ohne Folgen. Er begründete einen freundschaftlichen Austausch zwischen den beteiligten Familien und ihren Hinterbliebenen und wurde auf beiden Seiten dankbar als ein wunderbares Zeichen der Menschlichkeit in Kriegszeiten erinnert. So betonte der inzwischen verstorbene Arthur Lee bei einem Besuch in Klingelbach im Januar 1984: „Ich möchte den Menschen aus Katzenelnbogen und Klingelbach für ihr freundliches und menschliches Handeln mir gegenüber danken. Ich war euer Feind..., ich kam uneingeladen und ungewollt. Aber ihr habt mir eine goldene Brücke gebaut... Das erinnert mich an die Worte des Evangelisten Matthäus: „Ich war hungrig und ihr habt mir zu Essen gegeben; ich war durstig, ihr gabt mir zu Trinken; Ich war ein Fremder und ihr habt mich aufgenommen.“

Nur noch wenige Zeitzeugen sind geblieben, dafür beginnen neue Generationen Teil dieser Versöhnungsgeschichte zu werden. Als zwei Jugendliche der Kirchengemeinde, Max Fischer und Lucas Othegraven, das symbolische „Cross of nails“ in die Klingelbacher Kirche trugen und auf dem Altar niederstellten, war das ein Zeichen dafür, dass die Begegnung der einstigen Feinde aus Thorne und Katzenelnbogen/Klingelbach nicht auf Arthur Lee und Rudi Balzer beschränkt bleibt sondern weitererzählt und weiterentwickelt werden will.

Alle Anwesenden sprachen gemeinsam ein Gebet um Vergebung und legten Kränze am Fliegerkreuz im Klingelbacher Wald nieder, von dem Arthur Lee sich einst gewünscht hatte, es möge allezeit ein „Symbol für Vergebung, Freundschaft und Versöhnung“ sein, unter dessen Schutz alle Einricher ein Leben in Frieden und Glück leben könnten.

Diesen Artikel können Sie hier ausdrucken.


Einschulungsgottesdienst


Schülerinnen und Schüler der Grundschule im Einrich starten "Gut behütet" ins neue Schuljahr

In der vollbesetzten Klingelbacher Kirche feierten am Montag, den 29. August, rund 70 Erstklässler mit ihren Familien, Lehrerinnen und Erzieherinnen Einschulung. Geistliche aus fast allen Kirchengemeinden des Einrich sprachen ihnen Gottes Segen für diesen aufregenden Schritt zu.

Sinnbildlich dafür hing im Altarraum ein vom Kindergottesdienstteam liebevoll vorbereiteter großer, bunter Hut, unter den die Grundschüler 
Papiermännchen mit ihrem Namen anbringen konnten. Er wird in der Schule einen Platz finden und die Kinder in den kommenden Wochen und Monaten daran erinnern, dass sie immer von Gott behütet sind. Zu den Klängen des Liedes "Gottes guter Segen ist wie ein großer Hut" konnten dann alle genießen, wie es sich anfühlt, wenn im altehrwürdigen Kirchenraum mal die Jugend lautstark den Ton angibt. 

Kindergottesdienst



Ökumenischer "Sport"-Gottesdienst im Festzelt


Auf dem Foto sind zu sehen (von links): Pastor Benjamin Römer von der Evangelischen Gemeinschaft Katzenelnbogen, Father Patrick von der Katholischen Kirchengemeinde Katzenelnbogen, sowie Pfarrer Jürgen Schmidt und Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom von der evangelischen Kirchengemeinde

Aus dem Bartholomäusmarkt ist er längst nicht mehr wegzudenken:
Der gemeinsame ökumenische Festgottesdienst am Sonntagmorgen ist längst liebgewonnene ökumenische Tradition. Gemeinsam bunt gemischt auf Bierbänken sitzend konnten die Gläubigen erfahren, dass Kirche und Sport (das diesjährige Motto des Umzugs) mehr gemeinsam haben, als man gemeinhin denkt, und dass auch schon der Apostel Paulus sich in der Bibel schon mit den Olympischen Spielen auseinandergesetzt hat.
Eine "sportliche Herausforderung" konnten auch die Besucher selbst noch mit nach Hause nehmen: Nämlich im nächsten Jahr jeder einen Menschen mitzubringen, der in diesem Jahr noch nicht beim Gottesdienst dabei war. Alle vier beteiligten Geistlichen sind gespannt, ob dies gelingt...


Wohlauf in Gottes schöne Lahnmulde -  im mittleren Lahntal  -  wo die Seele frei gleiten konnte

An einem himmlischen Sonntag brachen wir auf zu neuen Ufern an der Lahn. Nicht um dem neuen Megatrend nachzueifern, sondern weil wir einer Sehnsucht nach der Schönheit dieser Welt nachspüren wollten. Ganz nah, faszinierend und dennoch entspannt. Gut hundert Ausflügler erreichten nach kurzer Fahrt in zwei Bussen durch eine noch ruhende Natur in der offenen Hügellandschaft zwischen Westerwald und Taunus ihre Zielregion. Höhenzüge ringsum säumten die reifenden Felder und blühenden Wiesen, aufgelockert durch sattgrünes Buschwerk und Bäume. Eine reizvolle Ursprünglichkeit, die gleich Bodenhaftung einflößt. Und darüber kein Regenbogen sondern endlich der lang ersehnte Glanz der Sonne. In dieser Wahrnehmung konnten wir den stillen Traum der Natur ahnen, in dem alles seinen Ursprung hat. Alle Sinne sind geweckt, und schon geht es über die Marmorbrücke in Villmar. Früh sind wir, noch spiegelt sich die Lahn glanzvoll in der morgendliche Ruhe. Nur die vielfältige Vogelwelt schwebt freizügig an den Ufern und zwitschert uns frohgelaunt entgegen.

Ein besonderer Morgen wird geschöpft: wärmendes Sonnenlicht bricht auf die noch dumpfig und modrig stehende Luft und Frische um das Naturdenkmal Unica in Villmar. Ein paar Schritte noch, und wir stehen im Bann der Erdgeschichte und Schöpfung zugleich. Unübersehbar, hier im Anblick des sogenannten Marmor-Riffs ahnt man sogleich, dass sich die Menschen im Broterwerb wahrlich an dicke Brocken trauten.

Und hier luden das mitgereiste Klingelbacher Friedenskreuzes in Kleinformat, umrahmt von weißen Rosen und gebundenen Ähren im behutsamen Kerzenschein der Kindergottesdienst-Laterne zum Innehalten ein. Rund um einen Lahnmarmor-alten Altar aus dem Jahre 380 Millionen Jahre vor unserer Zeit. Wie im Leben der ersten Christen stehen wir fasziniert und einmütig zusammen, brechen das von den Kindern ausgeteilte Brot und schmecken genüsslich die roten Trauben, eingeladen unter dem Wort Gottes, schöpfungsnah ausgewählt und hoffnungsfroh inspiriert von unserer Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom.

Schöpfung - schon öfter gehört, wann war das genau (vor 4,6 Mrd. Jahren), längst nicht vorbei, denn Gottes Schöpfung findet augenblicklich statt. Und das einmalige Fenster mit dem Blick (nur hier) in die Erdgeschichte des Devon zeigt den Geologen folgend einen Hauch unserer eigenen Evolution im Geopark WW-Lahn-Taunus. Vor unserer Haustüre in der spezifischen Hahnstätter Mulde bis nach Mudershausen, Allendorf und Katzenelnbogen. Damals war noch längst nicht an Dinos zu denken, damals, als die heutige Erdkruste der „Lahnmulde“ noch im tektonischen Spiel der Erdplatten südlich des Äquators hin und her dümpelte, ahnungslos in welchem Kontinent sie jemals eingeschlossen ist.

Eindrucksvolle Sedimente einer längst versunkenen Welt und anschauliche Zeugnisse aus der Nutzung der Erde durch den Menschen – im neuen Lahn-Marmor-Museum (LMM) nach neuestem Methoden-Mix präsentiert – ein bildendes Muss für alle Menschen, im Bann von Marmor und von Kalkstein in der industriegeschichtlichen Nutzung von Schaefer-Kalk. Ein pfiffiger Ausflug um die Ecke – nach Villmar.

Zügig ging es dann weiter lahnabwärts nach Runkel, eine kuschelige und lebendige Kleinstadt aus dem Mittelalter; gerühmt als einer der schönsten Orte in Deutschland – wohl wahr! Romantik 2.0 könnte man über das harmonische Ensemble von Burg, Schloss, Altstadt und Fluss urteilen. Im 12. Jahrhundert bereits errichteten „Herrschaften vom Westerwald“ die wehrhafte Trutzburg auf einem schroff abfallenden Felsen in Runkel und auf der anderen Lahnseite, in Fehde untereinander, auch das Schloss Schadeck. Im 30-järigen Krieg jedoch wurden Burg und Stadt niedergebrannt, aber kurz danach weitgehend wieder aufgebaut. Mit Hermann Henrich hatten wir einen authentischen Stadtführer, der sein unerschöpfliches Wissen sprudeln ließ; er lebt und wirbt für sein einmaliges Städtchen an er Lahn. Zu jedem Winkel und Bauwerk bot er seinen Gästen eine engagierte Geschichtsstunde. Von der schönsten Seite aus näherten wir uns über die historische Lahnbrücke mit ihren Natursteinbögen der malerisch anmutenden Fachwerkkulisse unter der Burg. Unsere Füße spürten derweil das ausgefahrene Pflaster der damaligen Erbauer.

Eindrucksvolle Restaurationen an Hofreiten und Gebäuden, liebevoll herausgeputzt und mit geschichtlichen Codes beschildert, entführten uns stets parallel aus der realen Welt des emsigen Treibens von heute zurück in den Alltag jener Gründerzeit dieser Stadt. Über winkelige Gassen, enge Gänge und Treppen geht es in einem Labyrinth durch ritterliche Kulissen und Räume mit Zwinger und Verließ bis hinauf auf den Turm der Burg. Ein Tross frohgelaunter Rittersleute huschte an uns vorbei ins Freie – aus der Folterkammer aber schienen sie nicht zu kommen, wer weiß.

Von oben sichtbar die unzähligen Giebel und Gauben auf beiden Seiten der alten Brücke, einzigartige Motive inmitten der romantischen Lahn-Landschaft. Und wer nicht so hoch hinaus wollte, fand seine Zerstreuung im legendären „Eiscafe am Börnsche“, dort, wo aus allen Richtungen die Biker eintreffen und sich im Nu ein frohgelauntes Menschengewimmel um die begehrten Eisspezialitäten bildet. Aber auch dort findet man sein Idyll auf Augenhöhe mit der aufgestauten Lahn in seiner stillen Spiegelkunst auf der wiegenden Wasseroberfläche. Und dazu ein stolzer Schwan, der mit seiner Brut lautlos entlang der schäumenden Krone des Wehrs seine Bahn zieht. Viel aufgeregter geht es dagegen nebenan in der Schleusenkammer zu, wo hunderte Kanuten täglich ihre Boote hineinsteuern müssen, um langsam herabgestuft die Bootsfahrt auf der niveaugeregelten Lahn fortzusetzen. Inzwischen ist High Noon längst überschritten und die Mittagsrast im Landhof in Schadeck liegt in der Luft. Jeder hatte im Voraus sein Gericht ausgewählt, deshalb konnte schnell und gezielt aufgetischt werden. Noch eine kleine Pause - und weiter ging’s – zum Endziel in den Rosengarten in Hadamar.

Schon beim ersten Zwinkern über die Hecke ahnte man es … und noch am Eingang ein frohlockender Atemzug zu diesem majestätischen Farbenspiel von über 2000 Rosenstöcken aus 250 Sorten, umrahmt von prächtigen Stauden, Sträuchern und Sommerblühern. Ehrenamtliche Idealisten der Region bildeten diesen blühenden Balkon am Hang des Herzenbergs den englischen Vorbildern nach und unterteilten ihn durch Achsen thematisch in neun Einzelgärten. Sie schufen in den letzten zwanzig Jahren mit diesem Kleinod einen Park zum Meditieren, in dem eine sich ständig wandelnde Blütenorgie ihre Aromen verströmt und die Besucher leicht und lustvoll durchfluten. Unser Auge erkennt sogar am Horizont die Konturen der Schaumburg und der Einricher Höhenzüge. Chapeau und Danke an Mike Groneberg und sein zuverlässiges Team für die Zusage, hier verweilen zu können! Jeder konnte sich hier in seine sentimentale Welt zurückziehen und der wetteifernden Natur in Farb- und Duftnoten nachspüren oder sich an den fröhlichen Kindern freuen, die im Halbschatten bei packenden Aktivitäten entspannt auf ihre Kosten kamen. Und in dieser „Hängematte des sattsamen Blumenreigens“ spielte unter dem Maulbeerbaum der stilvolle Leierkastenmann eigens für uns feinsinnig ausgewählte Melodien auf der Drehorgel – musikalische Nostalgie, ergänzend zu Kaffee und vielfältigen Torten, bevor der Sommerwein aus dem Bopparder Hamm sein feinherbes Minnespiel eröffnete. Und dennoch … zum Abschied dann ein letztes Medley, ganz leise im Rosenduft … Time, to say good by … Good by my love… und… Auf Wiedersehen.

Nun wieder zurück in die Heimat, über vertraute Hügel und zwischen bekannten Silhouetten hindurch schlängelnd. Die leichte Müdigkeit lässt es zu, dass die Tageseindrücke noch träumend im Nachsinnen abgespeichert werden. Einmalige Erinnerungen, ein Wimmelbild gemeinsamer Momente, zusammen erlebt! - Und im lauen Sommerabend eröffnet die Abendsonne erneut ihr himmlisches Wolken- und Farbenspiel – wird uns noch ein Abendrot als letztes Smiley zu diesem besonderen Tag geschenkt? Punkt 18 Uhr – auf den heimischen Glockenschlag – kehrten wir heim.
Für alle Ausflügler: Genießt nun den Sommer, reiselustig oder zu Hause im Garten – heute haben wir geteilt, was wir alle an Schönem erlebt haben: das Wir in Gemeinschaft. Der Schöpfer könnte sich freuen. Auch darüber, dass wir den „größten Rosendorn des Tages“ nahe der Himbeertorte mit frohem Herzklopfen aus der piekenden Sohle zogen. Gott sei Dank, eine Zange war vorsorglich im Rucksack dabei.

Wolfgang und Monika Müller Fotoalbum

mit Bildern oder ohne Bilder

 

Archiv 2015

 

Abschied von Magnus Habig

Magnus Habig wurde in der Klingelbacher Kirche feierlich aus seinem Amt verabschiedet - nach 15 Jahren wendet sich der Jugendreferent neuen Aufgaben zu.

Es war ein Abschied vor großer Kulisse. Der Familiengottesdienst am Weihnachtsabend hatte hunderte von Menschen in die Klingelbacher Kirche gezogen, wo noch einmal unter donnerndem Applaus ein Krippenspiel unter der Regie von Jugendreferent Magnus Habig gezeigt wurde.

Es war seine letzte offizielle Amtshandlung, und Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom nutzte die Gelegenheit, an seine Verdienste für die Kirchengemeinde zu erinnern und Habig die besten Segenswünsche mit auf den Weg zu geben. „Ich habe heute ein lachendes und ein weinendes Auge“, meinte sie. „Weinend, weil wir so einen fähigen, engagierten Mitarbeiter ziehen lassen müssen, einen echten „Magnus“, einen ganz Großen eben, wie die Lateiner sagen würden. Einen, der die Jugendarbeit im Einrich groß gemacht hat. Einen, der es verstanden hat, den Menschen zu zeigen, dass auch unser Glaube eine ganz große Sache ist.“

Der Katzenelnbogener Habig war seit dem Jahr 2000 für die Kinder- und Jugendarbeit im Einrich tätig und hat über die Jahre Groß und Klein in Sachen Glauben bewegt und geprägt. Er war nicht nur wesentlich für die Konfirmandenarbeit in Klingelbach zuständig, sondern organisierte auch Kinder- und Jugendfreizeiten, leitete Krabbelgruppe und Jugendkreis und wirkte an diversen Gottesdiensten mit.

