Ein-Blicke in und um unsere schöne Kirche --> hier!
Glaubt man der Sage, so sollte der Bau der Kirche wohl in der größten Gemeinde des Kirchspiels errichtet werden, in der Stadt und dem Marktflecken Katzenelnbogen. Schließlich hatten die Katzenelnbogener bis zum 30jährigen Krieg einen „eigenen Altar“, die kleine Katharinenkirche. Sie war Filiale von Klingelbach. Doch nachdem das in Katzenelnbogen gelagerte Baumaterial mehrmals bei Nacht trotz aufgestellter Wachen auf geheimnisvolle Weise wieder nach Klingelbach wanderte, sah man darin ein Zeichen Gottes.
Und
so wurde das Gotteshaus für die Gemeinden Allendorf, Ebertshausen,
Ergeshausen, Herold, Katzenelnbogen, Klingelbach und Mittelfischbach
1772 – 1774 in Klingelbach gebaut. Wenn die Vermutungen stimmen, ist es
die dritte Kirche, die an diesem Ort steht.
Urkundlich nachgewiesen ist, dass schon im 13. Jahrhundert Mönche der Abtei Bleidenstadt an drei Kirchen auf dem Einrich tätig waren. Es handelt sich dabei höchst wahrscheinlich um die Kirchen in Dörsdorf, Habenscheid und Klingelbach. Wo die sicherlich kleine Kapelle in Klingelbach stand, ist nicht bekannt. Man kann aber davon ausgehen, dass sie sich an der gleichen Stelle befand, wo die heutige Kirche steht. Die Vorgängerkirche des heutigen Gebäudes, eine Hallenkirche mit romanischem Chorraum, war vermutlich auf den Fundamenten dieser Kapelle errichtet worden. Beim Abriss der baufällig gewordenen Kirche 1771 fand man einen Balken über der Kirchentür mit der Jahreszahl 1550, wahrscheinlich das Erbauungsjahr des zweiten Kirchenbaus.

Die Kirche verfügt über etwa 500 Sitzplätze und erhielt bei einer gründlichen Innenrenovierung in den Jahren 1994/95 ihre ursprünglichen Farben und Bilddarstellungen wieder. Der Altar, darüber die prächtige Kanzel mit dem majestätisch anmutenden gemalten Vorhang und darüber thronend der Rokokoprospekt der Orgel bilden eine harmonische Einheit. Eine besondere Zierde sind die bei der Renovierung entdeckten und neu gestalteten Bilder der vier Evangelisten an der Decke über dem Altar. Der Schalldeckel der Kanzel wird gekrönt von einem Vogel, den man bei näherem Hinsehen als Pelikan erkennt, der sich bekanntlich für seine Jungen aufopfert, ein altchristliches Symbol des Todes Christi. An der Decke sind symbolhaft Gottvater, Christus und der Heilige Geist dargestellt.

Die Kirchenorgel in Klingelbach hat in ihrer nun
zweihundertachtzehnjährigen Geschichte manche Umgestaltung erfahren
müssen.
Johann W. Schöler erbaute sie in den Jahren 1790 bis 1792.
Zur Geschichte und Gegenwart unserer Orgel lesen Sie --> hier!
Einen Einblick in das Orgelwerk erhalten Sie -->hier!
Orgelrenovierung abgeschlossen --> zur Bilddokumentation!

Im
Kirchturm hängen drei Glocken aus Bronze, die auf die Töne B, As und F
gestimmt sind. Die größte der drei Glocken hängt in der Mitte des
Glockenstuhls.
Im Jahr 1959 wurde ein elektrisches Läutewerk
eingebaut, bis dahin wurde per Hand geläutet. Die Seile hingen von der
Decke über der hinteren Empore herunter.
Im Kriegsjahr 1917
mussten außer der heute ältesten Glocke die beiden anderen für
Kriegszwecke abgeliefert werden. 1924 wurden dann zwei neue Glocken in
Betrieb genommen, die im Jahr 1941 noch einmal beschlagnahmt wurden.
Die kleine Glocke trägt die Inschrift
„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet“
(Röm
12,12). Die 1924 neu gegossene Glocke hing nur bis 1941 im Turm, wo sie
wie die große Schwester aus dem gleichen Herstellungsjahr erneut für
den Krieg abtransportiert wurde. Aber diese kleine Glocke von 1924
wurde nach dem Krieg wieder gefunden und im Jahr 1948 der Gemeinde
zurückgegeben.
Die mittlere Glocke ist die älteste.
Heute
wird sie mit zwei Unterbrechungen geläutet, wenn jemand im Kirchspiel
gestorben ist und kontinuierlich vor Trauerfeiern in Klingelbach. Sie
stammt aus dem Jahr 1465 und wurde in Marburg gegossen.
Am oberen
Rand ist in gotischer Kleinschrift zu lesen: „meister hans von marburg
gos mich, osanna heissen ich, alle bose weder vordriben ich, anno
MCCCCLXV“
Die größte Glocke ist die jüngste der drei Glocken.
Sie
wurde erst 1952 in den Turm gehängt, weil ihre Vorgänger - Glocke nach
dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gefunden wurde. Die große Glocke
läutet morgens um 7.00 Uhr und um 11.00 Uhr und abends um 18.00 Uhr.
Sie wiegt fast eine Tonne und trägt die Inschrift „JESUS LEBT“.
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Damit unser Kirchengebäude in Ordnung und sauber bleibt und unsere Gottesdienste in schönem Rahmen gefeiert werden, kümmert sich unser Küsterehepaar um alle Dinge in der Kirche und auf dem Kirchvorplatz:
Klingelbach 06486/903829