Nun aber ist seinem Gefühl nach die Zeit für etwas Neues gekommen. „In meiner Arbeit ist es wichtig, den Draht zu den Kindern und Jugendlichen zu haben und ihnen eher Freund als Vater zu sein. Bedingt durch mein Alter rutsche ich aber jetzt eher in die Vaterrolle hinein,“ meint Habig. Daher sei nun die Zeit reif zu Gehen. Er bleibt aber in gewisser Weise seinem Metier treu. Als Erzieher in einer Kita trägt er schließlich auch fortan die Verantwortung für das Wohl von Kindern.

Darauf Bezug nehmend meinte denn auch Peereboom: „Das ist das lachende Auge, wenn wir auf deinen Abschied blicken, Magnus. Zu wissen, dass wir dich zu einer Aufgabe ziehen lassen, die dich reizt und herausfordert, auf die du so richtig Lust hast. Darüber freuen wir uns mit dir!“ Und Carolin Richter vom Kirchenvorstand betont in einem Abschiedsbrief an Habig: „Ich werde die Arbeit mir dir sehr vermissen, den Spaß aber auch die ernsthaften Diskussionen, und wünsche dir aber auch für das neue Kapitel in deinem Leben alles erdenklich Gute“.

Auf den Kirchenvorstand kommen mit Habigs Weggang neue Aufgaben zu. Denn die Evangelische Kirchengemeinde Klingelbach wird nun gemeinsam mit anderen Einricher Gemeinden wie auch mit dem zuständigen Dekanat auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für die frei gewordene Gemeindepädagogenstelle gehen.

Frankreichfreizeit 2015

Kirchengemeinde Klingelbach flüchtete vor dem schlechten Wetter an die Ardeche Sampzon / Frankreich
Vom 26. 03.– 02.04.2015 veranstalteten die ev. Kirchengemeinde Klingelbach unter der Leitung von Jugendreferent Magnus Habig eine Freizeit in Frankreich. Zielgruppe waren 13 – 16 jährige Teenager aus der Gemeinde, die mit 27 Mädchen und Jungen schnell die ursprünglich geplante Teilnehmerzahl übertraf.
Nach 1000 km Fahrt mit Kleinbussen lag vor den Teenagern das schöne Ardechetal, das schnell die lange Fahrt vergessen ließ.

Hohe Schluchten, blühende Pflanzen und warme Temperaturen von bis zu 20 Grad begeisterten gegen das kalte und stürmische Wetter in der Heimat. Gewohnt wurde auf einem vier Sterne Campingplatz, in so genannten Luxus Cottages, eine Mischung aus Wohnwagen und Ferienhaus, direkt am Fluss Ardeche. Auf dem Programm standen zwei Kanutouren auf der Ardeche, eine mit 7 und eine mit 32 km, die so manche Stromschnelle zu bieten hatte und das eine oder andere Boot auch kentern ließ. Doch die mit Neoprenanzügen ausgestatteten Paddler ließ das nicht kalt.

Ein Tagesausflug führte an das Mittelmeer nach Le Grau du Rio. Zuvor wurden in Montpellier, bei einem Tagesausflug Aquädukte und andere schöne Bauwerke bewundert und der Geldbeutel gegen allerlei schöne Dinge geleert, die es bei uns nicht zu kaufen gibt. Zurück im Ardechetal luden der Pont d´ Arc ( Ein Felsrundbogen ) zu einer Besteigung ein und die Höhle Marcel zu einer Besichtigung. Aber auf einer Freizeit vor Ostern sollte auch das biblische nicht zu kurz kommen und so versuchten die Mitarbeiter Nehemia lebendig darzustellen. Schade nur, dass es nun nach 15 Jahren Freizeiten der ev. Kirchengemeinde Klingelbach nach Frankreich, Spanien, Schweden, Dänemark und mehreren Kinderfreizeiten in Deutschland die letzte Freizeit war. Jugendreferent Magnus Habig geht für zwei Jahre in Elternzeit.

 

... sehet die zweite Kerze brennt!

Adventliche Gedanken, Gebete und Klänge zum Thema "Licht" - so lautete das Motto für den ersten Sonntagabend-Gottesdienst
am 6. Dezember 2015.

Es war ein adventlicher, ein ganz besonderer Gottesdienst, den Marianne Schröter vom Kirchenvorstand konzipiert hatte. Der Posaunenchor unserer Kirchengemeinde, das Flötenquartett "Flötentöne" und Uwe Weiland an der Orgel brachten Musik zum Zuhören dar, sie unterstützten die Gemeinde beim Mitsingen und Uwe Weiland übte passend zur Tageslosung einen Kanon mit ein: Mache dich auf und werde Licht.

Es gab eine Geschichte von der Suche nach dem Licht - sehr schön vorgelesen von einem Konfirmanden. Sich auf den Weg machen - darüber konnte die Gemeinde gemeinsam mit Marianne Schröter nachsinnen - und jeder durfte sein eigenes Licht anzünden. In einer Spielszene zeigten einige Konfirmanden welche Möglichkeiten wir haben, selbst ein Licht für andere anzuzünden, wie wir selbst Licht werden können.

Entzünden Sie nun die Kerze links, indem Sie mit der Maus darüber fahren.

An diesem Nikolaustag durften auch die Gedanken über den Nikolaus als"Lichtgestalt" für die Menschen damals und heute nicht fehlen - abgerundet mit der schönen Geschichte vom Studenten und dem Kind. Viele verschiedene Menschen kamen beim Vortragen der Fürbitten zu Wort.
Nach dem Orgelnachspiel, das alle Aspekte dieses Gottesdienstes vereinte, konnte man erfüllt mit adventlichen Gedanken den Heimweg antreten.

Einige Fotos finden Sie im Fotoalbum

Zum Weitersagen: Der nächste Sonntagabend-Gottesdienst findet statt am 3. Januar 2016 um 18 Uhr mit
Musik und Gedanken zur Jahreslosung 2016


Willkommenskultur - Schulranzen für Flüchtlingskinder

Gespendete Schulranzen für die Grundschule sind nur ein Beispiel für die Arbeit der Flüchtlingsinitiative Katzenelnbogen.


Die neu gegründete Flüchtlingsinitiative Katzenelnbogen entpuppt sich als Erfolgsmodell für die Region. Die rund 50 Flüchtlinge erfahren so Nächstenliebe und Unterstützung.

In der Flüchtlingsinitiative engagieren sich unter anderen (von rechts unten) Manja Gretzschel, Heidi Rüttgen, Julia Scherzer, Gabriele Bernards sowie (links von oben) Marianne Schröter, Tena Hafke und Klingelbachs Gemeindepfarrerin Anneke Peereboom.

15 Schulranzen haben die evangelische Kirchengemeinde Klingelbach zusammen mit der Flüchtlingsinitiative Katzenelnbogen gesammelt und an die Grundschule übergeben. Die Tornister sind für Kinder von Flüchtlingen gedacht und für solche, deren Eltern sich den Kauf eines Ranzen nicht leisten können.

In der Gemeinde Katzenelnbogen leben zurzeit knapp 50 Flüchtlinge, unter ihnen etwa ein Dutzend Kinder. Vier gehen in die Grundschule in Katzenelnbogen. „Wir waren überwältigt von der großen Resonanz auf unseren Aufruf hin“, beschreibt Pfarrerin Anneke Peereboom die Hilfsbereitschaft. Sie hat die Ranzen zusammen mit Lern- und Sprachpaten an Rektorin Heidi Rüttgen überreicht. „Manche Leute haben sogar extra neue Ranzen bestellt“, erzählt die Theologin. So werde den Menschen, die durch die Bürgerkriege ihre Häuser, Heimat und auch Angehörige verloren haben, gezeigt, dass sie willkommen sind. Daher sei der Beitritt der Kirchengemeinde zur Initiative ein wichtiger Schritt gewesen.

Zur Willkommenskultur in Katzenelnbogen gehören nicht nur Schulranzen

Erst im November vergangenen Jahres hat sich die Flüchtlingsinitiative um Renate Bärwald gegründet. Mittlerweile hat sie 20 Mitstreiter. So wird die Grundschule auch in anderen Bereichen unterstützt, zum Beispiel helfen die Lernpaten den Flüchtlingskindern bei den Deutsch und Mathe. „Aber auch die deutschsprachigen Grundschüler sind stolz, wenn den sie Kindern dabei helfen, sich einzugewöhnen“, erzählt Rektorin Rüttgen.

Ziel: Jede Flüchtlingsfamilie soll einen Paten bekommen

Die Helfer der Flüchtlingsinitiative unterstützen nicht nur die Kinder. Bei den Treffen geht es auch um Sprachunterricht für Erwachsene, Begleitung bei Behördengängen oder um rechtliche Fragen. Unterstützer sind immer gern gesehen: „Klar bezieht man zunächst den eigenen Freundes- und Bekanntenkreis ein, aber es gibt sicher auch noch viele andere Menschen, die gern helfen und sich auf irgendeine Weise einbringen würden“, ist Helferin Gabriele Bernards überzeugt.

Natürlich wäre es toll, wenn Patenschaften für einzelne Flüchtlinge oder Familien entstünden, aber auch kleine Hilfen seien gefragt: Die Fahrt zur Arztpraxis, zur Schuluntersuchung, zur Bank, zu Kleiderlagern und Flohmärkten, die Begleitung beim Einkaufen oder auch zu Festen in der Gemeinde.

Die Initiative sucht zurzeit Lagerräume. Sie will als nächstes Kleider und Einrichtungsgegenstände sammeln. Bernards und den anderen Engagierten geht es nicht nur um die praktische Hilfe. Sie wollen mit gutem Beispiel vorangehen „Ein Stück weit ist das auch so etwas wie Entwicklungshilfe im eigenen Land, um Berührungsängste vor Fremdem und Fremden abzubauen“, ergänzt Marianne Schröter. „Das braucht seine Zeit.“

Kontakt zur Flüchtlingsinitiative
Wer die Flüchtlingsinitiative Katzenelnbogen unterstützen möchte, erhält nähere Informationen
unter der E-Mail fluechtlingsinitiative.klbo@gmail.com sowie telefonisch unter der Rufnummer 0177-2558745.

Artikel und Fotos (Bernd-Christoph Matern) wurden uns zur Verfügung gestellt von der
Evangelischen Kirche von Hessen-Nassau


Eine Welt verstärken

Unter diesem Leitspruch feierte der Eine Welt Laden Katzenelnbogen am 27.9.2015 auf den Tag genau 25 Jahre nach seiner Gründung dieses Jubiläum mit einem festlichen ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kirche zu Klingelbach.

Viele Menschen, Verkäufer-innen, Vereinsmitglieder und Freunde des fairen Handels waren gekommen um miteinander diesen festlichen Gottesdienst zu begehen.
Mit einer einfühlsamen Interpretation  des "Earth Song" von Michal Jackson an der Orgel begann der Organist Uwe Weiland den Gottesdienst und stimmte die Anwesenden eindrucksvoll auf die Feier zum Thema ein.
Frau Marianne Schröter begrüßte die Gemeinde mit einigen einleitenden Worten und gab danach das Wort an Frau Therese Liesenfeld.


Frau Liesenfeld ging in ihrer Begrüßungsrede auf die Bedeutung des fairen Handels ein, dessen Arbeit unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" vielen Kleinbauern und Genossenschaften die Möglichkeit bietet ihre Waren unter fairen Bedingungen herzustellen und zu verkaufen. Jeder Käufer kann durch sein Kaufverhalten Menschen in fernen Ländern unterstützen und deren Existenzgrundlage sichern. Frau Liesenfeld warb auch um das Interesse von jungen Menschen für diese Idee und dankte allen, die sich bisher für den fairen Handel eingesetzt haben.

Das Leitmotiv des Gottesdienstes bekam mit dem von dem eigens für diesen Tag gegründeten Projektchor mit dem Lied "Eine Welt fair verstärken mit Worten und mit Werken" nochmals eine besondere Deutung.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden ist eine der Seligpreisungen aus der Bergpredigt. Diese Worte aus der Schriftlesung wurden  von Frau Marianne Schröter vorgetragen.

Pfarrer Patrik Chibuko aus Nigeria als Stellvertreter von Bruder Friedrich las anschließend das Evangelium nach Matthäus 5, 13-16. Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. In der anschließenden Predigt von Pfarrer Matthias Metzmacher stellte er diesen Satz (Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt) in Beziehung zum Jubiläum des Eine Welt Ladens. Er machte dies deutlich in dem er vor Augen führte, dass viele Menschen am Projekt "Eine Welt fair stärken" beteiligt sind und mitarbeiten, sei es als Mitglied des Vereins, als ehrenamtlicher Verkäufer-in oder als Käufer.

Bei einem Besuch im Eine Welt Laden in der vergangenen Passionszeit sei klar geworden, dass wir mit unserem Einkauf und Verhalten viel verändern können und ein Zeichen setzen das Gott gefällt und das die Wirtschaft national und vor allem hier im Rhein-Lahn-Kreis zum Guten die Menschen und Natur verändert. Wir arbeiten mit an einer Zukunft wo unsere Kinder erleben, dass die Erde eine gute Gabe Gottes ist und der Mensch dazu bestimmt ist, sie zu pflegen, zu achten und zu schützen.


Nach dem Glaubensbekenntnis von Ernesto Cardenal folgten die Fürbitten in denen Gott angerufen wurde um Gerechtigkeit auf dieser Erde, um eine ausreichende Ernährung sowie einen dauerhaften Frieden. Das Vater unser wurde von Iris Nefferdorf und dem Projektchor auf spanisch gesungen und von der Gemeinde anschließend gebetet.

Zum Schluss entließen Pfarrer Metzmacher und Pfarrer Patrik Chibuko die Gemeinde mit dem Segen und luden alle ein zum anschließenden Kirchenkaffee. Dank des schönen Wetters konnte der Kirchenkaffee im Freien stattfinden. Es wurden Kaffee, Gebäck und Schokolade aus dem fairen Handel angeboten. Die Gruppe Green Sounds brachte dazu als besonderen Genuss einige Lieder aus der Weltmusik zu Gehör.
Die Kollekte dieses Gottesdienstes wird zur Stärkung der Katzenelnbogener Flüchtlingshilfe verwendet.

Wir bedanken uns bei Monika und Günter Nauheimer, die uns freundlicherweise diesen ausführlichen Bericht zur Verfügung gestellt haben.

Ein Dankeschön an Monika Müller für die schönen Fotos, die Sie zusammen mit vielen weiteren Bildern im Fotoalbum anschauen können.

Die Arbeitsgemeinschaft EINE WELT e.V. und Eine Weltladen in Katzenelnbogen feiert in diesem Jahr ihr 25. Jubiläum

Zu einem
ökumenischen Gottesdienst am

Sonntag, den 27. September 2015 um 10.30 Uhr
in der Ev.Kirche in Klingelbach

laden wir alle Bürger und Bürgerinnen aus nah und fern ein.


Gestaltet wird der Gottesdienst von den Pfarrern der Kath. Kirchengemeinde Katzenelnbogen St. Peter und der Ev. Kirchengemeinde Klingelbach, sowie Mitarbeiterinnen des Eine Weltladens Katzenelnbogen.
Die Predigt hält Pfarrer M. Metzmacher aus Marienfels.

Auf den Tag genau, also am 27. September 1990 wurde der Verein gegründet mit dem Anliegen, einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten und den gerechten Handel mit Ländern der Dritten Welt zu fördern. Durch den Verkauf „Fair gehandelter Waren und Produkte“ aus den Bereichen Lebensmittel und Handwerk bekommen die Kleinbauern und Einheimischen, oft zusammengeschlossen in selbst gegründeten kleineren Genossenschaften, für ihre Arbeit und ihre Erträge einen fairen Lohn und können so ihre Existenzgrundlage sichern. Außerdem finanzieren sie soziale Einrichtungen wie Schulen, Krankenstationen, landwirtschaftliche Projekte, z.B. Bewässerungsanlagen, u.v.m. aus ihren Gewinnerträgen.

Unser Eine Weltladen in Katzenelnbogen befindet sich nun
schon seit einigen Jahren in der Untertalstraße 18 gegenüber der Volksbank, hat geregelte Öffnungszeiten und wird von ca. 25
Mitarbeiter/innen betreut. Die Mitgliederzahl unseres Vereins ist inzwischen auf  67 Mitglieder angestiegen.
Unser Angebot reicht von Kaffee, Tee, Gewürzen, Weinen, Säften, Schokoladen und Süßigkeiten aller Art, Korbwaren, Lederwaren, Schmuck bis hin zu einigen Artikeln für Haus, Hof und Garten.

Wir freuen uns über alle Besucher und Interessierte, die Augen, Ohren und ein Herz für einen fairen Welthandel und das Wohlergehen der Bevölkerung in der Dritten Welt haben.

Marianne Schröter

 

Gottesdienst mit Christina Brudereck und Benjamin Seipel

Wer am Sonntag den Gottesdienst besuchte, merkte beim Blick in den Altarraum sofort, dass es heute einen Gottesdienst der besonderen Art geben würde.
Vor dem Altar stand ein Flügel, umrahmt von Technik, Mikrofonen und schwarzem Lesepult, stehengeblieben vom Konzertabend von Christina Brudereck und Benjamin Seipel. Nach der Begrüßung durch Jürgen Hoder gestalteten die Beiden überwiegend mit ihrer Liturgie und Benjamin Seipels Musik den Gottesdienst. Neben traditionellen Liedern, begleitet von Uwe Weiland an der Orgel, lernten die Besucher Taize-Lieder und neuere Kirchenlieder kennen, die B. Seipel mit der Gemeinde einübte.

Christina Bruderecks Predigt stand unter dem Thema „Wie aus Fremden Freunde werden“ , zu Grunde lag der Predigttext aus dem Alten Testament Buch Ruth 2,10.
Ruth, die ihren Mann und ihre Kinder durch den Tod verloren hatte, zog als eine fremde Frau mit ihrer Schwiegermutter Naemi wieder nach Bethlehem und fand dort in der Fremde Freunde und ein Zuhause. Das für uns heute so aktuelle Thema fand durch Chr.Bruderecks Ausführungen und Geschichten aus fernen Ländern noch mal einen anderen Blickwinkel auf das Leben als Fremde in fernen Ländern.

Mit einem Vaterunser, übersetzt aus dem Aramäischen, der Sprache Jesu, und dem Segen, für das, was vor uns liegt in der kommenden Woche und Zeit, verabschiedeten sich unsere Gäste und wurden mit Beifall belohnt.
Text: Marianne Schröter

Kirchenkonzerte


Schulgottesdienst am 7. September 2015

Mit Musik, Geschichten, Gebeten und einem besonderen Segen für die Erstklässler wurde in der Kirche zu Klingelbach mit Menschen aller Religionen, Konfessionen und Überzeugungen der Start in einen neuen Lebensabschnitt gefeiert. Der Gottesdienst stand unter dem Motto: Gott hält zu Dir!

Der Einladung zu diesem besonderen Start in ein neues Schuljahr waren viele Schülerinnen und Schülern, Eltern, Großeltern, Freunde, Erzieherinnen und Erzieher aus den Kitas, Lehrerinnen und Lehrer der Grundschule Katzenelnbogen gefolgt.
Auch Pfarrerinnen und Pfarrer waren zahlreich erschienen: Pfarrerin Antje Dorn (Kirchengem. Kördorf), Pfarrer Andreas Becker (Kirchengem. Dörsdorf-Reckenroth), Pfarrer Bruder Friedrich Neumüller (Katholische Kirchengem. Katzenelnbogen),
Pfarrvikarin Dr. Anneke Peereboom (Kirchengem. Klingelbach), Uli Landes (Evangelische Gemeinschaft Katzenelnbogen)

Es war ein fröhlicher Gottesdienst für die Kinder und mit den Kindern. Musik, Lieder, Bewegung spielten eine große Rolle und alle machten begeistert mit - unterstützt von Familie Zaan.


Kleine Theaterszenen verdeutlichten immer wieder das Motto des Gottesdienstes:
Gott gibt mir, was ich brauche. Er ist stets an meiner Seite und hält fest zu mir.


Frau Dr. Peereboom erklärte den Kindern, was es bedeutet einen Segen zu bekommen:
Wissen, dass alles
gut ist.

Als Zeichen, dass es den Segen erhalten hat,
setzte jedes Kind anschließend
einen farbigen Fingerabdruck in
Gottes Hand.

Uwe Weiland begleitete den Gottesdienst an der Orgel und hatte für sein Orgelvorspiel und Orgelnachspiel besonders schöne Musik für Kinder ausgesucht - die auch von den Erwachsenen genossen wurde.

Bitte beachten Sie auch die weiteren Termine für den Kindergottesdienst Kindergottesdienst

Einführung des neuen Kirchenvorstandes

Am 5. September 2015 wurde im Rahmen des Abendgottesdienstes der neue Kirchenvorstand eingeführt.

Passend zum Eingangslied „Die güldne Sonne voll Freud und Wonne“ schickte die Abendsonne noch ein paar letzte Strahlen durchs Fenster. Nach dem Einzug aller Mitglieder des alten und neuen Kirchenvorstandes begrüßte Pfarrer Schmidt die Gemeinde. Er rief in Erinnerung, dass der Kirchenvorstand Hüter, Bewahrer und Kümmerer ist, der die Gemeinde fördert, tröstet und bewahrt. Dieser Aufgabe ist der alte Kirchenvorstand in seiner sechsjährigen Amtszeit von 2009 bis 2015 mehr als gerecht geworden.
Der Vorsitzende Jügen Hoder stellte in seinem Rückblick die verschiedenen Aufgabengebiete und Tätigkeiten des Kirchenvorstandes vor und erinnerte so an besondere Begabungen und Verdienste jedes einzelnen Mitgliedes.

Aus dem alten Kirchenvorstand wurden Ines Petzold, Christel Weber und Norbert Herold mit einem Gebet und Gottes Segen verabschiedet. Sie durften eine Dankesurkunde, Blumen und ein Buch in Empfang nehmen.

Ein besonderer Dank wurde Jürgen Hoder für seine Tätigkeit als Vorsitzender ausgesprochen.

Nach dem gemeinsamen Lied: "Befiehl du deiner Wege" sprach Pfarrer Schmidt in seiner Predigt über Sorgen und Möglichkeiten der Verarbeitung. Die große Hilfe durch das Vertrauen auf Gott wurde durch das gemeinsame Lied: „Nun danket all und bringet Ehr“ abgerundet.

Pfarrvikarin Dr. Peereboom erinnerte an die Wahl des neuen Kirchenvorstandes im April und dankte allen daran Beteiligten. Als sie über die Aufgaben des Kirchenvorstandes sprach, zitierte sie unter anderem, was schon damals Paulus im 1. Korintherbrief in Kap. 12 geschrieben hatte:

Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.
Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr.
Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.
In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller;
dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem andern wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist;
einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist;
einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen.
Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will.

Und so ermutigte sie den neuen Kirchenvorstand die eigenen Begabungen einzubringen, um Augen, Ohren, Hände, Füße und Mund der Gemeinde zu sein.
Nach den Versprechen - zunächst des Kirchenvorstandes und anschließend der Gemeinde - wurden Buchgeschenke als Willkommensgruß überreicht.

Es folgte das gemeinsame Lied: „Vertraut den neuen Wegen“. Nach dem Gebet, dem Segen und dem Orgelnachspiel von Uwe Weiland war der Gottesdienst zu Ende.
Doch von vielen Besuchern wurde gerne die Einladung angenommen, die Marianne Schröter nach der Lesung zu Beginn des Gottesdienstes ausgesprochen hatte: Zu einem gemütlichen Zusammensein, zum Kennenlernen des neuen Kirchenvorstandes, zu Gesprächen und Gedankenaustausch.

Der neue Kirchenvorstand stellt sich vor:

von links nach rechts: Jürgen Hoder, Ingeborg Heuser, Carolin Richter, Wolfgang Müller, Marianne Schröter, Sabine Wagner-Olivotto, Raimund Theis, Rita Rübsamen-Dietrich, Gabi Schmidt. Es fehlt: Ursula Vermeulen,

Weitere Informationen Kirchenvorstand

Besuch des Holzappeler Kirchenchors am 22.08.2015

Am Samstagabend besuchte der Holzappeler Kirchenchor unsere Kirche. Pfarrvikarin Dr. Peereboom feierte eine Andacht mit den ca. 45 Menschen und der Chor trug ein paar Chorstücke vor.

Die Andacht war der Abschluss eines Ausfluges an den Rhein und man wollte in unserer schönen Kirche am Ende noch ein wenig zur Besinnung kommen.

Wir gedenken

Wenige Tage vor seinem 83. Geburtstag verstarb am 4. Juli Pfarrer i.R. Erich Bamberger.
Er war von 1964 bis 1996 Pfarrer in Klingelbach. Für die Gemeinde eine prägende Zeit.

Der erste Wohnsitz der Familie war noch das alte Pfarrhaus, aber schon bald fand der Umzug ins neue, jetzige Pfarrhaus statt.
Die Eingewöhnungszeit war bestimmt nicht immer leicht, aber mit Mut und Gottvertrauen begann er seine Arbeit. Wichtig war ihm dabei immer, für seine Gemeindemitglieder da zu sein und Seelsorge zu betreiben.
Eines seiner Lieblingslieder war "Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist ..."
In der 2. Strophe des Liedes heißt es: "Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid." Dies, für seine Gemeinde zu sein, war sein Wunsch und sein Bestreben.

Mit den Zeilen "er will uns dahin leiten, wo er uns will und braucht" endet die Strophe. Erich Bamberger wurde in der großen Gemeinde sehr gebraucht. Unermüdlich war er im "Flecken" und in den Dörfern, die zu seiner Gemeinde gehörten, unterwegs. Bis heute Bedeutendes und für die Gemeinde Wertvolles wurde geschaffen. Einiges soll erwähnt werden.

So durfte er am 1. Februar 1968 den Ev. Kindergarten in den Weiherwiesen einweihen. Zahlreiche Kinder haben ihn derzeit besucht und sich dort wohlgefühlt.

"Weil Leben heißt sich regen, weil Leben wandern heißt ..." Die vielen mehrtägigen Ausflüge, die er vorbereitete und für die Mitarbeiter gestaltete, sind bestimmt bei allen unvergessen.

Wissen wir eigentlich noch, wenn wir unser Kirchenecho lesen, dass er zu den Mitbegründern gehörte? Das "Echo" lag ihm sehr am Herzen.

Unvergesslich ist mit ihm aber die Renovierung unserer Kirche in den Jahren 1993 bis 1995 verbunden. Seine ganze Kraft steckte er in dieses Projekt. Mit viel Kampfgeist konnte er es in Darmstadt durchsetzen, dass unsere wunderschönen Fresken im Altarraum freigelegt und restauriert wurden.

Das Bild zeigt ihn nach Vollendung der Arbeit im Einweihungsgottesdienst am 12. November 1995. Er durfte stolz und glücklich sein.

Im Herbst 1996 trat er in den Ruhestand und zog mit seiner Frau, die ihn in all den Jahren bescheiden, aber unermüdlich unterstützte, nach Marburg.
Zu Festen und Jubiläen kam er dann und wann als gern gesehener Gast zurück.

Vertrauen wir nun Erich Bamberger seinem letzten Weg an und seien wir dankbar für sein Wirken in unserer Gemeinde.
Vertrauen wir dem Weg, auf den ihn Gott gesandt.

Annemarie Lang-Venema


Gemeindefest in Allendorf

Am Sonntag, dem 19. Juli 2015, feierte die ev. Kirchengemeinde Klingelbach ihr Gemeindefest im Dorfgemeinschaftshaus in Allendorf.  

Schon lange vor Beginn des Gottesdienstes strömten mehr und mehr Besucher in den Saal. Damit alle einen Platz bekamen, kümmerten sich die Helfer noch schnell um weitere Tische und Stühle. Auch die Flüchtlinge, die einen Platz in unserer Gemeinde gefunden haben, waren der Einladung gefolgt und wurden herzlich begrüßt.

Frau Schröter hieß die Gemeinde willkommen und richtete Grüße aus von der erkrankten Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom. Die spontan von einer Gottesdienstbesucherin geäußerten "Schöne Grüße zurück" sind mittlerweile sicher bei ihr angekommen.

Pfarrer Jürgen Schmidt war - an seinem letzten Urlaubstag - spontan eingesprungen und ging in seiner Andacht auf das Lob Gottes ein.

"Jauchzet dem Herrn alle Welt" (Psalm 98,4)

Es war ein fröhlicher Gottesdienst mit viel Musik.

Der Chor CANTEMUS unter der Leitung von Thomas Leber und der Posaunenchor unter der Leitung von Jürgen Müller gestalteten diesen Gottesdienst musikalisch mit. Uwe Weyland begleitete am Klavier den Gesang der Gemeinde und übte erfolgreich mit allen Besuchern den Refrain von "Lobe den Herren, meine Seele" als Kanon ein, bei dem am Ende alle kräftig mitsangen. Der Gottesdienst fand seinen Abschluss in dem von CANTEMUS gesungenen "Vater unser" und dem Nachspiel des Posaunenchores.


Im Anschluss daran kam der Beitrag der ev. Kindertagesstätte Katzenelnbogen. Die Kostüme ließen den Inhalt des Vortrags schon ahnen: Die Kleinen sangen ein Lied über die Kinder dieser Welt. Dabei wurde deutlich, wie viele Gemeinsamkeiten bei den Kindern aus Afrika, den Indianern, den Chinesen zu finden sind.

Gerne nutzten die Kinder anschließend die Angebote des Teams der Kindertagestätte zum Kinderschminken und zum gemeinsamen Spiel und Spaß.

Für Speis und Trank war bestens gesorgt. Man konnte sich am leckeren Mittagsessen bedienen und bald darauf wurde auch schon das verlockende Kuchenbuffet aufgebaut. Noch lange genossen viele das gesellige Miteinander. Es war so, wie Frau Schröter in der Begrüßung gewünscht hatte: Eine schöne Zeit in der Gemeinschaft der Christen miteinander unter Gottes großem Dach, unter dem wir alle zu Hause sind.

 

Besuch in der evangelischen Kirche Klingelbach

Am 25.05.2015 besuchte Frau Wiederstein von der Grundschule im Einrich mit ihrem ersten Schuljahr die Kirche. Die Texte und die Fotos hat sie uns für die Homepage zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Das Thema Kirche und Einrichtung von Kirche brachte uns auf die Idee die evangelische Kirche Klingelbach zu besuchen. Die Pfarrerin, Dr. Anneke Peereboom nahm sich viel Zeit für uns und erklärte uns die Kirche. Vielen Dank hierfür :). 


Die Kirchenbänke gehören zur Kirche, weil hier die Kirchengemeinde dem Gottesdienst lauscht.
Wir lauschten den Erklärungen von Frau Peereboom



Hier sind Kanzel und Altar zu sehen. Von der Kanzel predigt Frau Peereboom. Von dort oben ist sie besonders gut zu hören. Auf dem Altar liegt die Bibel, stehen Kerzen und liegt das Tuch, das je nach Zeit gewechselt wird. 


Frau Wiederstein an der Orgel: Ganz ungewöhnlich, die einzigen beiden Lieder, die ich auf der Orgel konnte, waren "Oh du fröhliche" und "Alle meine Entchen" :).
Gerne sagen die Kinder mit.

Frau Peereboom erklärt uns, wie die Taufen in Klingelbach ablaufen. Handwarmes Wasser kommt in die silberne Kanne, von dort schüttet sie es in eine Schüssel und dann benetzt sie den Kopf des Täuflings. 

Vielen Dank Frau Peereboom, der Besuch in der Kirche war sehr lehrreich. :)

 

Pfingstmontag - Gedanken eines Gottesdienstbesuchers

Sicher schwebte nicht nur mir diese Frage im Kopf: Es ist ein hoher kirchlicher Feiertag im Jahr. Trotzdem ist Pfingsten für viele Menschen mit einem großen Fragezeichen versehen. Was feiern wir da eigentlich?

In der Predigt vom Pfingstsonntag stand die Frage im Mittelpunkt: „Pfingsten – was ist das eigentlich?“ Da an Pfingsten ja der Heilige Geist die eigentliche Hauptperson ist, geht es heute am Pfingstmontag vor allem darum, der Frage nachzuspüren: „Heiliger Geist – was ist das eigentlich?

Die Pfarrerin begrüßt wie immer alle Besucher persönlich am Eingang - eine wunderbare Geste des Willkommens. Sehr schön auch die recht neue Sitte der Begrüßung in der Kirche durch ein Mitglied des Kirchenvorstandes.
Nach den ersten drei Strophen des Liedes „O Heiliger Geist, kehr bei uns ein“ gibt es heute anstelle unserer klassischen Eingangsliturgie einen meditativer Teil mit Texten über den Heiligen Geist: Ein moderner Psalm aus der Feder von Hanns Dieter Hüsch und Uwe Seidel, zwei Texte des Heiligen Augustin und am Schluss ein Gebet an den Heiligen Geist, verfasst von Hildegard von Bingen. Diese Texte werden jeweils mit einzelnen weiteren Strophen des Liedes „O Heiliger Geist, kehr bei uns ein“ umrahmt.


Nach der Schriftlesung (Joh 14,23-27) folgt wunderbar passend der frohe Gesang von CANTEMUS mit "Rejoice, o Juda". Vielleicht geht es nicht nur mir so: Ich fühle mich plötzlich gut vorbereitet und sehr neugierig auf die Predigt, die mir helfen soll, die Fragen und Unklarheiten um den heiligen Geist zu klären.

Beim Eintritt in die Kirche fand man eine Vermisstenanzeige mit einer nicht zu identifizierten Personenablichtung. Gesucht wurde der Heilige Geist. Keiner der Gottesdienstbesucher konnte zu Beginn der Predigt einen Hinweis geben auf die äußere Erscheinung noch auf den Aufenthaltsort. Pfarrvikarin Dr. Anneke Peereboom führte uns mit ihren Worten und Erklärungen auf eine ganz andere Spur.
Das hebräische Wort Ruach (rûah) für Atem, Wind, Geist möchte ich deshalb so schnell nicht vergessen, denn es erinnert mich an die Inhalte dieser Pfingstmontagspredigt.

Nach der Predigt bleibt das gute Gefühl, dass wir alle den heiligen Geist in uns tragen und ihn nicht irgendwo suchen müssen.
CANTEMUS mit "Love is the answer" empfinde ich als gelungene Abrundung.

Es folgen die Abkündigungen, die Fürbitten und das Vaterunser. Anschließend hören wir noch einmal CANTEMUS mit "Segne und behüte".

Nach dem Segen dürfen wir noch einmal das wundervolle Orgelspiel unseres Organisten genießen, der den gesamten Gottesdienst mit seinem Spiel musikalisch begleitet hat.

Am Ausgang werden wir alle wieder von unserer Pfarrerin verabschiedet.
Viele der Gottesdienstbesucher verlassen mit der Predigt zum Heiligen Geist in ihren Ohren und Gedanken einen beeindruckenden Gottesdienst.


Mit beiden Beinen auf dem Boden und einem weiten Blick

Musikalisch abwechslungsreicher Ordinationsgottesdienst für Anneke Peereboom in evangelischer Kirche Klingelbach

Mit einem festlichen Gottesdienst ist Pfarrvikarin Dr. Anneke Peereboom am Sonntag ordiniert und als neue Gemeindepfarrerin in Klingelbach ins Amt eingeführt worden. Der gute Gottesdienstbesuch und viele Glückwünsche während eines Empfangs bewiesen die Freude über die Wiederbesetzung der Stelle nach gut einjähriger Vakanz.

Als Mensch, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht und gleichzeitig einen weiten Blick besitzt, bezeichnete Propst Oliver Albrecht die Theologin in seiner Ordinationsansprache. „Was eine Pfarrerin können muss, kannst du sogar sehr gut“, zitierte Albrecht aus ihrem Studienzeugnis. Sicher schaue Peereboom auch nach neuen Wegen, wo alte nicht mehr weiterführen. „Tradition bedeutet ja nicht das Weiterreichen der Asche, sondern der Glut.“ Für das erste Jahr in Klingelbach wünschte der Propst der Pfarrvikarin aber zunächst eine ruhige Kraft und genügend Zeit zum Kennenlernen.

 Zusammen mit Pfarrerin Cornelia Seinwill aus Niedernhausen, Pfarrvikarin Marion Mühlmeier aus Darmstadt, Cornelia Kuhn aus Oberstedten und dem Englisch sprechenden Joe Downing aus dem Bundesstaat New York, wo Peereboom ihr Spezialvikariat absolvierte, segnete und sendete Propst Albrecht die neue Klingelbacher Gemeindepfarrerin für ihren Dienst in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.


Foto: Joachim Stegemann

Dass die Amtseinführung der Beginn einer starken Gemeinschaft zwischen Gemeinde und Pfarrerin ist, hoffte Dekan Christian Dolke. Der „gute Hirte“, der im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand, führe die Menschen auf ihrem Weg und die Pfarrerin mache sich dabei mit auf den Weg. Dolke ermunterte Kirchenvorstand und Gemeinde zum steten offenen und produktiven Dialog mit ihrer Pfarrerin und dabei nicht zu vergessen, dass es sich bei ihr auch nur um einen normalen Menschen handelt, der auch eine Familie hat.


Foto: Joachim Stegemann

In ihrer Predigt über das populäre Gottesbild des Hirten machte Peereboom der Gemeinde Mut, über den großen Fragen nach dem Sinn des Lebens nicht stehen zu bleiben oder gar zu verzweifeln. Es sei eine großartige Botschaft, sich trotz Zweifeln und Unvollkommenheit auf den verlassen zu können, der gesagt habe „Ich bin die Wahrheit und das Leben“, so die Theologin. „Die großen Fragen können wir sein lassen, weil es einen gibt, der uns kennt und liebt.“

Die Liturgie gestaltete auch Vakanzvertreter Pfarrer Jürgen Schmidt mit, dem Seelsorger für die zweite Pfarrstelle Klingelbachs. Musikalisch wurde der Festgottesdienst ausgesprochen vielseitig und anspruchsvoll umrahmt. Neben Uwe Weiland und Joe Downing an der Orgel wirkte der Posaunenchor Klingelbach unter Leitung Jürgen Müllers mit, der Chor Cantemus sowie das Quartett „Flötentöne“; Dekanatskantor Martin Samrock und Markus Liebendahl aus Niedernhausen stimmten abwechslungsreich a cappella und am Keyboard mit der Gemeinde Lieder an.

Der Kirchenvorstandsvorsitzende Jürgen Hoder hatte die Gottesdienstbesucher bereits zum Gottesdienst mehrsprachig begrüßt, um die Gäste aus Amerika und Peerebooms niederländischen Ehemann gebührend willkommen zu heißen. Während eines Empfangs in der Kirche nutzten viele Menschen die Gelegenheit, der Theologin bei Kaffee und Kuchen persönlich viele gute Wünsche zu übermittelten. Mit einer tollen Video-Botschaft taten das beispielsweise die Kinder aus dem zur Kirchengemeinde gehörenden evangelischen Garten für Kinder in Katzenelnbogen. Jugendreferent Magnus Habig begrüßte mit einem Beitrag der Jugendgruppe die neue Pfarrerin. Grußworte kamen auch von Uli Landes von der Evangelischen Gemeinschaft. Von der katholischen Gemeinde war Bruder Friedrich gekommen. Aber auch Vertreter aus der Politik wie Ortsbürgermeister Hans-Jörg Justi, Verbandsgemeinde-Beigeordneter Hans-Joachim Schaefer und Katzenelnbogens Stadtbürgermeister Horst Klöppel wünschten Peereboom alles Gute und hofften auf eine gute Zusammenarbeit mit ihr.

Zum Foto:
Freuten sich über die neue Gemeindepfarrerin Anneke Peereboom in ihrer Mitte und wirkten bei ihrer Ordination mit (von rechts): Jürgen Hoder, Joe Downing, Dekan Christian Dolke, Propst Oliver Albrecht, Pfarrerin Cornelia Seinwill, Pfarrvikarin Marion Mühlmeier, Cornelia Kuhn und Pfarrer Jürgen Schmidt.
Foto links und Text: Bernd-Christoph Matern, Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Rhein-Lahn

 

Etwas ganz Besonderes konnten die Gottesdienstbesucher in Klingelbach erst später erfahren:
Auch die Gemeinde in Amerika hat Frau Peereboom aus der Ferne "mitordiniert".
Mit einem Kompass wurde im Gottesdienst geschaut, wo Deutschland liegt und dann erhoben alle in diese Richtung segnend ihre Hände. Ein wunderschönes Zeichen der Verbundenheit!
Vielen Dank für das Foto aus Syracuse, NY

Viele weitere schöne Fotos finden Sie in einem
Fotoalbum.


Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom

 

Von Amerika aus in die Klingelbacher Kirche verliebt
Dr. Anneke Peereboom wird am 19. April ordiniert und als Gemeindepfarrerin ins Amt eingeführt
Nachdem sie bereits die ganze Welt gesehen hat, beginnt für Dr. Anneke Peereboom jetzt mitten im Einrich ein bedeutender neuer Lebensabschnitt: Die Pfarrvikarin wird am Sonntag, 19. April um 14 Uhr für ihren Dienst in der Kirche ordiniert und als neue Gemeindepfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach ins Amt eingeführt. Sie übernimmt die Nachfolge von Jürgen Wieczorek, der im Januar vor einem Jahr als Pfarrer in die Schweiz wechselte.

Mit der Vita der 36-Jährigen, die relativ spät im Pfarrberuf ihre Berufung fand, ließe sich bereits jetzt ein spannendes Buch füllen. Die Schnellversion: Geboren in Offenbach, aufgewachsen in Usingen, studiert sie nach dem Abitur in Mainz Publizistik und Theaterwissenschaft, lernt während eines Auslandssemesters in Helsinki ihren aus Holland stammenden späteren Ehemann kennen und setzt auf den erfolgreichen Magister noch eine Promotion obendrauf. Nicht nur ihre Doktorarbeit über das Verhältnis von Franz Josef Strauß zu den Medien, insbesondere dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, findet Beachtung; auch ein Volontariat beim ZDF ist im Gespräch. "Eine  berufliche Karriere im Medienbereich lag quasi wie auf einem Silbertablett vor mir", erinnert sie sich.

Zusammen mit ihrem schon berufstätigen Freund ließ sie aber alle Sicherheiten, die Heimat sowie „Regeln und Routinen des Alltags“ zurück; mutig nahmen die Beiden eine 15-monatige Auszeit, in der sie nur mit einem vollen Rucksack ausgerüstet einmal um die Welt reisten. „Schon aufgrund der Tatsache, dass mir mein Mann während dieser Reise den Heiratsantrag machte, war das die beste Entscheidung meines Lebens“, schmunzelt die Weltenbummlerin. Aber auch die inneren Weichen fürs Theologiestudium wurden dort gestellt. Nach der Konfirmation hatte sie zwar Kontakte zur Jugendarbeit in der Kirchengemeinde geknüpft und sich dort engagiert. Peereboom: „Das war ein Aha-Erlebnis, weil man genommen wurde, wie man ist und nicht den Supercoolen raushängen lassen musste“. Aber der Pfarrberuf war ihr damals doch eine Nummer zu groß. „Ich habe so viel Hochachtung vor dem Beruf gehabt und mich gefragt, was mich überhaupt dazu berechtigen würde, ihn auszuüben“, erzählt die Pfarrvikarin. Der berufliche Wendepunkt habe sich nicht wie bei Mose im brennenden Dornbusch offenbart, eher sei es wie bei Elia am Berg Horeb ein „sanftes stilles Säuseln“ gewesen, das ihr während der erdenden Tour durch die Welt die Tür zur Theologie wies.

 

Um sich das Theologiestudium in Mainz zu finanzieren, arbeitete sie in Teilzeit bei der Lufthansa und betreute auf dem Airport in Frankfurt unter anderem hilfsbedürftige Fluggäste. Eine gute seelsorgerische Schule, wie sie heute nach dem Wechsel vom Bodenpersonal des Flughafens zum „Bodenpersonal Gottes“ weiß. Nach einem Vikariat in Oberstedten bei dem für seine Rundfunkandachten und zeitgemäßen Verkündigungsformen bekannten Pfarrer Dr. Fabian Vogt, begann sie vor einem Jahr ihr Spezialvikariat in einer amerikanischen Partnerkirche der EKHN, vier Autostunden von New York entfernt.

Dort lernte sie mit ihrer Familie auch via Internet ihre künftige Wirkungsstätte im Einrich kennen.

Als Peereboom nach vielen virtuellen Begegnungen erstmals real vor der Kirche in Klingelbach stand, war sie mehr als angetan von dem Gotteshaus: „Das war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sie sich. Und dass die Menschen, mit denen sie nun zusammenarbeitet, „mit Herzblut bei der Sache sind“, hat sie nach den ersten Tagen schon begeistert registriert. „Ich möchte jetzt erst mal mehr Auge und Ohr sein als Mund“, beschreibt die Theologin, was sie sich für ihren Beginn in Klingelbach vorgenommen hat. Kennenlernen, was den Menschen wichtig ist und sie im Glauben begleiten, insbesondere mit einer ihrer liebsten theologischen Leidenschaften, dem Predigen.

Peereboom ist nicht allein ins Klingelbacher Pfarrhaus eingezogen. Ihr Ehemann und die beiden anderthalb und fünf Jahre alten Kinder freuen sich ebenfalls, das Leben und die Menschen im Einrich kennen zu lernen sowie die wunderschöne Landschaft, von der die Wanderin und Naturliebhaberin sehr angetan ist.

Fotos und Text: Bernd-Christoph Matern, Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Rhein-Lahn


 

Osternacht 2015 - Aus dem Dunkel ins Licht


Es ist noch dunkel morgens um 6 Uhr. Etwas Licht kommt vom Himmel, vom ersten Frühlingsvollmond. Funken des Osterfeuers erhellen das Dunkel. Die feierliche Stimmung wird untermalt mit "Morning has broken", gespielt mit der Querflöte.

CANTEMUS singt "Bleibet hier und wachet mit mir" - im Wechsel mit Lesungen und Gebet.

Danach der Einzug in die noch dunkle Kirche, begleitet vom Querflötenspiel.

Es werde Licht

Nach der biblischen Lesung aus der Schöpfungsgeschichte,
im Wechsel in hebräischer Sprache und deutscher Übersetzung, singt CANTEMUS "Laudate, omnes gentes"


Das Leben war das Licht

Es folgt die Lesung aus dem Johannesevangelium, in griechischer und deutscher Sprache, danach CANTEMUS mit "Meine Hoffnung und meine Freude"

Die biblische Lesung der Ostergeschichte, der Einzug der Osterkerze, begleitet von einer feierlichen Orgelmeditation, ein Gebet und anschließend unter Glockengeläut das Weitergeben des Lichtes der Osterkerze an die Osterkerzen der Gemeinde - es wird hell in der Kirche und in den Herzen der Menschen.


"Christ ist erstanden" und nach der Andacht der Pfarrerin "Wir wollen alle fröhlich sein" - die frohe Botschaft ist bei uns angekommen.

Nach dem Gottesdienst fröhliches Treffen im Dorfgemeinschaftshaus in Klingelbach zum gemeinsamen Osterfrühstück mit leckeren Zutaten und an wunderbar dekorierten Tischen.
Ein herzliches Dankeschön an die fleißigen Helfer, die alles so schön vorbeitet haben.

Mehr Fotos zur Osternacht gibt es in den Fotoalben

   

 

Karfreitag 2015

 

Dornenkrone und Kreuz -  Stille!

„Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“

Das Kreuz, Symbol christlichen Glaubens,  Dreh- und Angelpunkt im Verhältnis zwischen Gott und uns.

Es erinnert uns an das Leiden Jesu - uns zuliebe!
Der beeindruckende Gottesdienst an Karfreitag mit der abschließenden Lesung der Passionsgeschichte, untermalt von Orgelsequenzen, bleibt den Besuchern sicher lange im Gedächtnis.

Stück für Stück wurde der Altar abgeräumt - am Ende wurde die Dornenkrone hingelegt.

Doch mit diesem traurigen Tag ist die Geschichte nicht zu Ende.

Und deshalb wollen wir uns Ostern nicht entgehen lassen!



weitere Fotos siehe Fotoalbum

 

Weltgebetstag der Frauen am Freitag, 06. März 2015

Wie in jedem Jahr, ist der 1. Freitag im März, diesem Ereignis vorbehalten und wird in der ganzen Welt gefeiert. In diesem Jahr haben die Frauen von den Bahamas die Liturgie mit Beten, Singen und Nachdenken für diesen Tag geschrieben.
Ein farbenfrohes Bild mit Sonne, Meer, Strand und Palmen empfing die vielen Christinnen und Christen zum Weltgebetstag der Frauen in der kath. Kirche von Katzenelnbogen.

Frau Marianne Schröter gab allen Anwesenden einen Einblick von dem Inselstaat. Natürlich denkt fast jeder nur an Palmen, Strand, Sonne und reiche Einheimische und Urlauber, aber der Tourismus brachte Reichtum den Reichen aber auch Armut den Armen.
Die spanischen Eroberer gaben der Inselgruppe den Namen ‚Bahamas’ bedeutet: ‚flaches Land’. Da es dort aber keine Bodenschätze gab, verloren sie schnell das Interesse, und die Engländer nahmen von ihr Besitz.
Die Engländer unter König Wilhelm der III. von England, der aus dem Hause Oranien-Nassau stammte, übernahmen den Inselstaat und er gab der Hauptstadt den Namen ‚Nassau’. Die Bevölkerung war überwiegend schwarz, jedoch die Verwaltungsbeamten waren alle weiß.

Die reichen Leute vom Festland (auch von Kuba) kamen, um dort ihr Geld gut anzulegen denn die Bahamas gelten bis heute als ein Steuerparadies, das milde Klima trug das ihrige da zu bei. Geldwäsche, Korruption sowie ein Umschlagplatz für Drogen, damit erlangten die Bahamas auch zweifelhafte Berühmtheit.

 

Die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Ausland, eine hohe Verschuldung, Arbeitslosigkeit und zunehmender Rassismus gegen Migranten, hohe Vergewaltigungsraten und Prostitution sind die Schattenseiten dieses Inselstaates.
Die Bevölkerung ist sehr jung, nur 6% sind älter als 65 Jahre.
Die Bahamas sind eine parlamentarische Monarchie, ihr Staatsoberhaupt ist immer noch die Königin von England, Elisabeth II.
Es gibt dort ein gut ausgebautes Schulsystem, die Frauen (wenn sie Arbeit haben) verdienen nur 1/3 ihrer männlichen Kollegen. Viele Mütter sind jünger als 18 Jahre und traurige Statistik ist, dass dort die größte Brustkrebsrate der Welt herrscht. Warum, weiß bis heute niemand!

 

Nach dieser Einführung erzählten Ulrike Vinzentz, Sigrid Hoder und Ursula Vermeulen, wie vor 65 Jahren in der schottisch-Presbyterianischen Kirche in der Hauptstadt Nassau der 1. Weltgebetstag gefeiert wurde. Heute sind es mehr als zehn christliche Konfessionen, die diesen Tag feiern.
Anschließend sang die Gemeinde das Lied ‚Auf den Bahamas’, begleitet von M. Schröter (Flöte) und Birgrid Gemmer (Gitarre).
Den Ruf zum Gebet sprachen Birgit Bach, Sigrid Hoder Ingeborg Heuser und U. Vermeulen.

Danach folgte das Lied ‚Lobe den Herrn meine Seele’, gefühlvoll an der Orgel begleitet von  Wolfgang Jakupka.
Noch einmal riefen die vier Frauen zum Lobpreis auf, indem sie die Schönheit der Inseln, der Bahamas, beschrieben. Die Gemeinde antwortete mit: Unser Gott, wir preisen dich und mit dem Lied: Laudate omnes gentes, laudate Dominum.

   

Ulrike Vinzentz trug die Lesung aus dem Johannesevangelium, Joh.13, 1-17 vor, in dem berichtet wird, wie Jesus seinen Jüngern die Füße wusch und dies auf Unverständnis bei seinen Jüngern stieß, er aber versicherte: Ein Diener ist nicht größer als sein Herr und ein Bote nicht größer als sein Auftraggeber! Handelt so, wie ich an euch gehandelt habe!
Das anschließende Halleluja wurde inbrünstig von der Gemeinde mitgesungen.

 

Sechs Frauen, U. Föhrenbacher, Edith Götsche, Rita Schreiner, Petra Larisch, Mechthild Jessen und Monika Nauheimer gehen zum Altar und zeigen der Gemeinde Schilder mit ‚ihren’ gesellschaftlichen Anliegen, wie Armut, häusliche Gewalt, Migranten, jugendliche Mutter, HIV und Aids, Brustkrebs.

   

Nach der gegenseitigen symbolischen Fußwaschung werden die Schilder umgedreht als gewandelte Perspektive in: Fülle erleben, überwundene Scham, Willkommen sein, begleitet sein, in unserer Mitte sein, Heilung erleben.
Nach dieser Meditation sangen alle: Begreife, was ich für dich tu’

  

Die Fürbitten zu diesem Thema wurden auch von den o.g. Frauen vorgetragen begleitet von dem Liedruf ‚Guter Gott, sei mit uns’.

Es folgte das ‚Vater unser’ aus Westindien, nach einer Calypso-Melodie, welches alle gekonnt mitsangen. Danach wurde zur Kollekte aufgerufen als Zeichen, dass wir in einer Welt als Geschwister leben.
Den Segen sprach die neue Pfarrerin aus Klingelbach, Frau Anneke Peereboom.

Zum Abschluss folgte hingebungsvoll das Lied: Der Tag ist um, die Nacht kehrt wieder, auch sie, o Herr, ist deine Zeit!

Das schön geschmückte Pfarrheim lud dann ein zum Essen mit einer Kürbiscremesuppe, Brot und Kokos-Karamellcreme-Tee sowie Gebäck. Gedankenaustausch und gute Gespräche rundeten diesen schönen Weltgebetstag 2015 ab.

Herzlichen Dank an Renate Bosch für den Bericht und die Fotos!

Archiv 2014

 

Den allerschönsten Apfel brach ich...

Mit Backrezepten für Apfelkuchen als Eintrittskarte begann für die Besucher des
3. Klingelbacher Kirchen Konzertes eine sehr unterhaltende und kurzweilige Vorabendstunde.
Nachdem die Glocken der Ev. Kirche in Klingelbach den Abend eingeläutet hatten, begann ein Berliner Ensemble, als Sprecher das Ehepaar Schneider und am Klavier Angela Stoll, sein literarisch-musikalisches Apfelprogramm.

Sie hatten viel zu erzählen in Worten, mit Tönen und Klängen, was es mit dem Apfel so alles auf sich hat. Beginnend mit dem biblischen Text von Adam und Eva aus dem Alten Testament, in vielen Märchen, z.B. der Gebrüder Grimm ,in Sagen und Geschichten aus der griechischen Mythologie spielt der Apfel eine bedeutende Rolle, als Zank- und Streitapfel, als begehrtes Objekt, der über Leben und Tod entscheidet oder aber Liebende zusammenführt.


Gedichte, Sprüche und Ratschläge für die unterschiedlichsten Lebenssituationen brachten die Zuhörer zum Schmunzeln und Lachen.
Die musikalischen Einlagen und in die Geschichten miteinbezogenen Melodien, Klänge und Tonfolgen machten die gesprochenen Texte lebendig und spannend. Nicht nur lyrische Texte brachten die beiden Sprecher ausdrucksstark dar, sondern gaben auch historische Hintergründe und sachliche Informationen rund um den Apfel an die Zuhörer weiter.
Rundum waren diese 80 Minuten eine amüsante und spannende Märchenstunde für Erwachsene und ein informativer Beitrag zum Thema „Apfel“, gekonnt vorgetragen von Antje und Martin Schneider und musikalisch kommentiert von Angela Stoll.
Für den Nachhauseweg durften sich die Besucher einen Apfel aus dem Korb nehmen und sicherlich hat der eine oder andere sich wieder beim Reinbeißen an die Apfelgeschichten oder Gedichte erinnert.

Kommt, von allerreifsten Früchten
Mit Geschmack und Lust zu speisen!
Über Rosen soll man dichten
in die Äpfel muss man beißen

Weitere Fotos finden Sie hier Fotoalbum

 

Kanutour in Schweden war ein großes Erlebnis!

Sandhem Schweden  Vom 10.08.2014 – 17.08.2014 verbrachten 17 Teenager ihre Sommerferien in Schweden.

Die evangelische Kirchengemeinde Klingelbach  hatte zu einer Kanutour in Schweden eingeladen. Teenager im Alter von 13 - 16 Jahren hatten dabei die Freizeit gebucht und in Schweden eine Menge erlebt. Unter der Leitung von Jugendreferent Magnus Habig lernten die Teenager Schweden von seiner natürlichsten Seite kennen. Nach mehrstündigen Auto- und Schifffahrt durften sich die Teilnehmer über Nacht ausruhen und für ihre Tour stärken.

Dann ging es los! Kanus wurden mit Lebensmitteln, Zelten, Spirituskochern und Dingen des persönlichen Bedarfs gepackt und innerhalb kurzer Zeit zu Wasser gelassen. 5 Tage bei Temperaturen um die 16 Grad und mit viel Regen verbrachten die Teilnehmer dann in der freien Natur. Das saubere Wasser des Flusses Tidan half den Teens beim Kochen, Waschen, Baden und natürlich Spaß haben. Der Fluss bot für die Kanufahrer eine Menge.


Von ruhigen Seenplatten, über Schilfdurchzogene Flussauen und Stromschnellen war für das Auge und die Arme, beim paddeln alles geboten. Das ein oder andere Mal musste eine Stelle umtragen werden. Neben diesen Erlebnissen boten die Betreuer der Freizeit, mit Kreativem, Sportlichem und Spielen ein lebendiges Programm. Auch der Austausch über den Glauben kam in Bibelarbeit und Andachten nicht zu kurz. Nachdem die Gruppe wieder in der Zivilisation angekommen war, genossen die Teilnehmer einen Tagesausflug in Jönköping mit anschließendem Besuch in einer schwedischen Süßwarenfabrik, in Mullsjö. Am letzten Tag zog die Teilnehmer in ein typisches schwedisches Häuschen ein und wärmte sich in der Hauseigenen Sauna wieder auf. Zurück in Deutschland angekommen stellten die Schwedenreisenden zufrieden fest, dass in ihrer Heimat auch kein besseres Wetter ist und war. Nach der Freizeit waren sich viele der Teilnehmer einig: Nächstes Jahr fahren wir wieder mit, wenn es mit der Kirchengemeinde in den Osterferien nach Südfrankreich geht! Anmeldungen wird es in nach den Sommerferien geben und können beim Jugendreferenten angefordert werden: 06486/902556

 


Gemeindeausflug 2014 in die Kroppacher Schweiz und zum Stöffelpark - Naturräume jenseits der Zeit -

Nach dem Mittelrheintal mit Maria Ruh‘ im letzten Jahr war der aktuelle Ausflug auf eine weitere Großlandschaft unserer Region gerichtet, dieses Mal ging es in den Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.

Mit zwei Bussen und einem Marketender-Sprinter legten wir am ersten Septembersonntag los, auf schnellen Straßen vorbei an Grafen-, Bischofs- und Fürstenstädten. Die Zentren von Diez, Limburg, Hadamar, Westerburg und Hachenburg lagen mit ihrer grauen Wetterkulisse bald hinter uns. Die Reiseroute ging auf der sog. Alte Straße (Frankfurt/ Köln) über den hohen Westerwald bis zum ersten Etappenziel in das Nisterbergland mit dem Naherholungsgebiet Kroppacher Schweiz. Frühnebel auf den Höhen verhinderte einstweilen die Blicke nach links und rechts zum Neuwieder Becken oder Siebengebirge und über das Siegerland oder in Richtung Biedenkopf (Sackpfeife). Selbst die berühmten Wäller Berge, die Fuchskaute und der Stegskopf, hüllten sich noch in dichte Nebelschleier, obwohl sie so markant aus der Basalthochfläche herausragen. 

Und plötzlich bog der Konvoi rechts ab auf eine längere Gefällstrecke mit einem leicht schweizerischen Panorama ...kurz danach ist das Ziel erreicht: der Jugendcampingplatz der Gemeinde Heuzert, direkt an der Nister. Aussteigen, Toilette, und los ging es für die 87 kleinen und großen Wanderer über den „Wilhelmsteg“ auf eine einsame aber wildromantische Wanderstrecke entlang dem schönsten Abschnitt der großen Nister. Vom Fuße der Fuchskaute her kommend mäandriert das Gewässer in seinem Mittellauf gemächlich durch das devonische Schiefergebirge und modelliert so die reizvolle Landschaft der Kroppacher Schweiz mit seinen engen Tälern und schönen Auen am Ufer, die zum Innehalten einluden.

Eindrucksvolle Naturbilder in der beinahe schöpferischen Stimmung am Zusammenfluss von kleiner und großer Nister in Heimborn (Deutsche Eck an der Nister). Hier am seichten Ufer versuchten Groß und Klein, flachgewetzte Steine im Stepptanz weit über die ruhige Wasseroberfläche zu pitschen. Und weiter ging es, nun am vereinten Wasserlauf entlang, bis unterhalb des amtlichen Nister-Pegels (bei Hochwasser ca. + 270 cm). Jenseits der typisch steinernen Fahrbrücke erreichten wir nach einer knappen Stunde wieder planmäßig unsere Busse und weiter ging‘s.

Nicht zu vergessen ist ein Dankeschön an die Bürgermeister(in) in Heuzert und Heimborn, die stets die organisatorischen Wünsche uneingeschränkt unterstützten.

Jetzt talaufwärts entlang der Nister erreichten wir auf schlängelnder Straße bald das nächste Ziel, die Abtei Marienstatt, ein Anziehungspunkt für Gottesdienste, Konzerte, Autorenlesungen aber auch für Begegnungen mit Kunst, Literatur und Natur. Und hier tat sich im späten Orgelsommer überraschend ein musikalisches Zeitfenster für unsere Orgelmeditation auf. Als Gäste in der Zisterzienser Abtei konnten wir abermals innehalten - geschenkte Ruhe, sich selbst finden, beseelt zuhören dem Jahrhundert-Gedicht „Ich wünsche dir Zeit“ von Elli Michler, erfüllt von den Klängen der großen Orgel mit ihren 4500 Pfeifen, die Christian Heck für uns vielfältig und souverän herausforderte. Da blieb nur einzustimmen „Großer Gott, wir loben dich...“. Ein ökumenisches Erlebnis, in der Abteikirche, für alle! Und Rasmus hatte auch noch eine Frage: Wie heißt das letzte Orgellied? Christian gab die Antwort. Es war weder ein Kinder- noch ein Zirkuslied, sondern echte italienische Orgelmusik mit dem Titel „Toccata per organo al postcommunio“. Und dann, Gott sei’s wiederum gedankt, eine zügige und köstliche Mittagsrast im Brauhaus brachte allen die verbrauchte Energie sofort zurück. 

Und dann ging es auf den Weg in die Erdgeschichte - zum Stöffel, ein Berg an der großen Nister, dessen Basaltkuppe in den letzten 100 Jahren fast vollständig abgebaut wurde und dadurch 80 m an Höhe verloren hat. Und unter der relativ jungen Basaltablagerung beginnt die nächste Erdschicht; hier inzwischen eine weltweit bedeutende Fossillagerstätte, die im Fokus wissenschaftlicher Ausgrabungen steht. Was haben die glühenden Lavaströme vor mehr als 25 Millionen Jahren alles unter sich begraben - wohl ganz gewiss den Stöffel-See mit Krokodilen und Schildkröten. Die Neugierde der Archäologen und Geologen lüftet jetzt nach und nach den Deckel der Erdgeschichte einen winzigen Spalt breit. Mehr als 20.000 Fossilien wurden inzwischen geborgen. Und auch wir ließen uns in diese erdgeschichtlichen Betrachtungen entführen ebenso wie in die 100 Jahre alten Werksanlagen für den Basaltabbau. Doch in den ersten Führungen erkennt man lediglich die besonderen Dimensionen dieser Schatzkammer. Jeder fühlte sich mitten drin: die Kinder mit den Grabungssets auf der Suche nach fossilen Zeugnissen und die Erwachsenen je nach ihren Neigungen auf dem imposanten Steinfühlpfad, im riesigen Abbaugelände, auf dem Brecher-Spaziergang oder in den alten Werkstätten an den Maschinen. Wiederkommen ist fast Pflicht. Erst recht dann, wenn anschließend von mitreisenden guten Feen in sonniger Pracht Kaffee und Kuchen „angerichtet“ werden und ein Gläschen kühler Wein diesen endlichen Augenblick in der Nachmittagssonne für jeden so einmalig lebenswert macht. Wer hatte da wohl seine Hände im Spiel?

Danke, es war einfach nur schön! ... so klang es zum Abschied am Abend. Vielleicht konnte der eine oder die andere Gottes Schöpfergeist wahrnehmen. Und wenn es nur für einen Tag das Abstreifen und Zurücklassen dessen war, was belastet, um sich entspannt und befreiter wieder dem Alltag zuzuwenden. Wohlfühlen unterm weiten Firmament - 4,6 Milliarden Jahre nach dem Urknall und direkt am Türschlitz der Erdgeschichte - stets und immer wieder neu eine lebendige Gemeinde, diesmal im Kreis von fast 90 frohgelaunten Menschen.

Unterm Strich macht dieser Ausflug klar: Wir hatten die Gnade, uns selbst mit allen Sinnen an diesem Tag wahrzunehmen und uns selbst zu finden. Das gilt aber nicht für alle - das müssen wir auch erkennen! Das “ Zeit“-Gedicht gibt es längst in der Blindensprache, Orgel- und Glockenklänge werden den Blinden gleichermaßen faszinieren, der Duft einer Rose im Klostergarten wird ihn ebenso anregen, die prächtigen Farben der Rosen jedoch und das lichtflimmernde Plätschern der Nister kann er nur ahnen und sinnergänzt hören - zusammen mit Vogelgezwitscher und leisem Insektensummen. Die Freude indes an dem flach übers Wasser geworfenen und tanzenden Stein bleibt ihm verwehrt. So wahrgenommen, sind wir reich mit unseren Erlebnissen heimgekommen! 

Wolfgang Müller

Dank der vielen schönen Fotos von Monika Müller und Dirk Othegraven können
Sie den Ausflug auch im Fotoalbum noch einmal genießen.
Den wunderbaren Bericht von Wolfgang Müller können Sie hier ausdrucken.

Musik aus den USA in Klingelbacher Kirche

Ungewohnte Klänge erfüllten am Sonntag, den 28.09.14 die Klingelbacher Kirche. Hörte man am Morgen noch die Orgel mit dem gewohnten Liedgut des Gesangbuches spielen, so erfüllten am frühen Abend Klänge von Schlagzeug, Mandoline, Bass, Gitarre, und E-Gitarre den Raum des Gotteshauses. Steve Savage aus Nashville in den USA war mit seiner Dreierformation angereist und brachte den Nashvillegroove in die Kirche. Rund 60 Konzertbesuche von Kindern bis zu den Senioren waren gekommen und hatten sich einladen lassen.

Savage besang Geschichten des Lebens, von Liebeskummer, über verlorenes Gepäck, bis dazu, dass man manches im Leben nicht so ernst nehmen sollte. Wichtig war ihm auch deutlich zu machen, dass er Christ ist und er meist in öffentlichen Gebäuden spielt, um mit seiner Lebensweise und Musik Menschen für den Glauben zu begeistern.

Begeistern konnte er auch die Klingelbacher Gemeinde, die nach der Zugabe fröhlich in Gespräche mit der Band eintauchte und noch lange in der Kirche verblieb.
Steve Savage feierte damit auch den Abschluss seiner Tour, zuvor war er in Städten wie Berlin, Potsdam, Duisburg, Stuttgart, München unterwegs
und so machte es Jugendreferent Magnus Habig, der das Konzert organisiert hatte, schon ein bisschen stolz, den Namen Klingelbach
unter solchen großen Städten zu sehen.


Vom Gedenkkreuz zum Friedenskreuz

Wir gedenken unter dem  Kreuz und beten für den Frieden

In diesem Jahr werden wir am Volkstrauertag auf ein Jahrhundert zurück blicken, das mit dem Ersten Weltkrieg begann und eine breite und lange Spur von Gewalt und Unterdrückung nach sich zog, nicht nur auf unserem Kontinent. 
Für jeden mitten im Leben und - nach den grausamen Geschehen, in der leeren Stille - jeder vor Tod und Leid und vor zertrümmerten Hoffnungen. Auch in allen Orten der Kirchengemeinde Klingelbach. Und Hass und Gewalt sind noch immer nicht überwunden. 

Es bleibt die Aufforderung an die EKD-Synode wie an alle Kirchenparlamente, in der Debatte um die Friedensethik nun Position zu beziehen zu den Hasstiraden auf der Straße und zu den Kriegen von der Ukraine bis nach Syrien und zu den Folgen der Konflikte - massenhaft flüchtende Menschen, auch zu uns, wenn sie durchkommen. In Klingelbach begann das Nachdenken zur Überwindung von Gewalt mit einem einfachen „Gedenkkreuz“.

Nach längeren Überlegungen errichtete die Kirchengemeinde 1954 auf dem alten Totenhof eine “würdige Gedenkstätte für die Gefallenen und Vermissten des gesamten Kirchspiels ...“.

Die urwüchsig gepflegte Gedenkstätte mit einem ausdrucksvollen Kreuz aus Eichenholz sollte sich von anderen Kriegerdenkmalen jener Zeit abheben. Bescheiden umgrenzt von einer aus Kauber Schiefer gesetzten halbkreisförmigen Terrassenmauer, inmitten alter Bäume mit Ruhebänken umgeben. Ergänzend dazu ein Gedenkbuch in der Kirche vor der Gedenktafel mit den Namen aller Gefallenen und Vermissten des letzten Krieges, die im Jahresverlauf im Gottesdienst „aufgerufen“ d.h. verlesen wurden. Die fortwährende Erwähnung in der Liturgie wandelte mit den Jahren die Impulse aus dem leidgeprägten Gedenken um in ein Nachdenken über Gewaltlosigkeit und Frieden. 

 

Der schon seit 1957 verpachtete Totenhof ging nach dem Bau der Leichenhalle 1997 auf die Ortsgemeinde Klingelbach über. Aus Gründen der Verkehrssicherung wurde das inzwischen marode Kreuz in 2004 niedergelegt und damit verwaiste der besinnliche Ort um sein christliches Lebenssymbol für sieben Jahre. Oft war zu hören: Hej fehld des Kräiz! Auf Antrag von Herrn Willi Gemmer, ehemaliger Ortsbürgermeister von Klingelbach und heute 93 Jahre alt, beschließt die Kirchengemeinde Klingelbach 2011 ein neues Kreuz aufzurichten. Erleichterung war zu spüren. Denn auch das Gedenkbuch liegt weiterhin zum Nachblättern in der Kirche bereit.

Und was hat uns das Kreuz heute zu sagen? Hier Auszüge aus den Gedanken von Pfarrer Jürgen Wieczorek am Volkstrauertag 2011:

„Jesus sah seine Mutter an, die unter dem Kreuz stand, und den Jünger, den er lieb hatte ...“. Mit diesen zunächst seltsam erscheinenden Worten aus der Passionsgeschichte im Johannes-Evangelium weihte Pfarrer Walther Künkel am Volkstrauertag 1954 das Gedenk-kreuz ein. In dieser Szene der Passionsgeschichte ist der weite Horizont der Gewalt und des Friedens zusammen gehalten: Das Kreuz steht für Jesus Christus. ER, der Mensch gewordene Gott litt unsäglich unter menschlicher Gewalt, Folter und menschenverachtender Brutalität. ER starb für uns am Kreuz. Stand das alte Kreuz noch in seiner existentiell spürbaren Nähe für das „Gedenken an die Gefallenen“ der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts, so werden wir mit dem neuen Kreuz auf diesem unvergessenen Hintergrund den Horizont zur Mahnung für den Frieden und angesichts des Gekreuzigten und Auferstandenen zu beten und sich dafür zu engagieren: Christus ist unser Friede, selig sind, die in seinem Namen Frieden machen! Millionen Tote mahnen uns zum Frieden in der Welt, zu Verständigung und Versöhnung unter den Völkern. Nie wieder Krieg. Dafür steht stumm, aber beredt dieses Kreuz.

In diesen Tagen umkreist ein deutscher Astronaut mit Begeisterung unsere schöne Erde und „erlebt“ als universaler Kronzeuge die Gedanken des Gebets der Vereinten Nationen: 

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kleinkinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen. 

  Volkstrauertag 2014, Wolfgang Müller

Viele weitere Fotos finden Sie im Fotoalbum "Friedenskreuz".
Den Text mit Bildern können Sie hier ausdrucken.


Auf Luthers Spuren - Reise nach Eisenach

Luthers Wege......sind unergründlich.
Um einen Teil dieser Wege und das Umfeld des Reformators zu erkunden, waren die Kirchengemeinden Klingelbach und Singhofen gemeinsam unterwegs.
Die Busfahrt führte nach Eisenach, wo bei einer Stadtführung die Schulzeit Luthers und sein Dasein als Sänger beleuchtet wurde, wie auch die Verbindung zwischen Luther und Bach. (Einer der großen protestantischen Komponisten, womit die Evangelischen in diesem Punkt klar führen.)
Am Nachmittag schließlich die Auffahrt zur Wartburg, auf der Luther Schutz fand und das neue Testament übersetzte, die aber auch in anderen geschichtlichen Dingen eine große Rolle spielte.
Am zweiten Tag die Fahrt nach Eisleben und Mansfeld, Anfangs- und Endpunkte in Luthers Leben und prägend für die ganze Region.

Zum Abschluss schließlich Schmalkalden, als Hauptstadt des Schmalkaldischen Bundes gegen die Katholiken und Besitz der Landgrafen von Hessen, also eigentlich eine katzenelnbogische Kolonie.
Im Ganzen drei Tage, die das Leben und die Gedankenwelt des Reformators näher brachten und zur Beschäftigung mit Luther einluden.

 

Fotos und Text: Carolin Richter Fotoalbum


Orgelmusik war Balsam für die Seele

Im Rahmen der Orgelfestwochen verstand es Paul Goussot das Publikum mit seinem brillanten Spiel in Begeisterung zu versetzen.

Die Schöler Orgel in der evangelischen Kirche zu Klingelbach ist ein Kleinod ihrer Art. In den Jahren 1790 bis 1792 gebaut, gehört sie mit ihrem unverwechselbaren Klang zu einer der bedeutendsten Orgeln weit über die Grenzen der Region. Das Spiel auf dieser Orgel hat schon viele namhafte Organisten begeistert. Schon seit 2007 ist die Klingelbacher Orgel einer der Austragungsorte des internationalen Orgelsommers Rheinland Pfalz. In diesem Rahmen war diesmal der junge Titularorganist der berühmten Dom Bedos-Orgel von St. Croix in Bordeaux, Paul Goussot, zu Gast.


Sein ausgezeichneter Ruf als Organist eilte ihm voraus und so wurde das Konzert für die Zuhörer nicht nur zu einem ganz besonderen Hörgenuss, es war auch Balsam für die Seele.

Das Konzert war den Komponisten des Barock und der Vorklassik gewidmet. Es begann mit Georg Friedrich Händels „Concerto in Judas Maccabaeus.“  Johann Pachelbels „Hexachordum Apollinis“ wird als einer der Höhepunkte in Pachelbels Werk angesehen. Es umfasst sechs Arien. In Klingelbach erklang die „Aria Sexta: Aria Sebaldina.“. 
In diesem Jahr jährt sich der 300. Mal der Geburtstag von Christoph Willibald Ritter von Gluck. Er gilt als einer der bedeutendsten Opernkomponisten. Goussot hatte sich für seinen Vortrag seine Transkription einer Arie ausgesucht.
Immer wieder gab es Zwischenapplaus, denn die Zuhörer waren so begeistert, dass sie den dankbaren Applaus nicht bis zum Schluss aufsparen wollten. Ganz gleich welcher Komponist auch vorgestellt wurde, Paul Goussot verstand es durch gezielte Registrierung jedem Werk seinen eigenen Charme zu verleihen.
So auch erneut bei Händels „Organ concerto opus 4 und 5“, geschrieben als Zwischenspiele von Oratorien.
Jean Philippe Rameau stand als nächster Komponist auf dem Programm. Hier widmete  Goussot der Transkription der Oper „Dardanus“ von Yves Reichsteiner, das Prelude from Dardanus, Act IV, und der eigenen Transkription der Gigue from Pigmalion. Der Höhepunkt des Abends war wohl Johann Sebastian Bachs „Organ Concerto BWV 594 in C Major nach Antonio Vivaldi. 

Goussot ist mehrfach ausgezeichnet und hat Orgelimprovisationen gewonnen, er hat auch eine Leidenschaft Stummfilme zu begleiten, so auch die „Passion der Jeanne d`Arc“. Als Sahnehäubchen des Abends begeisterte er die Zuhörer mit einer leidenschaftlich in vollem Werk mit allen Registern vorgestellten eigenen Komposition.

Herzlichen Dank an Frau Sigrid Baumann, die uns diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat. Fotoalbum


Klingelbacher Kirchen Konzert mit Wolfgang Mayer

Am Sonntag, dem 27. April 2014 war der Gitarrist Wolfgang Mayer aus Eppstein unser Gast beim Klingelbacher Kirchenkonzert. Die ausgewählten Gitarrenstücke waren Kompositionen aus Spanien, Brasilien, Italien, Nordamerika und Deutschland. Mit kurzen und auch schon mal längeren, humorvollen Geschichten führte er die Zuhörer zu seinen Gitarrenstücken hin. Seine Virtuosität und stimmungsvolle Darbietung auf den sechs Saiten seiner Gitarre begeisterte die Zuschauer auch dieses Mal und sie zeigten dies durch reichlichen Applaus.

Weitere Fotos vom Konzert finden Sie hier

 

Gottesdienst am Osterfeuer

Am Ostersonntag versammelten sich um 6 Uhr in der Frühe viele Gemeindemitglieder der Ev. Kirchengemeinde Klingelbach unter dem altehrwürdigen Bergahorn bei Vogelgezwitscher und Hahnenkrähen zum Ostergottesdienst. In der Nähe des Osterfeuers am großen Friedhofskreuz lasen KV-Mitglieder Texte über das Feuer und seine Bedeutung im alten und im neuen Testament. Untermalt wurde die Lesung von Querflötenmusik, gespielt von Hanna Schröter, was die besinnliche Stimmung in dieser frühen Morgenstunde verstärkte. Danach zog die Gemeinde in die noch unbeleuchtete Kirche begleitet von meditativer Orgelmusik unseres Organisten Uwe Weiland. Die liturgischen Texte befassten sich mit der Besonderheit der Osternacht, stellten Fragen und gaben Antworten. Bei Glockengeläut wurde die Osterkerze, entzündet am Osterfeuer, in den Altarraum gebracht . Nach der Auferstehungsgeschichte gaben zwei Gemeindemitglieder das Licht der Osterkerze an die Gottesdienstbesucher weiter und es erfüllte mit seinem Leuchten den Gottesraum. Alle Besucher wurden von Herrn Hoder zum Osterfrühstück in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Fleißige Hände hatten dort schon alles vorbereitet. Kaffeeduft und der Geruch von frischen Brötchen empfingen die Frühaufsteher, die an österlich gedeckten Tischen Platz nahmen und sich das Frühstück munden ließen.


Fotos vom gemeinsamen Frühstück 2014

im Fotoalbum

 

Weltgebetstag am 7.3.2014

Einen Bericht zum Weltgebetstag, der am 7.März 2014 in der katholischen Kirche gefeiert wurde, gibt es hier.

Fotos dazu finden Sie im Fotoalbum


Abschied von Pfarrer Jürgen Wieczorek

DANKE für den überwältigenden Abschied, den Ihr mir in "meiner" Kirche bereitet habt!

Ihr habt mich reich beschenkt! Damit meine ich jetzt nicht die vielen schönen, kreativ ausgewählten Dinge, welche Ihr mir mit auf den Weg gegeben habt und die mich an Euch und unsere gemeinsame Zeit erinnern werden. Die vielen wertschätzende Worte und wohlmeinenden Gefühle allerdings haben meine Seele segensreich beschenkt!
DANKE - sagt und fühlt von Herzen Euer Jürgen Wieczorek.
Ausführlicher Bericht von Bernd-Christoph Matern (Öffentlichkeitsreferent)


Archiv 2013

Konzert Samuel Harfst 03.11.2013

Über 200 Menschen füllten das Klingelbacher Kirchenschiff, um den Klängen besonderer Musik zu lauschen. Samuel Harfst war auf Einladung von Jugendreferent Magnus Habig, mit seiner Band nach Klingelbach gekommen, um ein ganz besonderes Konzert zu bieten.
Die fünfköpfige Band untermalte die deutschen Texte mit einer großen Anzahl von Instrumenten. Cello, Saxophon, Piano, Cajon, Schlagzeug  vier Gitarren, Bass, um nur einige zu nennen, erfüllten die große Kirche der evangelischen Kirchengemeinde mit ihren Klängen und umrahmten den Gesang von Samuel Harfst.

Knapp zwei Stunden unterhielt er das altersgemischte Publikum mit Liedern, wie Ehrengast, das Privileg zu sein, Sehenswürdigkeit oder Schritt zurück, wie sein aktuelles Album heißt. Der aus Gießen/Hüttenberg stammende Singer und Songwriter brachte das Publikum immer wieder zum mitsingen und so verließ er nach seinem letzten Lied die Bühne und das Publikum sang sein Lied immer weiter. Auch die obligatorische Zugabe durfte nicht fehlen. In seinen Liedern beschreibt er nicht nur besondere Momente mit Gott, sondern auch Themen des Alltags, wie Abschied oder Liebe. Samuel Harfst hinterließ mit seiner Musik viele bleibende Eindrücke und so war es kein Wunder, dass er noch lange nach dem Konzert in Gespräche mit seinen Zuhörern vertieft war und Autogramme gab. Samuel Harfst war über die gut gefüllte Kirche positiv überrascht, da er sonst nur in großen Städten wie Darmstadt, Böblingen, oder Berlin unterwegs ist. Im kommenden Jahr setzt er die erfolgreiche Konzertlesung mit Samuel Koch fort und untermalt die Texte von Samuel Koch. Die Musik des Abends vom 3.11.13 wird in einigen Besuchern noch lange weiterklingen.

 

Wandertag der Ev. Kirchengemeinde Klingelbach nach Maria Ruh

- 128 Wanderer entdecken ein Stück übersehene Heimat und noch viel mehr - Zu den Fotos!

„Einmalig schön soll es werden in dieser Sommerzeit am 7. Juli 2013, wenn sich die Evangelische Kirchengemeinde Klingelbach auf eine Wanderung begibt, um einen festlich-fröhlichen Familiengottesdienst auf der Rheinhöhe gegenüber der Loreley zu feiern“ ... und dieser Einladung folgten aufgeschlossene Menschen aus vier Generationen. Das Motto hieß „Geh aus mein Herz und suche Freud...“ mit dem Ziel Maria Ruh, dort, wo die Loreley am schönsten ist!

Einen ausführlichen, schwärmerisch noch einmal mit auf die Wanderung nehmenden Bericht von unserem Wanderführer Wolfgang Müller lesen Sie hier auf einen Klick!

Konzert für Cello und Klavier in der Evangelischen Kirche zu Klingelbach

Ein Klingelbacher Kirchenkonzert der besonderen Art erlebten die Zuhörenden auf einer musikalischen Reise von Schweden über Deutschland nach Italien. Die einfühlsam und virtuos von Carl Bäckmann-Künkel (Cello) und Eva Bäckmann (Klavier) aus Schweden vorgetragenen Kompositionen von Lars-Erik Larsson „Pastoralsuite“, Georg Goltermann „Konzert C-Dur für Cello und Klavier“ und Giovanni Pergolesi „Sinfonia für Violoncello und Basso continuo“ erfüllten klangvoll den Kirchenraum.

Die als Zugabe das Konzert beschließende Cello-Sonate von Haydn spielte Carl Bäckmann-Künkel auf dem Cello, auf welchem sein Vater vor 60 Jahren in Klingelbach in einem Weihnachtsgottesdienst aufspielte, während sein Großvater als Klingelbacher Pfarrer den Gottesdienst leitete. Johannes Künkel, der Vater und Conférencier des Konzertes, bemerkte dazu ansprechend: „Die Cello-Musik des Enkels predigt hier vor dem Altar genauso wie die Worte seines Großvaters damals.“ Die Anwesenden waren begeistert und freuen sich schon jetzt auf die nächste musikalische Cello-Predigt!

Die Spende am Ausgang des Konzertes wurde spontan auf Wunsch der musizierenden Familie für die Flutopfer gesammelt und erbrachte 353€.

 

Archiv 2012

 

 CANTEMUS und Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach auf Probenwochenende 19.-21.10.2012

„Musik war der Herzschlag der Reformation“ - deshalb wurde auf dem Weg zum großen Jubiläum „500 Jahre Reformation / 1517-2017“ das laufende Jahr zum „Jahr der Kirchenmusik“ erklärt. CANTEMUS und der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach würdigen das entsprechend, indem sie den Reformationsgottesdienst musikalisch festlich prägen.

Die Sängerinnen und Sänger von CANTEMUS zogen am Wochenende vom 19. - 21.10.2012 ins Grafenschloss nach Diez um dieses Ereignis - und vorausschauend bereits die Stücke für das Weihnachtskonzert - intensiv vorzubereiten.

Am Samstagnachmittag kam der Posaunenchor dazu und man studierte gemeinsam in der Stiftskirche die Choräle ein, in welchen Posaunenchor und CANTEMUS, Orgel und Gemeinde ein jubelndes Loblied auf die Gnade Gottes und den Glauben, der in der Freiheit und in Liebe lebendig ist, anstimmen werden.
Bilder im Fotogaleriearchiv

Besonderes Orgelkonzert für Kinder im Rahmen des Kultur-Sommers
Rheinland-Pfalz

Lesen Sie hier den Bericht unserer begeisterten Küsterin!


Archiv 2011


Dank und Anerkennung für Klingelbacher Posaunenchor

Seit 85 Jahren „predigen“ Mitglieder mit ihrem Klang - Landeswart Kunkel ehrt Keiling und Müller

Landesposaunenwart Johannes Kunkel (links) und Andreas Heinze (rechts) vom Posaunenwerk der EKHN zeichneten Chorleiter Jürgen Müller für seinen 40-jährigen Bläserdienst und seine 27 Jahre währende Tätigkeit als Chorleiter aus


KLINGELBACH. (2.November 2011) Auch wenn es kein Jubiläum im klassischen Sinn war – Lob und Anerkennung haben sich die Mitglieder des Posaunenchores der evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach allemal verdient. Und davon gab es während eines Festgottesdienstes anlässlich des 85-jährigen Bestehens des Chores reichlich.

 
Gemeindepfarrer Jürgen Wieczorek würdigte das Engagement der Bläserinnen und Bläser als eine besondere und bewegende Form der Predigt. Dabei unterstrich er mit Blick auf das Reformationsfest die Bedeutung der Kirchenmusik für den Protestantismus und zitierte Martin Luther, der schrieb: „Ich gebe der Musik den ersten Platz – nach der Theologie!“ Luther habe die Musik geliebt, weil sie ein Geschenk Gottes und nicht der Menschen ist, weil sie die Seelen fröhlich macht, den Teufel verjagt und unschuldige Freude weckt. Und Wieczorek ergänzte: „Posaunenklang verschönert und bereichert nicht nur den Gottesdienst, er vertieft die Verkündigung mit musisch bewegender Kraft.“ Der Theologe wies auf den 150. Psalm hin „Lobt Gott mit Posaunen!“ als Wiege der Posaunenchöre. Eine Übersetzung, die Luther zu verdanken ist. Im Original sei von „Widderhörnern“ geschrieben, die damals im Tempel geblasen wurden.
 
Landesposaunenwart Johannes Kunkel und Andreas Heinze vom Posaunenwerk der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gratulierten dem gesamten Chor zu ihrem langjährigen Bestehen und nahmen dann zwei besondere Ehrungen vor. So wurde Christoph Keiling für seine 30-jährige aktive Mitgliedschaft im Chor an der Bass-Posaune ausgezeichnet. Schon seit 40 Jahren verrichtet Jürgen Müller seinen aktiven Bläserdienst in Klingelbach, außerdem ist er seit 27 Jahren Leiter des Chores, der insgesamt erst vierte in dessen 85-jähriger Geschichte, was für die harmonische Konstanz der Musiker spreche.
 
Die bekamen zur Geburtstagsfeier in der evangelischen Kirche Unterstützung von den befreundeten Posaunenchören der evangelischen St.-Peter-Gemeinde zu Diez und der evangelischen Jakobusgemeinde Diez-Freiendiez. Deren Gratulation schlossen sich bei einem Empfang im Anschluss an den Gottesdienst auch der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen Hans Joachim Schaefer, die Beigeordnete der Ortsgemeinde Klingelbach Helga Müller-Balzan sowie für Kirchenvorstand und Dekanat Jürgen Hoder an.

 

Grandiose "Abendmusik" des Posaunenchores und Freunden
in der Klingelbach Kirche am 17.09.2011



" Wandel im Lustgarten" auch in der Stadthalle eine Lust zu hören - CANTEMUS im Konzert

Pressebericht der RLZ

Fotos vom Konzert

 


Gemeinsamer Festgottesdienst der Gemeinden Klingelbach und Schönborn
am 07. August 2011

Lesen Sie hier den Bericht.


German Marimba Duo lässt in beeindruckender Spielweise "mit den Ohren sehen"-
08.Mai 2011

Der Pressebericht ist hier zu lesen!

 

Archiv 2010 und früher

Reformation: musikalisch-theatralisch
Zwei Akzente beherrschten das Reformationsfest 2010 in Klingelbach

Im Zentrum des Gottesdienstes bliesen die Klänge des Posaunenchors, verstärkt durch Pauken und Kontrabass, die Bedeutung des Luther-Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott“ in die Herzen der Gemeinde.

In seinen „Drei Miniaturen“ überträgt der zeitgenössische Komponist Bernd Geiersbach die Dramatik des lutherischen Textes exzellent in bewegende Harmonien, was der Posaunenchor hervorragend und eindringlich umzusetzen wusste. In seiner begleitenden Predigt versuchte Pfarrer Wieczorek Trost und Stärkung dieses Reformationsliedes in die Unsicherheiten unserer Lebenswelt hinein orientierend und festigend auszulegen.

Nach einem stärkenden Imbiss mit munteren Gesprächen im Kirchenschiff, ging es an den zweiten Höhepunkt: Lebendige Reformationsgeschichte. Nacheinander positionierten sich Menschen in historischer Kleidung im Altarraum.

Zunächst machte ein Schultheiß aus dem 16. Jahrhundert, sich in Mundart vorstellend, deutlich, dass er den Umbrüchen der Reformation skeptisch gegenüberstehe, weil sie ihm den Halt und die Sicherheit im alten überlieferten religiösen System raubten. Als Verursacher trat Martin Luther höchstpersönlich, seinen Glauben und seine theologischen Erkenntnisse zur Glaubensgerechtigkeit und Freiheit eines Christenmenschen erläuternd, auf den Plan. Er wurde unterstützt von einer Gruppe junger Menschen, die sich über die neue Glaubens- und Gewissensfreiheit freuten und wissbegierig mit Fragen bedrängten.

Die Reduzierung auf Gewissensgläubigkeit und individuelles Seelenheil konnte der Reformator Johannes Calvin nicht unwidersprochen hinnehmen. Er verwies darauf, dass der Glaube sich in der Lebensführung eines Christenmenschen auswirken müsse und in der Gestalt der Gemeinde der Leib Christi erfahrbar werden müsse... Hier prallten auch lutherische Lebensfreude und calvinistische Askese aufeinander.

So entspann sich in zum großen Teil spontanen Dialogen ein mitunter deutlich derbes, lebendiges Streitgespräch über die wesentlichen Themen der Reformation damals und der notwendigen Ökumene heute - nicht nur im Abendmahl -, welches lehrreich und zugleich erfrischend spaßig war.
Weitere Fotos gibt es im Fotoalbum


CANTEMUS Jubiläum


Fotos und Impressionen der freudigen Feier hier


Lesen Sie hier den Pressebereicht der RLZ vom 25.05.2010


Nach 5 Jahren und 5 Monaten über 50 SängerInnen


Kartoffelfest im Seniorenkreis

(Vincent van Gogh, Die Kartoffelesser, 1885)

Mit heiter besinnlichen Texten wie "Essbare Steine" von Ottfried Preußler oder dem "Kartoffelkönig" feierte der Seniorenkreis unter der Leitung von Annemarie Lang-Venema einen Erntetag rund um die Kartoffel. Alles Wissenswerte über die Geschichte der Pflanze wurde dabei ebenso bedacht, wie leckere Gerichte von der Kartoffelsuppe über den Kartoffelsalat bis zum Kartoffelkuchen genossen. Eine Bildbetrachtung van Goghs "Kartoffelesser" rundete den nachdenklichen und genussvollen Nachmittag ab.
Kleine Bildergalerie hier!

 

2008 - Jubiläum der Kindertagesstätte

100 Jahre Kinderschule - Kindergarten - Kindertagesstätte (Stand 20.5.2008)

Unsere Kinder-Schätze wachsen in Liebe und Geduld
„…Gott ist die Liebe, er liebt auch mich …“

Das „Grüne Haus“ - die erste  Kinderschule - in Katzenelnbogen
Am Ende des 19. Jh. wurde auf dem Gelände der ehemaligen Eisenschmelzhütte (heute Theodor-Fliedner-Seniorenstift) von der Diakonieanstalt Duisburg  ein Heim für Waisenkinder errichtet, zunächst in einfachster Form und  karger Ausstattung; nur drei Kinder konnten anfangs von den Hauseltern aufgenommen werden. Doch die Not führte immer mehr Kinder hier her ins Nassauer Land. Beherzte Menschen im Lokalvorstand der Diakonie jener Zeit, darunter die evangelischen Pfarrer der Umgebung, der Mühlenbesitzer Stricker aus Klingelbach und Lehrer Metz aus Katzenelnbogen, beschlossen deshalb die Waisenarbeit auszubauen. Sie erwarben Domänenland und erweiterten damit die Landwirtschaft zur Grundlage für die täglichen Bedürfnisse. Und schnell hatte sich über die Grenzen herumgesprochen, dass in Katzenelnbogen ein Haus der Barmherzigkeit stand, das schon bald dem Bedarf und der Not  nicht mehr  gerecht werden konnte. Deshalb suchte man  nach neuen Wegen. Die damals besorgten  Idealisten fanden auch bald eine  überzeugende Antwort  auf  die elementaren Hilferufe im  täglichen Überleben jener Epoche; 1898 wurde das neue Haus (das sog. Rote Haus) eingeweiht. Rund 200 Buben und Mädchen schenkte man dort  persönliche Geborgenheit und Heimat. Und als die Zahl der Kinder später zurückging, nahm man parallel alte und teils gebrechliche Menschen auf; ab1927 wurde das Elisabethstift dann in ein Altenheim umgewandelt.
In der Übergangszeit (um 1910) nahm die Bedeutung der frühkindlichen Erziehung überall zu, so dass es dem Zeitgeist entsprach, eines der älteren landwirtschaftlichen Gebäude für Kindergartenplätze zu nutzen - das war der Anfang der „Kleinkinder Schule Katzenelnbogen“ . In einem knallig grün angestrichenen Haus (Eigentum der Fliedner-Stiftung in Mühlheim/Ruhr)  waren über viele Jahre die Kinder von Klingelbach und Katzenelnbogen  in der Obhut  von Diakonissen  der Paulinenstiftung Wiesbaden. (Von dort kamen auch die „Gemeindeschwestern“, die in allen Orten der Kirchengemeinde in der Gemeindefürsorge wohltuend wirkten).
Heutige Zeitzeugen erinnern sich noch sehr lebendig an die rustikalen und erlebnisreichen Jahre im grünen Haus bei der Tante Johanna (der Älteren). Bis zu sechzig Kinder behütete sie zusammen mit einer weiteren Kindertante und das führte über die Jahre wohl berufsbedingt dazu, dass Johanna schwerhörig wurde und deshalb in der  Unterhaltung mit den Kindern oft vertraute „Schraii gelosse hott“, um sich ihnen gegenüber verständlich zu machen.
Morgens und mittags wurden die Kinder zum  Grünen-Haus gebracht oder kamen einzeln oder in kleinen Gruppen dort hin. Zumeist weit reichende Blicke von Eltern und Großeltern  verfolgten die  regelmäßige Trödelstrecke der Kleinen.       
Es muss ein beschauliches Bild gewesen sein, wenn die braven Mädchen und mutigen Strolche von Klingelbach  alleine oder in kleiner Schar meistens am Wald entlang in ihre Kinderschule trödelten und auf dem Weg so mancher Ablenkung unterlegen waren. „Es ist fast alles passiert, doch nie ist einer umgekommen“ (Willi Gemmer). Der Heimweg dauerte  oft länger, das war klar, denn zu viele Gelegenheiten gab es noch auf dem Weg am Waldrand  oder entlang des wassergefüllten Mühlgrabens (am Deich) bis zur Klingelbacher Mühle. Von dem Deich ging immer eine große Faszination auf  die Kinder aus. Neben Fröschen, Salamander, Blindschleichen und Enten luden hier auch petzende Krebse, Forellen und  anderes Getier stets zu einem spannenden  Abenteuer ein. Oft ließen die Buben auf dem Heimweg ihre leeren Trinkfläschchen  als Flaschenpost nach Hause schwimmen und es gelang nicht immer, die „Schiffchen“ rechtzeitig vor dem Sog des Mühlrads vom Ufer aus mit lang gestreckten Beinen wieder einzufangen; waren die Beine zu kurz, so schlüpfte die Blechflasche schnell vorbei und „kam in die Mühle“. Dabei war großer Wagemut  nicht immer erfolgreich. Willi oder Ernst, oder Henni, Emmi, Frieda und Hanna waren mal wieder in den Mühldeich abgerutscht oder hatten sich aus anderen Gründen in die Brennnesseln gesetzt.  Manchmal schleppten die Kinder unter starkem Herzklopfen ihresgleichen mit nassen Hosen oder Kleidern und verschlammten Schuhen  nach Hause. Hier wurden sie dann zeit- und artgerecht „gelobt“ und versprachen  Besserung. - Stellte sich im schlimmsten Falle eine fiebrige Erkältung ein, so war der Doktor Schildwächter nicht weit. Und der hatte dann dank seiner ortsnahen Kenntnisse oft ein Einsehen in die Piraterie auf dem Deich.


Gruppenfoto um 1923

Der Tagesplan in der Kinderschule war auf Sommer oder Winter abgestellt und bei gutem Wetter ging es regelmäßig am späten Vormittag  und nachmittags an die frische Luft. Über Mittag gingen die Kinder alle  nach Hause.

 


Damals wie heute - mit Ausnahme der sog. NS-Volkswohlfahrt ab 1933 - hat der Staat in der Kindertagesbetreuung im Gegensatz zum Schulwesen keinen eigenständigen, vom Erziehungsrecht der Eltern unabhängigen Auftrag. Das Wirken in allen Einrichtungen der Kindertagesbetreuung leitet sich vom Erziehungsrecht der Eltern ab und wird durch den (Betreuungs-)Vertrag auf freie Träger (wie hier die Diakonie und später die Kirche)  oder auf die Kommune (z. B. andere Kindertagesstätten in unserer Verbandsgemeinde) übertragen.
Die Bezeichnung „Kindergarten“ stammt von dem Thüringer Pädagogen Friedrich Wilhelm August Fröbel, der bereits 1840 einen der ersten Kindergärten in Deutschland gründete und meinte, „das Kind soll wie eine Pflanze gepflegt werden und so heranwachsen“ - eine geradezu schöpferische Sicht mit hoher Verantwortung für das Aufwachsen der Spezies Mensch.


Kinderschule im Evangelisches Gemeindehaus  1930 - 1937
In einer Zeit der Weltwirtschaftskrise mit den Notverordnungen zur Sanierung der Staatsfinanzen  erfüllte sich dennoch der lange gehegte Wunsch nach einem neuen Gemeindehaus.  20 Jahren lang hatte man die „Errichtung eines Konfirmandensaals mit Gemeindehaus“ geplant bevor es nach den Plänen der Baufirma Louis Echternach von heimischen Handwerkern errichtet und am 5. Januar 1930 eingeweiht wurde.
Entgegen der vorgesehenen Nutzung zog schon bald die Kinderschule vom Grünen Haus  nach hier in den großen Saal um; noch immer war Tante Johanna (die Ältere) im geduldigen Einsatz für die damaligen Kleinkinder …  Karl Zorn, Paul Herold, Erwin Hofmann, Erich Weis, Hedwig Heuser (Koßmann),  Heinz Puff, Hedwig Weis, Willi Gasteier, Mina Lang, Irmgard und Hanna Kohlmann (Minor und Unger), Ernst Gaul und andere

„Gott ist die Liebe, er liebt auch mich“ sangen die fröhlichen Knirpse, wenn sie im Freien ihre Spaziergänge machten und sich brav von rechts und links an der Kindschulleine festhalten mussten, um nur nicht vom gestrengen Weg abzukommen. Kam dies doch einmal vor, so ertönte die unerbittliche  Stimme der großen Tante „an die Seite bitte!“. Auf gefahrvollen Wegen wurde die Leine gar  rundum die Korona geführt und von den zuverlässigen großen  Kindern vorne und hinten auf Spannung gehalten. Einmal um die ganze Schar ordentlich zu führen und auch um zu vermeiden, dass die Leine am Boden durch den Schmutz und  gar durch Pferde- oder Kuhdreck geschleift wird.

 

aufgenommen vor dem Gemeindehaus 1930


Bilder mit den posierenden  Zeitzeugen Hedwig Weis, Erhard und Irma Schranz (Diehm) zeigen die sorgende Johanna rund ums Gemeindehaus inmitten ihrer Kinder.

1937 jedoch wurde, der damaligen Zeit entsprechend, die Kleinkinder Schule im Gemeindehaus durch den Weggang der Leiterin Fräulein Dr. Anna Wolff (Tante Johanna, die Ältere) geschlossen und die Kindertante Karoline Lang  gleichzeitig in den Ruhestand versetzt. Es folgte die Zeit der NS-Volkswohlfahrt, die schon im selben Jahr ihren Kindergarten vorübergehend in der alten Werkstatt des Schreiners Faust (Hinterhaus) eröffnete.

Kindergarten der NSV im Steprodt’schen Haus (alte Schule) ab 1937
Vor den Mauern des heutigen Schlosses stand  die Steprodt’sche Burg. Nach ihrem Verfall um 1700 ließ der letzte Nachkomme von Steprodt  in unmittelbarer Nähe ein neues  steinernes Haus mit Scheune und Stallungen errichten, das 1833/34 zum Schulgebäude für die Gemeinde Katzenelnbogen umgebaut und bis zur Errichtung der angrenzenden  „neuen“ Schule in 1930  genutzt wurde.
Die „alte“ Schule aber diente während des NS-Regimes weiter als HJ-Heim und auch als Kindergarten der NSV (NS-Volkswohlfahrt). Diese trug mit ihren expandierenden Wohlfahrtseinrichtungen und sozialfürsorglichen Initiativen wesentlich  zur propagandistischen Selbstdarstellung des damaligen Regimes bei.
Von den  betreuten Kindern um die „Tante Erna“ (Erna Heuser) und um „Friedchen Bingel“ (die Winter-Tante) gibt es heute noch viele Erwachsene, die sich noch sehr gut an jene Zeit erinnern können und mit gelassenem Stolz und voller Verwunderung über ihre damaligen Kleider und  Haartracht lächeln. Wenn auch vieles durch die Kräfte des natürlichen Lebens geformt wird,  scheinen  die Gesichtszüge davon ausgenommen; denn wie sonst könnten sich  die Kinderminen von einst  heute noch „so deutlich“  in den Gesichtern bekannter Nachbarn und Freunde wieder finden. Und einige wissen  noch, dass der Gruß „Guten Morgen“ umgehend verbessert wurde in „das heißt doch Heil Hitler“, oder das bei jedem Fliegeralarm alle Kinder angewiesen waren, zunächst schnell an die Wand des Gebäudes zu laufen, wo sie  dann nacheinander abgeholt und ins Innere gebracht wurden. Nicht alle Eltern nutzten damals das Betreuungsangebot für ihre Kinder.

Obere Reihe(von links nach rechts): Erna Degen (geb. Heuser), Hans Horn, Werner Schuy, Werner Klöppel, Robert Stauch, unbekannt, Inge Hund, Alma Bornwasser
Mittlere Reihe: Karl Schmidt, ….Hund, Herbert Eschenröder, Gisela Backhaus, Irma Thorn (mit Herzchen), Lotte und Gisela Kelschenbach, Irmgard Faust, Willi Gabel, Herbert Wolf, Willi Stauch, Karl Gabel, Liesel Bernhard, ….Hofmann
Untere Reihe: Viktoria …, Hilde und Elli Heuser, unbekannt, Renate Martin, Helga und Hilde Schmidt, unbekannt, Margret Heuser, Doris Hellen, Walter und Erika Heuser, Gertrud Backhaus, Hildegard Stötzer  

Bis zum Abriss 1968  beherbergte die alte Schule das Museum und  Mietwohnungen. Ursprünglich sollte  an derselben Stelle eine Turnhalle für die Realschule  errichtet werden - heute aber steht dort die Stadthalle.

Kinderschule kehrt um 1946 wieder in das Evangelische Gemeindehaus zurück
Nach dem Krieg nahm man die vertrauten Kindergartenplätze im Gemeindehaus bald wieder in Betrieb. Tante Henni (die Große, Henny Kah) und Tante Hanna (die Jüngere; Johanna Ebertshäuser, geb. Weis) nahmen nun die Kindergartenleinen in die Hand.

Tante Henni sammelte „mit dem Lasso“  ihre Schar in Katzenelnbogen ein, und zwar von der Texas/Mühlgasse bis zum Gemeindehaus und zurück - zweimal am Tag. Und die Tante Hanna holte ihre Schäfchen auf dieselbe Weise in Klingelbach ab und schlenderte unter den großen Kastanienbäumen von dort in die Kinderschule. Am Ziel angekommen, hatten sich die quirligen Geister schon bei jedem Wetter an der frischen Luft bewegt - mehrmals am Tag, und das baute nebenbei die natürlichen Abwehrkräfte auf.   

Im Tagesablauf war die Angebotsstruktur an Spielmaterialien äußerst karg, es gab wenige abgenutzte Ringe, Stäbchen und Figuren aus Holz und auch wenige Backformen im Sandkasten auf der Wiese. Bilderbücher waren noch kaum im Umlauf.

Dagegen waren  aber die  Kreis- und Bewegungsspiele sehr beliebt und es wurden täglich viele Spiellieder gesungen und zumeist biblische Geschichten erzählt. Das Versammeln, Sitzen am Platz (mein Platz), Aufräumen, Abschluss von Vormittag und Nachmittag und das Beten gehörten zum täglichen Rhythmus.

Ich  empfand  den täglichen Mittagsschlaf auf den ausgeteilten Holzbetten im großen Saal oft als eine herausfordernde Geduldsprobe. Insbesondere dann, wenn die frisch geölten Holzdielen unter der Sonneneinstrahlung entsprechend ausdünsteten, war an  ein Nickerchen nicht bei jedem zu denken, aber keiner durfte sich mucksen - hohe Disziplin wurde frühzeitig eingeübt.

Umso größer war aber die Freude, wenn es bei gutem Wetter „auf die Wiese“ ging. Und für  Pfarrer’s Geburtstag  übten wir fleißig  unseren Auftritt beim Besuch im Pfarrhaus.

Im Oktober 1954  wurde die gute Tante Hanna von Elisabeth Best (geb. Ebertshäuser)  abgelöst, die dann zunehmend das Zepter übernahm. Ihre tägliche Wegstrecke zwischen Gemeindehaus und  Backes Eck’ in Klingelbach - ohne Bürgersteig und mitten im Verkehr - war ihr längst vertraut.


Auf der „Wiese“ hinterm Haus fand regelmäßig das Sommerfest in großer Runde statt: jeder durfte seine Rolle ganz brav vortragen, dazu waren die Kinder extra „für Sonntags“ gekleidet.

Nach über drei Jahrzehnten Kinderschule oder Kindergarten im Gemeindehaus verbesserten sich in den sechziger Jahren durch neue und  zukunftsweisende Gesetze die Voraussetzungen für investive Einrichtungen von Kindergartenplätzen. Demzufolge wurde 1968 in den Weiherwiesen die Kindertagesstätte Katzenelnbogen errichtet - dass Gemeindehaus hatte damit seine wichtige Aufgabe für die Kleinkinder erfüllt, dennoch gilt mehr denn je: Kinder - ohne diese Schätze würde die Welt aufhören zu existieren.

Wolfgang Müller  

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